Page 32

UNI_02_2019_Web

UUNNIFIPOORLSITCIHKUNG CO2-freie Energieversorgung für Thüringen Verbundprojekt ZO.RRO gestartet Im soeben gestarteten Verbundprojekt ZO.RRO erforscht die TU Ilmenau als Konsortialführer mit sechs Part-nern am Beispiel von Thüringen, wie die Energieversorgung CO2-frei gestaltet werden kann. Im Zeitalter der Energiewende könnten die Forschungsarbeiten der Universität deutschlandweit als Modell dienen. Im Verbundprojekt ZO.RRO (Zero Carbon Cross Energy System) wollen die Wissen-schaftler die Wertschöpfungskette in der Industrie so optimieren, dass die Ener-gieversorgung für die Produktherstellung nahezu frei von Kohlendioxid erfolgt. Um dieses ambitionierte Ziel zu errei-chen, betrachten die Wissenschaftler die Strom-, Wärme- und Gasnetze und den Mobilitätssektor gemeinsam – Fachleute sprechen von Sektorenkopplung. Bisherige Vorhaben, den Ausstoß von Kohlendioxid im Stromsektor zu reduzieren, konzent-rierten sich vorrangig auf die Bereitstel-lung von Energie, die Wechselwirkungen mit den Systemdienstleistungen blieben weitgehend unberücksichtigt. Unter Systemdienstleistungen, die zwingend notwendig sind, um eine sichere und zuverlässige Stromversorgung zu ge-währleisten, verstehen Experten jene für | 32 UNI 2 I 2019 Im Beisein des Thüringer Minister-präsidenten Bodo Ramelow nimmt Professor Dirk Westermann als Konsortialführer des ZO.RRO-Projekts den Fördermittelbescheid aus den Händen der Thüringer Umweltminis-terin Anja Siegesmund entgegen. „Zielstellung 2040“ strebt das Bundesland die bilanzielle Versorgung aus erneuerba-ren Energien an. Dazu will das ZO.RRO-Projekt, dessen Forschungsarbeiten auf die mittelständische Industrie Thüringens ausgerichtet sind, einen wichtigen Beitrag leisten. Die Technologien und Erkenntnis-se, die aus dem Projekt gewonnen wer-den, könnten künftig als Modell für ganz Deutschland dienen. Ministerpräsident Bodo Ramelow könnte sich vorstellen, dass Thüringen zum technologischen Vorreiter für die Energiewende wird: „Das Projekt ZO.RRO stellt sich mit seiner Ausrichtung und Zielsetzung den zentralen Herausfor-derungen der Energiewende. Thüringen hat dabei als Modellregion die einmalige Chance, sich als intelligentes grünes Kraft-werk der Zukunft zu profilieren.“ Ab Ende 2021 werden die Erkenntnisse aus den ZO.RRO-Forschungen in einer zweiten Phase des Projekts in kleinen und mittelständischen thüringischen Unter-nehmen praktisch erprobt. Professor Dirk Westermann, als Direktor des Instituts für Energie-, Antriebs- und Umweltsys-temtechnik an der TU Ilmenau Leiter des ZO.RRO-Projekts, sieht große Vorteile darin, das Forschungsprojekt in Thüringen durchzuführen: „Thüringen eignet sich besonders, weil es in Bezug auf seine Ener-gieversorgung, seine Wirtschaftsstruktur und die politischen Rahmenbedingungen im Vergleich zu anderen Bundesländern hervorsticht.“ Die erste Phase des ZO.RRO-Projekts ist auf drei Jahre angesetzt und wird vom Bundesministerium für die Funktionstüchtigkeit notwendigen Dienste in der Elektrizitätsversorgung, die Netzbetreiber neben der Übertragung und Verteilung elektrischer Energie zusätzlich erbringen. Die Industrie stößt dabei in ihrem laufenden Produktionsbetrieb sozusagen indirekt Kohlendioxid aus. Wissenschaftliche Analysen gehen davon aus, dass bis zu 20 Prozent des gesamten CO2-Ausstoßes allein auf die Systemdienst-leistungen entfallen – enorme Potenziale, den CO2-Ausstoß zu reduzieren, die der Forschungsverbund ausschöpfen möchte. Thüringen hat sich mit seiner Energiepoli-tik zur Energiewende bekannt. Mit seiner Mit ZO.RRO wird das Land Thüringen zu einem Vorreiter der Energiewende. Hier entsteht ein Netzwerk für Nulle-mission und das Modell für ein siche-res, kostengünstiges und klimaneutra-les Energieversorgungssystem. I Umweltministerin Anja Siegesmund Wirtschaft und Energie mit 1,8 Millionen Euro gefördert, davon über 1,1 Millionen Euro allein für den Forschungsstandort Ilmenau. Das Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz unter-stützt zudem die Hochschule Nordhausen und das Thüringer Erneuerbare Energien Netzwerk e. V. (ThEEN) als Verbundpart-ner des Projektes mit über einer Million Euro. Dazu erklärt Umweltministerin Anja Siegesmund: „Mit ZO.RRO wird das Land Thüringen zu einem Vorreiter der Ener-giewende. Hier entsteht ein Netzwerk für Nullemission und das Modell für ein siche-res, kostengünstiges und klimaneutrales Energieversorgungssystem.“ Thüringen eignet sich besonders, weil es in Bezug auf seine Energie-versorgung, seine Wirtschaftsstruktur und die politischen Rahmenbe-dingungen im Vergleich zu anderen Bundesländern hervorsticht. I Prof. Dirk Westermann, TU Ilmenau Das Projekt ZO.RRO stellt sich mit seiner Ausrichtung und Zielsetzung den zentralen Herausforderungen der Energiewende. Thüringen hat dabei die Chance, sich als intelligentes grünes Kraftwerk der Zukunft zu profilieren. I Ministerpräsident Bodo Ramelow


UNI_02_2019_Web
To see the actual publication please follow the link above