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UNIFORSCHUNG +++ UNIKOMPAKT +++ UNIKOMPAKT +++ UNIKOMPAKT +++ UNIKOMPAKT +++ UNIKOMPAKT +++ Mikrosystemtechnik-Kongress: TU Ilmenau stark vertreten UNI I 01 I 2016 41 | Alleinstellungsmerkmal: Stiftungsprofessur überführt Vor fünf Jahren wurde an der TU Ilmenau die Stiftungsprofessur „Elektrochemie und Galvanotechnik“ eingerichtet. Der Zentralverband Oberflächentechnik (ZVO) und die Deutsche Gesellschaft für Galvano und Oberflächentechnik (DGO) hatten als Interessenvertretung einer überwiegend mittelständisch geprägten Branche damit ein Zeichen gesetzt, um dem sich abzeichnenden Fachkräftemangel in der elektrochemischen Oberflächentechnik zu begegnen. Nach Ablauf des Stiftungszeitraums ging die Professur nun in die Haushaltsfinanzierung der Universität über. Im Rahmen eines feierlichen Aktes zogen Stifter, Initiatoren, darunter die ehemalige Fachgebietsleiterin Prof. Christine Jacob (rechts), und die Universität selbst eine sehr positive Bilanz über die Entwicklung des Fachgebiets. Mit der Elektrochemie und Galvanotechnik habe die TU Ilmenau Alleinstellungsmerkmale geprägt, die in der Fachwelt hohe Anerkennung genießen, betonte der Rektor. Fachgebietsleiter Professor Andreas Bund (2.v.l.) habe die Arbeiten sehr erfolgreich weitergeführt und ausgebaut. Unter anderem wurde der bundesweit einzigartige Masterstudiengang Elektrochemie und Galvanotechnik etabliert und das Fachgebiet national und international noch stärker vernetzt. An der Universität ist es in zahlreiche Forschungsvorhaben eingebunden und leistet wichtige Beiträge für die elektrochemische Oberflächentechnik und Energietechnik. DynaGridControlCenter: Forschung für die Energiewende Die TU Ilmenau ist am Aufbau eines einzigartigen bundesländerübergreifenden Versuchslabors beteiligt, in dem Wissenschaftler die Herausforderungen im Höchstspannungsnetz der Zukunft simulieren und erforschen können sowie Lösungen erprobt werden. Gemeinsam mit Partnern der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, der Ruhr-Universität Bochum, der Siemens AG und von Fraunhofer Instituten in Ilmenau und Magdeburg erforschen die Wissenschaftler der TU Ilmenau unter Leitung von Professor Dirk Westermann in den nächsten drei Jahren neue Steuerungs- und Regelungstechnologien, die das deutsche Strom- Transportnetz in die Lage versetzen den Anforderungen der Energiewende zu entsprechen. Das Forschungsprojekt „DynaGridControl- Center - Dynamische Netzleitwarten“ wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie mit rund fünf Millionen Euro gefördert. Schwerpunkt der Arbeiten ist die Entwicklung neuer Funktionalitäten für die Netzführung, eine effizientere Leitwartenstruktur, sowie neue Kommunikationsstandards zwischen Leitwarte und Stationen im Transportnetz. An der TU Ilmenau wird im Rahmen des Projekts eine dynamische Netzleitwarte entstehen, die ein von den Magdeburger Partnern simuliertes Hochspannungsnetz aus der Ferne überwacht, steuert und das intelligente Datenmanagement übernimmt. Die Eröffnung des neuen Labors erfolgt im Frühjahr. Das Institut für Mikro- und Nanotech- nologien MacroNano® der TU Ilmenau war beim Mikrosystemtechnik-Kongress 2015 in Karlsruhe mit elf wissenschaftlichen Beiträgen außerordentlich stark vertreten. Der Kongress ist das bedeutendste Forum für Mikrosystemtechnik in Deutschland und wird vom Verband der Elektrotechnik, Elektronik, Informationstechnik und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung alle zwei Jahre ausgerichtet. Die Ilmenauer Wissenschaftler stellten aktuelle Forschungsergebnisse vor, darunter das Technische Auge, ein komplexes optisches Mikrosystem, das seine Umwelt mit so genannten Sakkaden, kleinen Scanbewegungen, wie das menschliche Auge abtastet. Gleich drei neuartige Sensorkonzepte messen, integrieren und speichern ohne eine Batterie zu benötigen mechanische Stöße oder auch chemische Einflüsse, um dann erst später über ein so genanntes RFID-Lesegerät drahtlos ausgelesen werden zu können. Zusätzlich wurden viele weitere Exponate im Rahmen der Begleitausstellung am Stand des IMN MacroNano® präsentiert. Auf der Tagung war Thüringen damit gleich nach Baden- Württemberg das Bundesland mit den meisten wissenschaftlichen Beiträgen. Im Rahmen des Kongresses nahmen Studierende der TU Ilmenau auch erfolgreich am Mikrosystemwettbewerb COSIMA teil. Sie wurden für ein innovatives Sicherungssystem zum Schutz vor Taschendiebstählen ausgezeichnet (s. Seite 46). Foto: Bettina Wegner Foto: IMN MacroNano® Foto: ari


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