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Identitätsforschung für Unternehmen Die Identität von Unternehmen – Fachleute sprechen von organisationaler Identität – wird wesentlich davon bestimmt, welche Merkmale als zentral, dauerhaft und einzigartig wahrgenommen werden. Für ihre Steakholder – Kunden, Aktionäre, Mitarbeiter, Lieferanten – ist es aufgrund deren Interessenlage wichtig, wie ein Be-trieb sich verhält. Jüngere Untersuchungen zeigen, dass Unternehmen und Organi-sationen sich darauf einstellen, indem sie ihre Identität aktiv gestalten. So versuchen sie, Fachkräfte langfristig an sich zu bin-den oder sich von direkten Konkurrenten strategisch abzuheben. Thema weitgehend unerforscht Doch welche Handlungsmöglichkeiten Unternehmen haben, um im Wettbe-werb besser zu bestehen, ist bisher kaum untersucht. Weitgehend unerforscht ist insbesondere, wie die verschiedenen Bausteine der organisationalen Identität miteinander zusammenhängen und wel-che Rolle die Unternehmensgeschichte für den Wettbewerbserfolg des Unterneh-mens spielt. Das DFG-Forschungsprojekt „Konstruktion organisationaler Identität und der Einfluss von Geschichte“, das die TU Ilmenau in Zusammenarbeit mit der Universität Paderborn bearbeitet, soll diese Erkenntnislücken schließen. Unter der Leitung von Dr. Simon Oertel vom von Prof. Norbert Bach geleiteten Ilmenauer Fachgebiet Unternehmensfüh-rung/ Best Paper Award für Ilmenauer Beitrag | 36 UNI 2 I 2019 Blick in den Webauftritt von Glashütte Original, eines der prestigeträch-tigsten Glashütter Uhrenunternehmen, die im Projekt untersucht werden. Organisation und von Prof. Kirsten Thommes von der Universität Paderborn arbeiten Wirtschaftswissenschaftler und Soziologen interdisziplinär zusammen. So können sie das komplexe Phänomen organisationaler Identitäten aus verschie-denen fachlichen Perspektiven umfassend erforschen. Das Projekt wird über eine Laufzeit von drei Jahren von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert. Im Rahmen des Vorhabens untersuchen die Wissenschaftler die Entwicklung von Betrieben aus zwei regionalen Unterneh-mensclustern: dem Uhren-Netzwerk im DFG-Projekt Wissenschaftler der TU Ilmenau erforschen in einem großangelegten Projekt, wie Unternehmen und Organisationen die eigene Identität gestalten und dadurch Wettbewerbsvorteile erzielen können. Schwarzwald und dem im sächsischen Glashütte. Im Zentrum ihrer Arbeiten stehen der Einfluss der Unternehmensge-schichte auf den wirtschaftlichen Erfolg und die Wechselwirkungen zwischen den Ebenen des einzelnen Unternehmens mit seinem jeweiligen institutionellen Umfeld im Verlauf der Zeit. Indem sie Unternehmen in West- und Ostdeutsch-land miteinander vergleichen, ist es dem Forscherteam möglich, die Rolle radikaler institutioneller Veränderungen, vor allem der Wiedervereinigung, für das Selbstver-ständnis und die organisationale Identität von Unternehmen zu analysieren. Daniel Czaniera, Mitarbeiter im Fachgebiet Elektronische Messtechnik und Signal-verarbeitung der TU Ilmenau, ist bei der diesjährigen European Conference on Antennas and Propagation (EuCAP) mit dem Best Paper Award in der Kategorie Propagation geehrt worden. Der von ihm und Kollegen der TU Ilmenau sowie vom Projektpartner Huawei verfasste Konfe-renzbeitrag „Investigation on Stationarity of V2V Channels in a Highway Scenario“ beschäftigt sich mit der Untersuchung des Funkkanals zwischen zwei gleichzeitig bewegten Fahrzeugen. Besonders wichtig, so die Jury, sei dieses Thema für zukünftige Mobilitätsanwendungen wie vernetztes und autonomes Fahren. Mit dem Paper werde gezeigt, wie stark sich der Funk-kanal in seinen Eigenschaften verändert. Die EuCAP, die 2019 zum 13. Mal ausge-richtet wurde, ist eine der bedeutendsten Konferenzen für Antennen und deren Ausbreitung. In diesem Jahr fand die fünftägige Tagung in Krakau, Polen, statt. UUNNIFIPOORLSITCIHKUNG


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