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UNISTUUNDIIFFIUOMRSSCHUNG EU-Projekt zu Elektromobilität Innovative Fahrzeugkomponenten Die TU Ilmenau ist an einem großen EU-Projekt beteiligt, das innovative Komponenten und Systeme für Elektrofahrzeuge entwickelt. Ziel des EVC1000-Projekts ist es unter anderem, neuartige Radnabenmo-toren zu entwickeln, die einem SUV-Elektrofahrzeug bei einer einmaligen Aufladung von weniger als 90 Ministerbesuch am Europatag im ThIMo UNI 2 I 2019 35 | Minuten eine Reichweite von 1000 Kilometern ermöglicht. Das EU-Projekt „Electric Vehicle Compo-nents for 1000 km daily trips“ (EVC1000) bringt zehn Teilnehmer aus Industrie und Wissenschaft aus ganz Europa zusammen, die in den nächsten drei Jahren Fahrzeug-komponenten entwickeln, die die effizi-ente Integration von Antriebsstrang- und Fahrwerksystemen ermöglichen. Die innovativen Bauteile werden die Reich-weite von Elektrofahrzeugen drastisch steigern und, für die Serienproduktion op-timiert, deren Akzeptanz bei Verbrauchern erhöhen. Zu den Komponenten gehören neu entwickelte Radnabenmotoren mit einer Leistungselektronik in Siliziumkarbid- Technologie, ein kombiniertes elektrohy-draulisch- mechanisches Brake-by-Wire- Bremssystem, eine elektromagnetische Radaufhängung und ein integrierter Controller für die Fahrdynamikregelung und das Energiemanagement. Die neuen Komponenten werden in zwei serienreifen Elektrofahrzeug-Demonstra-toren Die Partner im EVC1000-Projekt integriert. Dazu wird die TU Ilmenau in Zusammenarbeit mit den Fahrzeugher-stellern Audi und JAC aus Italien zwei SUV-Demonstratoren für unterschiedliche Fahr-zeugmarktsegmente aufbauen: einen Audi e-tron und einen JAC iEV6S. Unter der Projektleitung von Prof. Klaus Augsburg ist die Universität im Projekt für die Ent-wicklung der aktiven Fahrwerksysteme und deren Systemintegration in das Fahrzeug verantwortlich. Zudem ist sie am Ende des Projekts zuständig für die experimentelle Validierung des Gesamtfahrzeugs. Das großangelegte Vorhaben wird von der Europäischen Union mit 6,8 Millionen Euro im Rahmen des Förderprogramms für Forschung und Innovation „Horizon 2020“ in der „European Green Vehicles Initiative“ für Forschungs- und Entwick-lungsprojekte im Bereich Energieeffizienz von Straßenfahrzeugen gefördert. Die Projektpartner sind zuversichtlich, eines der derzeit größten Probleme von Elektrofahrzeugen – die im Vergleich zu Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor ge-ringe Reichweite – lösen zu können. Prof. Augsburg: „Alle Projektpartner bringen hohes Know-how ein und die Kooperation verspricht die Realisierung der ambitionier-ten Ziele der energetischen Optimierung.“ - AVL List GmbH, Österreich (Koordinator) - AUDI AG, Deutschland - Brembo, Italien - ELAPHE, Slovenia - Fraunhofer ENAS, Deutschland - Ideas & Motion, Italien - JAC, Italien - TU Ilmenau, Deutschland - Tenneco Automotive Europe, Belgien - University of Surrey, UK Anlässlich des Europatages am 13. Mai besuchte der Thüringer Wissenschaftsmi-ninister Wolfgang Tiefensee das Thüringer Innovationszentrum Mobilität (ThIMo) an der TU Ilmenau. Er verschaffte sich einen Überblick über die wissenschaftliche Arbeit des Innovationszentrums, den Einsatz der europäischen Förderformate EFRE (Euro-päischer Fonds für regionale Entwicklung) und ESF (Europäischer Sozialfonds) für das Zentrum und die eingeworbenen EU-Forschungsprojekte. Professor Klaus Augsburg, Projektleiter des ThIMo, konnte auf allein vier EU-Projekte im Kompetenzfeld Fahrzeugtechnik ver-weisen, an denen die TU Ilmenau beteiligt oder Konsortialführer ist. Im Fokus der Forschung stehen beispielsweise die Er-höhung der Reichweite von Elektroautos, neuartige Konzepte der Fahrdynamikre-gelung und neue Methoden der virtuellen Produktentwicklung. Der Minister nutzte den Besuch auch, um den erst kürzlich in Betrieb genommenen innovativen dynamischen Fahrsimulator zu besichtigten. Die Investitionskosten wur-den ebenfalls teilweise aus EFRE-Mitteln finanziert. Bei der Vorbereitung von EU- Gesetzgebungen für verkehrsbezogene Emissionen nach EURO 7 ist das ThIMo mittlerweile als einziges Validierungs- Laboratorium in Europa gelistet. Minister Wolfgang Tiefensee (Mitte, mit Prof. Augsburg) informierte sich am Europatag über die Forschung des ThIMo in europäischen Projekten.


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