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UNIPOLITIK Gleichstellung an der TU Ilmenau Frauen fördern und gewinnen Geichstellung ist besonders an einer Technischen Universität wie der TU Il-menau ein wichtiges Thema. Das Credo der Universität ist die gezielte Förderung von Frauen in Bereichen, in denen sie unterrepräsentiert sind. Das beinhaltet die Beachtung des Gender Mainstreaming. Um mehr Frauen für ein Studium oder eine wissenschaftliche Laufbahn an der TU Ilmenau zu gewinnen, unternimmt die Universität zahlreiche Aktivitäten, um den MINT-Bereich für Frauen attraktiv zu gestalten und den Frauenanteil langfristig zu erhöhen. | 12 UNI 2 I 2019 vom Gleichstellungsrat mit insgesamt neun Vertreterinnen aus den fünf Fakultäten, zentralen Einrichtungen und der Verwal-tung sowie drei Vertreterinnen aus der Studierendenschaft. Professorinnen gewinnen Neben zahleichen Veranstaltungen für Schülerinnen und junge Frauen zur Mo-tivation für MINT-Studiengänge liegt ein Fokus der Gleichstellungsarbeit darauf, mehr Professorinnen auf regulär ausge-schriebene Stellen an die Universität zu bringen. Der Gleichstellungsrat arbeitet deshalb in allen Berufungsverfahren mit. Dazu gibt es aktuell ein Programm des Bundes, das Professorinnenprogramm, das sich bereits in der dritten Ausschrei-bungsrunde befindet und in dem sich die Universität beworben hat. Im Falle einer Förderung würde die TU Ilmenau zusätzli-che Gelder zur Förderung und Umsetzung von Gleichstellungsmaßnahmen erhalten. Um potenzielle Kandidatinnen von der Universität zu überzeugen, wird an der TU Ilmenau nicht zuletzt der Double- Career-Aspekt berücksichtigt. Professorin Rädlein: „Dies bedeutet, dass bei der Be-rufung von Frauen auf Professuren auch versucht wird, den Lebensmittelpunkt der Familie der Frauen nach Ilmenau zu bringen. Das heißt, dass auch dem Partner Stellen angeboten werden, die dessen beruflichem Werdegang entsprechen.“ Breite Fördermöglichkeiten Zu den breiten Fördermöglichkeiten für Frauen im MINT-Bereich gehören auch Promotionsabschlussstipendien, die Über-nahme von Kongressreisekosten und die die Unterstützung von Weiterbildungs-maßnahmen. In Kooperation mit der Ko-ordinierungsstelle Naturwissenschaft und Technik (ThüKo NWT) werden darüber hinaus Veranstaltungen zur Studienori-entierung für Schülerinnen organisiert. Die ThüKo NWT ist seit 1997 aktiv und arbeitet daran, das wissenschaftliche Umfeld von Frauen auszubauen und mehr Frauen für den MINT-Bereich zu be-geistern. Natürlich werden Männer auch gleichberechtigt, zum Beispiel mit einer Aktion am internationalen Männertag. Auch das Thüringer Kompetenznetzwerk Gleichstellung (TKG), das sich für die Chancengleichheit an Thüringer Hoch-schulen einsetzt, bringt sich mit seinen Aktivitäten und Veranstaltungen wie beispielsweise der Kurzfilmnacht anläss-lich des Diversity-Tags am 28. Mai 2019 ein. In Kooperation mit dem Hochschul-filmclub, der Campus-Familie und der Schwerbehindertenvertretung wurden im barrierefreien Audimax sechs Filme zum Thema „Diversity“ gezeigt. Erfolgreiche Arbeit weiterführen Für ihre vielfältigen Anstrengungen im Bereich Chancengleichheit und Diversität erhielt die TU Ilmenau 2019 zum fünften Mal in Folge das TOTAL E-QUALITY-Prä-dikat für Chancengleichheit und Vielfalt. Für die Gleichstellungsbeauftragte Edda Rädlein, die erst 2018 in ihrer Funktion bestätigt und für drei weitere Jahre ge-wählt wurde, Beleg für eine langjährige erfolgreiche Gleichstellungsarbeit an der TU Ilmenau. Dennoch gibt es für sie nach wie vor noch viel zu tun. Ihre Vision für Frauen in MINT-Bereichen: „Zukünftig sollten sich Frauen nicht mehr rechtfer-tigen müssen, dass sie im technischen Bereich tätig sind. Wir versuchen die typi-schen Automatismen, die auch selbst bei Frauen noch verankert sind, zu beseitigen. Trotz der vielen Einflüsse, die auch zum Teil medial erfolgen, sollten sich Frauen diesen Vorurteilen stellen und selbstbe-wusster in technischen Bereichen auftre-ten. Das Gleichstellungsbüro, die ThüKo NWT und auch das TKG möchten Frauen in ihren Tätigkeiten fördern. Frauen ge-ben der Technik eine neue Perspektive und sollten demnach auch als Vorbilder gesehen werden.“ I Ariane Gomer Die Gleichstellungsbeauftragte Professorin Edda Rädlein mit ihrer Referentin Nadine Heuchling und der an der TU Ilmenau ansässigen Mitarbeiterin des Thüringer Kompetenznetzwerks Gleichstellung, Dr. Kristin Probstmeyer (v.l.n.r.). Siehe auch unsere Umfrage „Frauen in Technikdisziplinen: Was sind deine Erfahrungen?“ auf den Seiten 24 und 25 Die Gleichstellungsbeauftragte als Ansprechpartnerin Für die Gewährleistung der Chancengleich-heit ist die Gleichstellungsbeauftragte Professorin Edda Rädlein verantwortlich. Die Leiterin des Fachgebietes Anorganisch-nichtmetallische Werkstoffe leitet zusam-men mit ihrer Referentin Nadine Heuchling das Gleichstellungsbüro und berät die Hochschule und ihre Mitglieder in Fragen zum Thema Gleichstellung. Das Beratungs-spektrum reicht von allgemeinen sozialen Fragen über Weiterbildungsmöglichkeiten und Teilzeitbeschäftigung für Frauen bis hin zu sexueller Diskriminierung. Unter-stützt wird die Gleichstellungsbeauftragte


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