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UNI_02_2016

UNITITEL Weniger Studienabbrüche und bessere Noten In den bisherigen Modellgruppen ist eine auf 25 bis 30 Prozent gesunkene Abbruchquote zu verzeichnen. Wichtig ist, dass die Entscheidung, einen anderen Bildungsweg zu gehen, frühzeitig erfolgt und dadurch sowohl Ressourcen bei den Studierenden als auch an der Universität anders genutzt werden können. Aus den begleitenden Beratungen der Studierenden in den Modellgruppen sind von den meisten die Beweggründe zur Beendigung des Studiums bekannt. Teilweise sind es Studiengangwechsel an der TU Ilmenau oder zu einer anderen Hochschule, manchmal ist es aber auch die Aufnahme einer Berufsausbildung oder Wiederaufnahme der Berufstätigkeit. Für die Gruppe der Studierenden, die nach längerer Berufstätigkeit in das Projekt eingestiegen sind, hat sich gezeigt, dass ihnen ein anderer Ansatz der Lehre besser helfen würde als der im Rahmen des Projektes verfolgte – sie bräuchten mehr Theorieauffrischung statt erweiterter Praxisanteile. | 22 UNI I 02 I 2016 Im überwiegenden Teil der Prüfungen des Grundlagenstudiums schnitten die Studierenden der BASIC eine halbe bis ganze Note besser ab als in den Vergleichsgruppen. Auch die Quote nicht bestandener Prüfungen ist geringer. Der Projektrahmen bietet die Möglichkeit, die Studierenden intensiv in die Entwicklung von Lehrangeboten einzubeziehen. Konstruktives Feedback und die aktive Mitwirkung bei der Umsetzung und Weiterentwicklung der Lehrangebote, zum Beispiel im Rahmen von HiWi-Tätigkeiten für nachfolgende Studiengänge, haben entscheidend zum aktuellen Entwicklungsstand beigetragen. Sie verdeutlichen die Potenziale der engen Einbindung der Studierenden in die Gestaltung der universitären Lehrangebote. Folgeprojekt BASIC 2 ab 2017 Noch ist nicht geklärt, welche der im Projekt angewendeten Maßnahmen letztendlich entscheidend zu den dargestellten positiven Ergebnissen beiträgt. Ist es das Praxisprojekt, wie die meisten vermuten? Sind es die besonders engagierten Lehrkräfte, die festen Seminargruppen, Lehrräume und Stundenpläne, die Kompetenzmessung/-begleitung und Betreuung der Studierenden? Oder spielt doch der „Auserwähltenfaktor“ eine entscheidende Rolle sowie der Umstand, dass in den BASIC-Gruppen nur Studierende sind, die sich im Vorfeld ihres Studiums intensiv mit der TU Ilmenau und ihrem Studienangebot beschäftigt haben? Die Frage, ob sich die eine oder andere Maßnahme besonders positiv ausgewirkt hat, ist noch nicht zufriedenstellend zu beantworten – die Beantwortung wäre aber im Hinblick auf eine Verstetigung des Projektes sehr wichtig. Vermutet wird, dass ein wichtiger Erfolgsfaktor die passfähige Kombination und Flexibilität der einzelnen Elemente ist. Während sich einige Punkte mit relativ kleinem Aufwand umsetzen ließen (zum Beispiel Verzahnung von Lehrinhalten, Weiterbildung von Lehrkräften, stringentere Studienorganisation), erfordern andere eine höheren personellen (zum Beispiel Kompetenzmessung/-begleitung, Beratung) und investiven Aufwand (Werkstattkapazitäten). Bei der Beantwortung soll die wissenschaftliche Begleitforschung im Rahmen des Folgeprojektes helfen, das am 1. Januar 2017 startet. Das


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