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UNIPORTRÄT Rund zwei Drittel aller Studierenden jobben, um ihren Lebensunterhalt ganz oder teilweise zu finanzieren. Auch an der TU Ilmenau gibt es viele Kommilitonen, die neben dem Studium arbeiten. Oft entscheiden sie sich dabei für Tätigkeiten, mit denen man nicht nur Geld verdienen, sondern auch wertvolle Erfahrungen für den späteren Beruf sammeln kann. UNI stellt vier von ihnen vor. UNI I 01 I 2016 53 | Schon vor Beginn seines Studiums an der TU Ilmenau hat Timotheus Fröbel (22) vor allem eines zum Arbeiten benötigt: seine Stimme. Nach dem Abitur absolviert der Thüringer aus Döschnitz ein Freiwilliges Soziales Jahr bei einem Bürgerradio und kann dort sogar eine eigene Musiksendung etablieren. Die zufällige Bekanntschaft mit einem ehemaligen Studenten führt ihn schließlich an die TU Ilmenau zum Studium der Angewandten Medien- und Kommunikationswissenschaft. Auch seinen Job bei der Eastern- Graphics GmbH verdankt er seinem ehrenamtlichen Engagement. Sein Video zu den Vorbereitungen der „Feel FREEdolin-Party“, des Sommerfestes der Bewohner der Studentenwohnanlage „Am Fridolin“, fiel einem Mitarbeiter aus dem Bereich Marketing der Firma auf, der Timotheus sofort als Praktikant für sein Team gewann. Während er zu dieser Zeit vor gut zwei Jahren vor allem mit dem Video-Schnitt beschäftigt war, konzipiert und produziert er inzwischen eine ganze Reihe an Image- und Tutorialvideos, die Produkte wie den pCon.planner vorstellen. Zu seinen künftigen Projekten gehört zudem ein Redesign der Firmenwebsite. Timotheus kann sein Studium heute weitestgehend eigenständig finanzieren, während ihm seine Eltern anfangs noch unter die Arme griffen. Den einzigen Nachteil seiner Tätigkeit sind die erhöhten Stromkosten für den Betrieb mehrerer Monitore, die er für seine Arbeit benötigt. Die kann er gut mit dem Studium verbinden. „Ich habe mit dieser Tätigkeit nicht nur die Möglichkeit, die im Studium erworbenen theoretische Grundlagen in der Praxis anzuwenden“, sagt er. „Auch mein Praktikum im fünften Semester konnte ich bei EasternGraphics absolvieren und so Job und Studium noch enger verknüpfen.“ Aber am meisten gefällt ihm aber die gute Arbeitsatmosphäre und die Anerkennung durch die Kollegen. Sogar Zeit, seiner alten Leidenschaft als Radiomacher nachzugehen, findet er noch: In der Praxiswerkstatt seines Studienganges und der Mitarbeit im Studentenradio hsf. Den eigenen Horizont zu erweitern, ist Ziel eines jeden Studenten. Genau das ist es, was das Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie Lorenz Betz (26) ermöglicht. Während dem Bachelorstudium hat der heutige Masterstudent der Medientechnologie zum Institut gefunden, um dort sein Praktikum zu absolvieren. Seine Tätigkeit im Bereich Akustik hat ihm so gut gefallen, dass er die Chance ergriff, diese als HiWi fortzuführen. Lorenz ist in der Gruppe Elektroakustik und verbringt einen Großteil seiner Zeit am auf dem Campus der TU Ilmenau angesiedelten Institut mit der Erforschung von Schallwandlern. Gemeinsam mit seinen Mitstreitern arbeitet er am „Lautsprecher der Zukunft“. Das Team, das je etwa zur Hälfte aus Studenten und Mitarbeitern besteht, hat sich das Ziel gesetzt, Lautsprecher kleiner und leichter zu gestalten, ohne dabei an Klangqualität einsparen zu müssen. Lorenz ist hierbei primär für Messungen und deren Auswertung zuständig. Doch auch der subjektive Eindruck von der Klangqualität fließt in Forschung und Entwicklung ein. Aktuell arbeitet er an einem Flachlautsprecher, der sich – ähnlich wie Flachbildfernseher – dezenter in seine Umgebung einpassen soll. Besonders Surround-Sound-Installationen sollen von dieser Platzeinsparung profitieren. Seine Arbeit kann der Masterstudent flexibel vor, zwischen und nach seinen Vorlesungen erledigen. Nur ab und zu gehen Deadlines vor das Studium. Doch das nimmt Lorenz gerne in Kauf für die vielseitigen Praxiserfahrungen, die er in freundlicher Atmosphäre mit seinen Kollegen sammeln kann. „Das betrifft nicht nur die Anwendung der im Studium erlangten Kentnisse und Fähigkeiten, sondern auch Erfahrungen wie Forschungsanträge zu stellen, Kontakte zu Industriekunden zu pflegen und Projekte im vorgegebenen Zeitplan zu einem Ergebnis zu führen“, erzählt er. Kompetenzen, die dem 26-jährigen aus dem fränkischen Wassertrüdingen für seine berufliche Zukunft von großem Nutzen sein werden. Text | Fotos: Leo Warnow Lorenz Betz Der Forschung verschrieben. Timotheus Fröbel Professionell produzieren.


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