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UNIFORSCHUNG Forschergruppe SONARO Roboter lernen zuzupacken Die TU Ilmenau erforscht Techniken, mit denen Roboter in die Lage versetzt werden, Gegenstände von Menschen entgegenzunehmen und ihnen zu übergeben. Eine Forschergruppe wird Assistenzroboter so für Tätigkeiten in der Industrie 4.0 und im Gesundheitswesen fit machen. UNI 2 I 2019 31 | In der „Smart Health“, der intelligenten Gesundheitsversorgung, bei der innovative, digitale Technologien helfen, Prozesse und Ab-läufe zu verbessern, werden für Mensch-Maschine-Interaktionen zunehmend intelligente, interaktive Systeme eingesetzt. So un-terstützen SONARO im Gesundheitswesen bereits heute Assistenzroboter das Pflegepersonal. In Zukunft sollen sie zum Beispiel Patienten Medikamente reichen oder Gegenstände entgegennehmen können. Auch die moderne Industrie 4.0 benötigt Roboter, die in der Lage sind, intelligente Handlangertätigkeiten zu verrichten. In der industriellen Fertigung, der Montage und im Handwerk sollen Menschen und Assistenzroboter der jeweiligen Situation entsprechend kooperativ und hocheffizient Hand in Hand zu-sammenarbeiten. Die Forschergruppe SONARO (Smarte Objektübernahme und -übergabe für die nutzerzentrierte mobile Assistenzrobotik) wird in der Mensch-Roboter-Zusammenarbeit neuartige Methoden zur smarten Objektübergabe und -übernahme erforschen, die deutlich über den derzeitigen Stand interaktiver Assistenzrobotik hinausgehen. Die Techniken werden es Assistenzrobotern bei ihrer Interaktion mit Menschen ermöglichen, ihre Handlungen situativ an die Person und deren momentane Tätigkeit anzupassen. Neue Methoden für die Mensch-Maschine-Interaktion So muss der Roboter, wenn er von einem Menschen ein Objekt entgegennehmen möchte, dessen Haltepose und die Greifposi-tion der Hand erkennen können, um den Gegenstand nicht nur sicher greifen zu können, sondern dabei auch den Menschen nicht zu gefährden. Anschließend muss er in der Lage sein, das übernommene Objekt eigenständig und sicher zu einer weiteren Person zu transportieren und es ihr zu übergeben, ohne sie zu gefährden. Für die Wissenschaftler und Ingenieure der Forscher-gruppe bedeutet dies, dass sie Methoden entwickeln müssen, um den gemeinsamen Interaktionsraum von Mensch und Roboter und deren jeweiligen Aktivitäten kontaktlos überwachen und analysieren zu können. Die Forschergruppe SONARO wurde vom Thüringer Zentrum für Maschinenbau ins Leben gerufen, das an der TU Ilmenau angesiedelt ist. Sie besteht aus vier Partnern: den Fachgebieten „Neuroinformatik und Kognitive Robotik“ und „Qualitätssiche-rung und Industrielle Bildverarbeitung“ der TU Ilmenau, dem Fachgebiet „Eingebettete Diagnosesysteme“ der Hochschule Schmalkalden und der Gesellschaft für Fertigungstechnik und Entwicklung Schmalkalden. Koordiniert wird die Forschergrup-pe von Professor Horst-Michael Groß, Leiter des Fachgebietes Neuroinformatik und Kognitive Robotik. Darüber hinaus sind am SONARO-Projekt namhafte Unternehmen über einen Beirat betei-ligt: das Honda Research Institute Europe, die Metralabs GmbH Ilmenau, die Vision & Control GmbH Suhl, die Hörisch Präzision GmbH Apolda, FerMeTh, das Cluster für Fertigungstechnik und Metallbearbeitung Thüringen, die Götting KG Lehrte und die SCS Robotik UG Schmalkalden. Die Forschergruppe wird vom Thüringer Wissenschaftsministerium und der Thüringer Aufbaubank mit Mitteln des Europäischen So-zialfonds (ESF) in Höhe von 700.000 Euro für drei Jahre gefördert. Roboter sollen lernen, Gegenstände von Menschen entgegenzunehmen und ihnen zu übergeben. Vertreter der drei beteiligten Forschungseinrichtungen, des Un-ternehmensbeirates und der Thüringer Aufbaubank trafen sich am 10. Mai zum offiziellen Start des Projekts an der TU Ilmenau.


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