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UNI_02_2016

IM INTERVIEW Fotos: ari (10), TU Ilmenau (2), Chris Liebold (1), Ingo Herzog (1) PROF. JÜRGEN PETZOLDT Prorektor für Bildung der TU Ilmenau Projektleiter BASIC/BASIC 2 UNI: Wie zufrieden sind Sie mit den Ergebnissen der ersten Förderphase? PROF. PETZOLDT: Die in der Basic Engineering School modellhaft umgesetzte Neugestaltung der Studieneingangsphase hat einen Großteil meiner Erwartungen erfüllt. Ob nun die Integration der praktischen Ausbildung oder die Verzahnung der Lehrinhalte des zu Grunde liegenden Gemeinsamen Ingenieurwissenschaftlichen Grundlagenstudiums – es zeigen sich in den Modellgruppen positive Ergebnisse, die uns bestärken, die getesteten Maßnahmen in das reguläre Ingenieurstudium zu integrieren. Daher bin ich mit dem bisher Erreichtem sehr zufrieden und danke allen, die dazu beigetragen haben. UNI: Warum ist gerade im Ingenieurstudium die Studieneingangsphase so kritisch? PROF. PETZOLDT: Die Hürde, die der Übergang zwischen Schule und Universität für viele Studienanfängerinnen und Studienanfänger darstellt, ist aus meiner Sicht größer geworden. Gerade im Ingenieurbereich gibt es keine praktischen Vorkenntnisse, das Berufsbild des Ingenieurs ist sehr verschwommen und so fehlt oft die Motivation, das anspruchsvolle, aber notwendige Grundlagenstudium zu meistern. Im Projekt haben wir deshalb versucht, zu einem frühen Zeitpunkt im Studium Theorie und Praxis zu koppeln und zu verdeutlichen, dass sie einander bedingen. Gerade auch die Teamarbeit bei der Erarbeitung des AMT fördert interdisziplinäre Kontakte und die Zusammenarbeit, die sowohl im weiteren Studium, aber besonders auch im späteren Arbeitsleben wichtig sind. UNI: Wie wichtig ist die Fortsetzung der Förderung und was ist die Zielstellung UNI I 02 I 2016 21 | für 2020? PROF. PETZOLDT: Wir waren sehr froh, als der Folgeantrag BASIC 2 genehmigt wurde und freuen uns über die Anerkennung, die die Gutachter damit unserer Arbeit ausgesprochen haben. Die Fortsetzung der Förderung erlaubt es uns jetzt, bis 2020 die Übertragung der Ergebnisse aus der Modellphase in die regulären ingenieurwissenschaftlichen Studiengänge vorzubereiten und möglichst auch schon durchzuführen. Dafür wird es eine Anpassung bzw. Adaption der Maßnahmen geben, da zum Beispiel der AMT in der momentanen Form für 60 Modellstudierende realisierbar, für 600 bis 800 Ingenieurstudierende aber unrealistisch ist. UNI: Welche Maßnahmen sind dabei konkret geplant? PROF. PETZOLDT: Wir wollen die sinnvollen und erfolgversprechenden Maßnahmen im Grundlagenbereich verstetigen. Die Einrichtung von Lehrgruppen, zum Beispiel Mathematik, Physik und Elektrotechnik, soll eine qualitativ hochwertige Lehre in den Grundlagenfächern absichern. Die praktischen Arbeiten und das praktische Erfahren sollen über eine stärkere Einbindung der vorhandenen Werkstätten geleistet werden. Eine weitere Option ist die Verlängerung des Semesters, um die praktischen Arbeiten zeitlich eintakten und abdecken zu können, dazu passen würde ein relativ fester Stundenplan. Momentan gibt es in BASIC einen Praxistag in der Woche und die restlichen vier Tage sind gut strukturiert und geplant. Weiterhin sollte es einen Seminargruppenbetreuer als Anlaufpunkt für die Studierenden bei organisatorischen und auch übergreifenden Fragen geben. Die Kompetenzmessung und -entwicklung kann ins Studium generale integriert werden. Hier steht die individuelle Begleitung und Förderung der An der Fräsmaschine fertigen die Studierenden Schlüsselkompetenzen der Studierenden im Mittelpunkt. Teile für den autonomen Miniaturtransporter an.


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