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UNI_02_2016

UNIPORTRÄT UNI I 02 I 2016 49 | Wahlfächer aus angrenzenden technischen Studiengängen, insbesondere den Werkstoffwissenschaften. Weitere Bestandteile des Studienplans sind wie in jedem Ilmenauer Studiengang Praktika und eine Projektarbeit, bevor abschließend die Masterarbeit angefertigt wird. Dass es diesen deutschlandweit einzigartigen Studiengang heute gibt, ist neben der Universität auch den Unternehmen der Oberflächentechnikbranche selbst zu verdanken. Um den Kontakt zwischen Forschung und Industrie zu stärken und den dringend benötigten Fachkräftenachwuchs heranzubilden, stiftete der Zentralverband Oberflächentechnik (ZVO) im Jahr 2010 die Professur Elektrochemie und Galvanotechnik an der TU Ilmenau. Erstmalig in Deutschland wurde damit eine Stiftungsprofessur durch eine ganze mittelständische Wirtschaftsbranche eingerichtet. Dass die Wahl dabei auf die TU Ilmenau fiel, war kein Zufall: Hier existiert eine lange Tradition auf dem Gebiet der Elektrochemie und Galvanotechnik und mit der Stiftungsprofessur wurde der Fortbestand des gleichnamigen Fachgebietes als eines von nur ganz wenigen seiner Art gesichert. Neben der Fortsetzung der erfolgreichen Forschungsarbeit gelang so auch die Einrichtung des Masterstudienganges Elektrochemie und Galvanotechnik, mit dem erstmals die Lücke der akademischen Ausbildung für diesen Bereich geschlossen werden konnte. Die Professur wurde nach Ablauf der fünfjährigen Stiftungsphase im vergangenen Jahr in den Haushalt der TU Ilmenau überführt und damit die Lehre und Forschung auf diesem Alleinstellungsgebiet der TU Ilmenau langfristig verstetigt. Fachgebietsleiter Professor Andreas Bund freut sich inzwischen über die ersten Absolventen, die in die Praxis entlassen werden konnten: „Unsere Absolventen finden mit ihrem Abschluss exzellente Berufschancen in vielfältigen Industriezweigen vor. Typische Einsatzfelder sind die Entwicklung und Optimierung leistungsfähiger Beschichtungstechnologien, die Erforschung von verbesserten Korrosions- und Verschleißschutzschichten und von innovativen Energiespeichertechnologien. Diese Bereiche sind in unterschiedlichsten Branchen zu finden, vom Maschinen- und Anlagenbau über Automobil- und Medizintechnik bis zur Energieversorgung.“ Auch Steffen Zschintzsch konnte bei seiner beruflichen Entwicklung von seinem Studium in Ilmenau sehr profitieren. Seit 2012 bei der Atotech Deutschland GmbH in Leipzig als Spezialist für Kunststoffvorbehandlung und dekoratives Beschichten im deutschen Außendienst tätig, ist er mit seinem Masterabschluss mehr denn je ein gefragter Experte und konnte seine Einsatzfelder deutlich ausbauen. Atotech, ein führender Anbieter von Produktionssystemen in Bereich dekorativer und funktionaler Oberflächenbeschichtung sowie Halbleiter- und Leiterplattenherstellung, beschäftigt 4000 Mitarbeiter in 40 Ländern. Von dem Wissen und der Erfahrung, über die Steffen Zschintzsch heute verfügt, profitieren das Unternehmen und seine Kunden in ganz Deutschland. Der Verantwortungsbereich von Steffen Zschintzsch umfasst heute die ganze Bandbreite von der Optimierung von Prozessen über die Lösung technischer Probleme bis hin zur Etablierung innovativer Verfahren auf dem Markt. Das Studium ist auf Vollzeit ausgelegt, und Steffen Zschintzsch wurde von seiner Firma bei seinem Wunsch, das Masterstudium in Ilmenau zu absolvieren, gefördert und unterstützt. Mit Blick auf den hohen Fachkräftebedarf seiner Branche würde er sich zusätzlich ein berufsbegleitendes Studienangebot wünschen, um die Ausbildung auch für Praktiker stärker zu öffnen. Denn auf die Frage nach seinem Fazit seines Masterstudiums gibt es für ihn nur eine Antwort: „Das ist der beste Abschluss für unsere Branche. Alle, die dieses Studium absolvieren, haben eine ausgezeichnete Wahl getroffen und werden mit Sicherheit auf dem Arbeitsmarkt sehr gefragt sein.“ Fotos: Atotech Deutschland GmbH Steffen Zschintzsch ist einer der ersten Absolventen des Masterstudienganges Elektrochemie und Galvanotechnik. Der 30-jährige ist Außendiensttechniker bei der Atotech Deutschland GmbH. Seine Aufgaben reichen von der Prozessoptimierung über die Lösung technischer Probleme bis zur Einführung neuer Verfahren. Steffen Zschintzsch lebt mit seiner Frau und seiner Tochter in Leipzig. In seiner Freizeit mag er Tanzen und Fußball.


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