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UNIMENSCHEN IN MEMORIAM | 50 UNI 2 I 2019 Dr. Andreas Vogel Plötzlich, für uns alle völlig unerwar-tet, ist unser Kollege Dr. phil. Andreas Vogel am 26. April 2019 im Alter von 57 Jahren verstorben. Andreas Vogel war nach seinem Di-plomingenieurstudium der Informa-tionstechnik an der TH Ilmenau und einem Zusatzstudium „Geschichte der exakten Wissenschaften und der Technik“ an der TU Berlin seit 1988 vanotechnik“ auf den Weg, der zum Wintersemester 2013/14 startete. Die Stiftungsprofessur wurde inzwischen als universi-tätseigene Professur verstetigt. Professorin Jakob hatte damit maßgeblichen Anteil am Erhalt und der überaus erfolgreichen Weiterentwicklung eines bundesweit sichtbaren Alleinstellungs-merkmales der TU Ilmenau. Über ihre Tätigkeit in Lehre und Forschung und als Fachgebiets-leiterin hinaus brachte sich Professorin Jakob auch in hohem Maße in die akademische Selbstverwaltung der TU Ilmenau ein. Neben der Leitung der Studienganggremien Werkstoffwissen-schaft bekleidete sie das Amt der Gleichstellungsbeauftragten der Fakultät und der stellvertretenden Gleichstellungsbeauftrag-ten der Universität. Junge Frauen für eine Karriere in der Wis-senschaft zu motivieren, war ihr ein großes Anliegen. Ebenso beispielhaft engagierte sie sich bei der Gewinnung von Schüle-rinnen und Schülern für ein Ingenieurstudium. Deutschlandweit Hochachtung genoss Christine Jakob auch aufgrund ihres langjährigen ehrenamtlichen Wirkens in der Deutschen Rheuma-Liga. Selbst schwer an Rheuma erkrankt, konnte sie andere Betroffene verstehen und sich ihrer Probleme annehmen. Nach der Gründung der Ilmenauer Arbeitsgruppe engagierte sie sich auch auf Bundesebene. 1992 wurde sie in den Bundesvorstand und 1996 zur Präsidentin des 300.000 Mit-glieder zählenden Verbandes gewählt. Dieses Amt bekleidete sie zwölf Jahre lang und setzte sich in vielfältiger Form für die Ver-tretung der Interessen Rheumakranker ein. Für ihr herausragen-des humanitäres Engagement wurde sie im Jahr 2010 mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande geehrt. Professorin Christine Jakob wurde von all ihren Kollegen, Mit-arbeitern und Studierenden hoch geschätzt - aufgrund ihrer fachlichen Kompetenz, ihres unermüdlichen Wirkens, ihres kon-struktiven Wesens und kollegialen Umgangs mit anderen. Wir haben ihr viel zu verdanken und werden ihr Andenken stets in Ehren halten. Unsere Anteilnahme gilt ihren Angehörigen. Professorin Christine Jakob Die TU Ilmenau trauert um Prof. Dr.-Ing. habil. Christine Jakob. Sie verstarb am 24. März im Al-ter von 71 Jahren. Die Universi-tät verliert mit Professorin Jakob eine Wissenschaftlerpersönlich-keit, die mit ihrem langjährigen Wirken in Lehre, Forschung und akademischer Selbstverwaltung tiefe Spuren hinterlassen hat. Die berufliche Entwicklung von Christine Jakob war eng mit der TH und TU Ilmenau und insbesondere der Fakultät für Elekt-rotechnik und Informationstechnik verknüpft. Nach Abschluss ihres Studiums 1972 war sie zunächst als wissenschaftliche Assistentin im Wissenschaftsbereich „Elektrochemie und Gal-vanotechnik“ tätig und hat dort 1978 promoviert. Nach einer mehrjährigen Industrietätigkeit kehrte sie an die damalige TH Ilmenau zurück, wo sie sich 1988 habilitierte. 1989 wurde sie zur Hochschuldozentin für „Elektrochemische Technik“ berufen und übernahm das Fachgebiet Werkstofftechnologie. Sie baute mehrere Lehrveranstaltungen und Laboreinrichtungen auf und betreute rund 50 Diplomanden. Im Jahr 2000 wurde sie zur außerplanmäßigen Professorin und Leiterin des Fachgebietes Elektrochemie und Galvanotechnik er-nannt, das sie bis zu ihrem altersbedingten Ausscheiden im Jahr 2013 leitete. Da zu dieser Zeit im deutschsprachigen Raum kein Lehrstuhl mehr für Elektrochemie existierte, initiierte sie zusam-men mit dem Zentralverband Oberflächentechnik e.V. (ZVO), der Deutschen Gesellschaft für Galvano- und Oberflächentechnik e. V. (DGO) und der TU Ilmenau die Einrichtung einer Stiftungspro-fessur „Elektrochemie und Galvanotechnik“. Der Lehrstuhl sollte vor allem die theoretische Ausbildung in diesem Fach absichern und die entstandene Lücke schließen. Mit dem 2010 berufenen Stiftungsprofessor Andreas Bund brachte sie den deutschland-weit einzigartigen Masterstudiengang „Elektrochemie und Gal-als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fachgebiet Technik- und Wirtschaftsgeschichte unserer Hochschule tätig. Dort betreute er seit 1999 das Studium generale. Mit der Gründung des Zent-ralinstituts für Bildung kam er als Koordinator und Lehrender für das Studium generale ins Kontorhaus und unterstützte auch das Projekt Basic Engineering School. In den letzten Jahren hatte er die Beratung der Studierenden im Vorfachstudium übernommen. Wir verlieren mit Dr. Andreas Vogel einen engagierten Mitarbeiter und Kollegen, den wir stets in ehrender Erinnerung behalten werden.


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