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UNI_02_2016

UNIFUONRISFCOHRUSNCHGUNG Datenmanagement der Zukunft UNI I 02 I 2016 35 | Datenbanksysteme haben sich in den letzten 30 Jahren zu einem Milliardenmarkt entwickelt und bilden heute das Herzstück nahezu aller IT-Systeme in Unternehmen. Aktuelle Trends wie Big Data, das Internet der Dinge, Industrie 4.0 oder auch e-Sciences stellen jedoch neue Herausforderungen, die adressiert werden müssen. Ziel des Vorhabens „Skalierbares Datenmanagement für zukünftige Hardware“ ist es daher, die Möglichkeiten aktueller und zu erwartender Entwicklungen im Hardwarebereich zur Erfüllung dieser Anforderungen nutzbar zu machen und damit völlig neue Anwendungen zu ermöglichen. So sollen unter anderem Verfahren für Mehrkern- und Spezialprozessoren, für superschnelle Kommunikationsmedien und neuartige Speichertechnologien zum Umgang mit großen und komplexen Datenmengen wie Graphen und Matrizen erforscht werden. Dazu müssen komplexe Fragestellungen an den Schnittstellen von Datenbanksystemen, Betriebssystemen, verteilten Systemen, Algorithmik und Rechnerarchitekturen gelöst werden. „Dafür ist eine breit angelegte, interdisziplinäre Forschung notwendig“, so der Koordinator des Gesamtvorhabens, Professor Kai-Uwe Sattler von der TU Ilmenau. „Die Förderung der DFG macht es nun möglich, die Forschungsaktivitäten auf diesen Gebieten bundesweit zu bündeln und eine entsprechend große Anzahl an Projekten zu bearbeiten.“ In rund einem Dutzend Einzelprojekten wollen die Wissenschaftler innovative, variable Datenmanagementlösungen für Datenbanksysteme der Zukunft entwickeln. Auch der Rektor Professor Peter Scharff zeigt sich über die erfolgreiche Einwerbung des SPP und dessen Leitung durch die TU Ilmenau sehr erfreut: „Die Reputation, die die Universität auf diesem bedeutendem Wissenschaftsgebiet genießt, wird durch die Auswahl als Koordinator dieses Großformats unterstrichen. Darauf sind wir sehr stolz. Ich gratuliere Kollegen Sattler ganz herzlich zu diesem herausragenden Erfolg und wünsche ihm, seinem gesamten Team und allen Partnern einen guten Start des Programms und eine fruchtbare, erfolgreiche Zusammenarbeit.“ Das Schwerpunktprogramm startete im Mai mit der Ausschreibung für die Einzel- projekte, die Anfang 2017 in einem DFGPlenum begutachtet werden. Die eigentlichen Forschungsarbeiten sollen dann im Frühjahr 2017 beginnen und werden durch Kolloquien, Summer Schools und virtuelle Doktorandenseminare begleitet. Die Initiatoren werden darüber hinaus von einem internationalen Advisory Board mit namhaften Experten aus Wissenschaft und der Industrie (u. a. SAP und HP) unterstützt. So soll sichergestellt werden, dass die Ergebnisse nicht nur wissenschaftlich relevant sind, sondern auch deutschen bzw. internationalen Unternehmen und Startups wertvolle Impulse liefern. TU Ilmenau koordiniert DFG-Schwerpunktprogramm Fotos (v.l.n.r.): iStockphoto.com/amoklv/sashkinw/kynny Die TU Ilmenau leitet ab 2017 das neu eingerichtete DFG-Schwerpunktprogramm „Skalierbares Datenmanagement für zukünftige Hardware“. Prof. Kai-Uwe Sattler von der Fakultät Informatik und Automatisierung wird das bundesweit angelegte Vorhaben koordinieren. Er wird unterstützt von Prof. Alfons Kemper und Prof. Thomas Neumann von der TU München sowie von Prof. Jens Teubner von der TU Dortmund. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert das Schwerpunktprogramm (SPP) über die Laufzeit von sechs Jahren mit insgesamt sieben Millionen Euro. DFG-Schwerpunktprogramme sind koordinierte, überregionale Forschungsprogramme, die für die Dauer von sechs Jahren eingerichtet werden und durch fach- und ortsübergreifende Zusammenarbeit zu Themen mit hoher Originalität spürbare Impulse zur Weiterentwicklung eines Wissenschaftsgebietes liefern sollen. Der Leiter des Ilmenauer Fachgebietes Datenbanken und Informationssysteme, Prof. Kai-Uwe Sattler, koordiniert das Gesamtvorhaben. Foto: Ingo Herzog


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