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UNI_02_2016

UNITITEL BASIC ENGINEERING SCHOOL UNI I 02 I 2016 17 | VON DER IDEE ZUM REGELSTUDIENBETRIEB Der Übergang von der Schule zur Universität ist ein wichtiger Meilenstein für den Studienerfolg. Er wird von den Studierenden als Einschnitt wahrgenommen, der von einer Reihe persönlicher Entscheidungen, einer Veränderung des Lebensumfeldes und der Herausforderung, neue eigene Strukturen aufzubauen, begleitet wird. Nicht alle Studierenden meistern diesen Übergang erfolgreich. Speziell in den ingenieurwissenschaftlichen Studiengängen der TU Ilmenau liegt die Abbruchquote zum Teil zwischen 40 und 50 Prozent. Auffällig dabei ist, dass der Abbruch oft erst in höheren Semestern erfolgt, die Weichen für ein erfolgreiches Studium aber in den ersten Semestern gestellt werden. Die Abbruchursachen liegen sowohl in den individuellen Voraussetzungen der Studierenden wie zum Beispiel den Studier- und Lernweisen als auch in den institutionellen Bedingungen an den jeweiligen Hochschulen. Ausschlaggebend für den Studienabbruch in den Ingenieurwissenschaften sind vor allem nicht bestandene Prüfungen im Grundstudium – dabei fühlt sich ein großer Teil der Studienabbrecher nicht ausreichend durch die Schule auf das Studium vorbereitet.1 Natürlich wurden diese Probleme auch an der TU Ilmenau wahrgenommen und intensiv diskutiert, besonders zwischen engagierten Lehrenden der am Gemeinsamen Ingenieurwissenschaftlichen Grundlagenstudium (GIG) beteiligten Fakultäten und dem Prorektor für Bildung, Professor Jürgen Petzoldt. Das führte zu ersten Ideen, die Studieneingangsphase in den beteiligten Studiengängen umzugestalten und einen Projektantrag innerhalb der Bundesinitiative „Studieren in Fernost“ zu stellen. Mit seiner Bewilligung startete dieses Vorläuferprojekt der Basic Engineering School zum Wintersemester 2011/12 mit einer ersten Modellgruppe mit 30 Studierenden der Fakultät für Maschinenbau. Förderprogramm für Lehrqualität Parallel dazu schrieb das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen der Initiative „Qualitätspakt Lehre“ (QPL) das „Programm für bessere Studienbedingungen und mehr Qualität in der Lehre“ aus. Auch an diesem Programm beteiligte sich die TU Ilmenau erfolgreich mit einem Antrag, der auf den ersten Erfahrungen des Vorläuferprojektes basierte. Das Projekt Basic Engineering School, kurz: BASIC, war dann auch die erste große Herausforderung für das 2011 neu gegründete Zentralinstitut für Bildung (ZIB) an der TU Ilmenau, an dem es angesiedelt ist. Es wird mit 4,2 Millionen Euro bis Ende 2016 durch das BMBF gefördert. Außerdem fließen in nicht unerheblichem Maße finanzielle Mittel des Thüringer Wissenschaftsministeriums in das Projekt. Damit erhielt die Lehre im Grundlagenbereich die schon lange geforderte Anerkennung und Aufwertung: Erstmals war es möglich, durch zusätzlich bereitgestellte Lehrkräfte zielgerichtet an der Umgestaltung von Lehre zu arbeiten. Geleitet wird das Projekt durch den Prorektor für Bildung. Beteiligt sind die Fakultäten für Elektrotechnik und Informationstechnik, für Informatik und Automatisierung, für Maschinenbau und für Mathematik und Naturwissenschaften, das Referat Marketing und die Stabsstelle Campus Familie. Neben der Bereitstellung der finanziellen Mittel für zusätzliche Lehrkräfte und sächliche Ausstattung im Grundlagenbereich werden Projektmittel auch für die Weiterbildung der Lehrenden, die Entwicklung neuer Evaluationsmaßnahmen, die Kompetenzmessung und -begleitung sowie für Marketing eingesetzt.


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