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„Wir unterstützen die Unternehmen, durch Vernetzung und Digitalisierung agil zu werden.“ PROF. JEAN PIERRE BERGMANN | TU ILMENAU zu werden“, erläutert Professor Jean Pi-erre Bergmann, Leiter des Fachgebietes Fertigungstechnik der TU Ilmenau und Koordinator des Ilmenauer Kompetenzzen-trums. „Das heißt, dass Unternehmen nicht starr, sondern in Netzwerken agieren und sich in Abhängigkeit ihrer Auslastung, des technologischen Standes im Unternehmen etc. gegenseitig unterstützen. Wir verfol-gen also den Ansatz einer kooperativen Wertschöpfung“, so Professor Bergmann. „Agile Unternehmensverbunde, die sich schnell anpassen können, ermöglichen es, Lieferzeiten einzuhalten und Kosten zu minimieren. Sie können sich am Markt viel besser behaupten als ein einzelnes Unternehmen.“ Dank der Förderung können die Kompe-tenzzentren unabhängig und anbieter-neutral informieren und alle Angebote kostenfrei bereitstellen. Dadurch soll die Wettbewerbsfähigkeit und Innovations-kraft des Mittelstands gestärkt werden. | 18 UNI 2 I 2019 In fünf Schritten zur Digitalisierung Der Weg zum Digitalisierungsprojekt mit dem Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Ilmenau läuft in fünf Schritten ab: Der erste Schritt ist ein Informationsgespräch zwischen dem Unternehmen und dem Kompetenzzentrum. Hier wird bespro-chen, was sich das Unternehmen wünscht und was das Zentrum leisten kann. Im zweiten Schritt wird geprüft, was es im Unternehmen genau braucht. Geht es um effizientere Arbeitsabläufe? Oder um eine digitale Strategie? Soll neue Technik wie zum Beispiel der 3D-Druck eingebunden werden oder sollen alte Maschinen für die Digitalisierung aufgerüstet werden? Wenn das geklärt ist, folgt der dritte Schritt. Hier besuchen Mitarbeiter des Kompetenzzen-trums das Unternehmen vor Ort. Jetzt kann eine Bestandsaufnahme gemacht und ge-prüft werden, was schon im Unternehmen vorhanden ist und was benötigt wird. Dann kommt das Umsetzungsprojekt. Jetzt wird Hand angelegt: die Experten des Kompe-tenzzentrums entwickeln gemeinsam mit UNITITEL dem Unternehmen digitale Lösungen. Diese werden dann im Unternehmen umgesetzt. Im letzten Schritt werden die Ergebnisse evaluiert und durch Veröffentlichungen für andere Unternehmen bereitgestellt. Oft sind es schon kleine Lösungen, die das Unternehmen effektiv weiterbringen kön-nen. Das erstaune die Firmen am meisten, so Dr. Mauricio Matthesius, Geschäftsführer des Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrums Ilmenau. „Die Vorstellung der Unternehmen zu Kosten und Aufwand für die Digitalisie-rung sind oft die größten Hindernisse.“ Für ihn ist deshalb klar: Digitalisierung beginnt im Kopf. Aber: Digitalisierung bedeutet für jedes Unternehmen und für jeden Handwer-ker etwas Anderes. Daher gehören zum Mit-telstand 4.0-Kompetenzzentrum Ilmenau fünf Modellfabriken mit unterschiedlichen Schwerpunkten, die verschiedene Richtun-gen der Digitalisierung aufzeigen. Technologien anschauen und anfassen: Modellfabriken in ganz Thüringen Das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Ilmenau und die Modellfabrik Vernetzung sind an der TU Ilmenau angegliedert. Vier Partner in ganz Thüringen beherbergen weitere Modellfabriken: die Ernst-Abbe- Hochschule Jena, das Institut für Mikro-elektronik- und Mechatronik-Systeme (IMMS) Ilmenau, die Gesellschaft für Fer-tigungstechnik und Entwicklung Schmal-kalden e.V. und der Förderverein für Anwen-dung und Bildung auf dem Gebiet Industrie 4.0 (Fab-i 4.0 e.V.) in Oberspier bei Son-dershausen. Durch diese Partnerschaften sind die Modellfabriken in ganz Thüringen verteilt und können Unternehmen in vielen Regionen ansprechen. Die Koordination und das Marketing erfolgen in der Geschäfts-stelle an der TU Ilmenau, hier laufen die Fäden dann also wieder zusammen. Der Transfer von Forschungsergebnissen in die Praxis ist ein wichtiger Teil der Arbeit.


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