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UNIFORSCHUNG Seit über drei Jahren arbeitet das junge Forscherteam um den Informationstechniker Dr. Jürgen Sachs an zwei Zielen: an einem Flüssigkeitssensor und der Gründung eines Unternehmens, das die Sensortechnologie weiterentwickeln und vermarkten soll. Das erste ILMSENS-Produkt ist ein innovativer Sensor, der in der Lage ist, die Qualitätsparameter unterschiedlichster Flüssigkeiten in Echtzeit zu analysieren. Erste in großem Maßstab untersuchte Flüssigkeit: Milch. Mit dem Sensor „m:liquid“ ist es erstmals möglich, die Milchqualität unmittelbar beim Viehhalter noch während des Melkens in Echtzeit zu prüfen. Dabei umfasst die Messung alle wichtigen Parameter wie z. B. den Eiweiß-, Fett- und Laktoseanteil. So sichert der neue Sensor eine kontinuierliche | 38 UNI I 02 I 2016 Neues Gesicht im Gründerservice der TU Ilmenau Seit Februar 2016 unterstützt Jan Radicke (M.A.) den Gründerservice im Referat Forschungsservice und Technologietransfer. Sein Anliegen ist es, das Thema gründerfreundliche Universität weiter voran zu treiben, für das Thema Unternehmensgründung zu sensibilisieren und Gründungsinteressierten von der ersten Idee an als Ansprechpartner zur Verfügung zu stehen. Jan Radicke betreute bereits 2014 und 2015 die im Auftrag des Ilm-Kreises von der TU Ilmenau angefertigte Studie zum Gründungsgeschehen in der TECHNOLOGIE REGION ILMENAU ARNSTADT. Er ist seit dieser Zeit in der regionalen Gründerlandschaft gut vernetzt und wird an der Umsetzung der Projektergebnisse mitwirken. Zu erreichen ist Jan Radicke im auftakt-Büro im Technologie und Gründerzentrum in der Ehrenbergstraße unter Telefon 03677 668- 219 oder per E-Mail an jan. radicke@tu-ilmenau.de/ jan.radicke@auftakt.org. Vom Projekt zur Ausgründung Was als Studentenprojekt an der TU Ilmenau begann, mündete nun in einem Unternehmen. Am 4. Mai starteten fünf junge Gründer das Sensortechnologie- Start-up ILMSENS GmbH mit Sitz im Technologie- und Gründerzentrum Ilmenau. Qualitätskontrolle des Grundnahrungsmittels Milch. Von den Ergebnissen der Messung können außerdem Rückschlüsse auf die Qualität der eingesetzten Futtermittel gezogen und so die Gesundheit der Kühe verbessert werden. Beim Sprung in die Selbstständigkeit wurde das Team um Geschäftsführer Hans- Christian Fritsch (2. v. r.) von auftakt.Das Gründerforum Ilmenau in allen Belangen rund um die Unternehmensgründung unterstützt. Auch die noch laufende zweijährige 800.000-Euro-Förderung im Rahmen des EXIST-Forschungstransferprogramms des Bundeswirtschaftsministeriums war für die fünf jungen Gründer enorm wichtig. Mit dem Programm unterstützt der Bund „herausragende forschungsbasierte Gründungsvorhaben, die mit aufwändigen und risikoreichen Entwicklungsarbeiten verbunden sind.“ Erforscht und entwickelt wurde die Technologie, aus der m:liquid entstanden ist, an der TU Ilmenau. Vier der fünf ILMSENS-Gründer haben an der Universität studiert. Dabei ist die Technologie eine so genannte Plattform-Technologie und damit so vielseitig, dass sich darauf zahlreiche, sehr unterschiedliche Produkte aufbauen lassen. So werden bzw. wurden auf Basis derselben Technologie eine Vielzahl an Forschungsprojekten durchgeführt – von der Messung der Feuchtigkeit in Deichen über das Aufspüren von Minen bis zur Brustkrebs-Detektion. Der m:liquid-Flüssigkeitssensor wurde im vergangenen Jahr bereits vom Life Science- Gründernetzwerk „Science- 4Life“ mit einem Preis ausgezeichnet. Derzeit wird die neue Technologie drei Monate lang in einem Versuchsstall der Bundesforschungsanstalt für Tiergesundheit in Braunschweig getestet. Die Tests werden den ILMSENS-Wissenschaftlern wichtige Ergebnisse zur Weiterentwicklung des Sensors liefern. Das Gründerteam mit seinem Mentor Dr. Jürgen Sachs (rechts), dem Rektor Prof. Peter Scharff (links) und dem Thüringer Wissenschaftsminister Wolfgang Tiefensee (2. v. l.) bei der Eröffnung des Unternehmens im Technologie- und Gründerzentrum Ilmenau. Foto: Marco Frezzella Foto: autakt.


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