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UNI_02_2016

Exzellente Forschungsbedingungen Neue Laborräume für die Energietechnik Der Umbau des Kopfbaus der Maschinenhalle für Elektrotechnik zu Laborräumen des Zentrums für Energietechnik im fakultätsübergreifenden Institut für Energie-, Antriebs- und Umweltsystemtechnik (IEAU) ist abgeschlossen. Auf einer Gesamtfläche von 300 Quadratmetern sind drei neue Labore insbesondere für die Forschung auf den Gebieten Hochspannungstechnik und Leistungselektronik entstanden. In einem der neuen Räume wurde ein neues Großgerät untergebracht: ein Hochspannungs-Baukastensystem, mit dem unterschiedlichste Spannungsformen erzeugt werden können. Es soll vor allem für Forschungsarbeiten zur Optimierung der elektrischen Isolation von technischen Anlagen moderner Energieversorgungsnetze genutzt werden. Dieses Forschungsthema gewinnt mit den enorm gestiegenen Anforderungen an die Leistung von Stromnetzen und ihrer elektronischen Komponenten immer mehr an Bedeutung. Für die Arbeit mit dem Großgerät wurde ein besonders abgeschirmter und mit eigener Messerde versehener Raum geschaffen. In anderen Räumen wurde ein Mittelspannungsversuchsnetz eingerichtet, mit dem der Anschluss regenerativer Energiequellen an Mittelspannungsnetze und der Betrieb dezentraler Energieversorgungsnetze untersucht werden können. Dazu sind die neuen Labore unter anderem mit der Photovoltaik Versuchsanlage OPAL auf dem Campus der Universität gekoppelt, deren Messdaten ausgewertet werden. Aber auch andere Netze und Insellösungen können in unterschiedlichsten Variationen abgebildet werden. Darüber hinaus sind die mit umfangreicher Messtechnik ausgestatteten Labore mit der Maschinenhalle und damit dem experimentellen Herzstück der | 6 UNI I 02 I 2016 Leistungselektronikforschung verbunden. Ein Lastenaufzug mit einer Traglast bis zu einer Tonne ermöglicht den Transport auch schwerer Bauteile und Komponenten für unterschiedlichste Messaufgaben von der Halle in den Kopfbau. Die Laboreinrichtungen und baulichen Maßnahmen wurden mit insgesamt 1,5 Millionen Euro gefördert. Davon finanzierten die Deutsche Forschungsgemeinschaft und der Freistaat Thüringen 400.000 Euro für die geräte- und messtechnische Ausrüstung. Rund eine Million Euro flossen aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) in den Umbau der ehemaligen Betriebsräume. „Ich freue mich, dass es mit diesen erheblichen Sanierungen gelungen ist, die Bedingungen für die Forschungsarbeit in unserem Schwerpunktbereich Energietechnik an der TU Ilmenau weiter deutlich zu verbessern“, betonte Rektor Professor Peter Scharff anlässlich der Eröffnung der neuen Labore am 16. März. Die Versorgung mit elektrischer Energie gehöre zu den bedeutendsten Menschheitsthemen und damit Zukunftsaufgaben für Forschung und Entwicklung. Die TU Ilmenau sei auf diesem Feld bereits breit aufgestellt. „Wir bilden die gesamte Kette der Energieforschung von der Grundlagenforschung bis zur Anwendung ab und entwickeln damit konkrete Lösungen für Fragestellungen der Energieversorgung der Zukunft“, so der Rektor. Notwendig dafür sei aber auch eine moderne technologische Ausstattung – für eine aktuelle Forschung ebenso wie für eine attraktive Lehre und um junge Menschen für ein Studium der Elektrotechnik zu gewinnen. Auch Institutsdirektor Professor Michael Rock zeigte sich über die neue Ausstattung im Zentrum für Energietechnik, der technologischen Plattform des IEAU, sehr erfreut. „Allen Initiatoren, Förderern und den an der Realisierung der umfangreichen Maßnahmen Beteiligten gilt dafür Dank und Anerkennung.“ Neben den Planern, Bauunternehmen und Verantwortlichen des Dezernates für Gebäude und Technik hatte die Forschergruppe Hochspannungstechnologien als Hauptnutzer der Einrichtung großen Anteil an der Realisierung des Vorhabens. Die Wissenschaftler um Forschungsgruppenleiter Dr. Carsten Leu hatten das Konzept für die Labore und Anlagen entworfen und während des Baus im täglichen Dialog mit den Bauleuten umgesetzt. „Das war ein Kraftakt, der umso mehr zu würdigen ist, da die Mitarbeiter ausschließlich über Drittmittel finanziert sind“, lobte Dr. Leu das Engagement seines Teams. „Aber es hat sich gelohnt, wir haben nunmehr exzellente Voraussetzungen für die Forschungsarbeit.“ UNIPOLITIK


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