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UNIFOURNSIFCOHRUSNCGHUNG Medaillenregen für Erfindergeist UNI I 01 I 2016 35 | Auf der internationalen Fachmesse „Ideen – Erfindungen – Neuheiten“ iENA 2015 in Nürnberg haben Wissenschaftler Thüringer Hochschulen und Forschungseinrichtungen bei der Prämierung der besten Erfindungen hervorragend abgeschnitten: Sie erhielten vier Gold-, fünf Silber- und drei Bronzemedaillen. Die meisten Medaillen gingen mit zwei Mal Gold, drei Mal Silber und zwei Mal Bronze dabei an Teams der TU Ilmenau. Eine weitere Silbermedaille erhielten junge Wissenschaftler des TU-An-Instituts IMMS. Den siegreichen Forscherteams wurden die Medaillen traditionell im Dezember bei der feierlichen Auszeichnungsveranstaltung des Landespatentzentrums Thüringen PATON der TU Ilmenau überreicht. Dazu konnte das PATON, das mit seiner Verwertungsagentur die Erfindungen der Thüringer Wissenschaftler jedes Jahr auf der iENA präsentiert, auch die Generalsekretärin des Französischen Erfinderverbandes, Catherine Pouget-Cauchy, begrüßen. Tumore frühzeitig aufspüren Eine Goldmedaille erhielten Prof. Matthias Hein und Dr. Ralf Stephan, Fachgebiet Hochfrequenz- und Mikrowellentechnik für die „Detektion und Lokalisierung von mikrostimulierten Partikeln für technische und medizinische Anwendungen“. Die Entwicklung könnte in Zukunft helfen, Tumore wie Brustkrebs frühzeitig und für Foto: Jens Dahlems, Erinet Erfindermesse iENA Hoher Besuch: Die Generalsekretärin des Französischen Erfinderverbandes Catherine Pouget-Cauchy mit dem Goldmedaillengewinner Professor Matthias Hein (links) und dem Leiter des PATON, Dr. Christoph Hoock. den Patienten unbedenklich aufzuspüren. Dazu werden magnetische Nanoteilchen in den Blutkreislauf eingeschleust, wo sie sich in besonders wasserhaltigen Gewebestrukturen wie Tumoren merklich anreichern. Die Teilchen werden durch äußere Kräfte gezielt in eine Schwingungsbewegung versetzt und dadurch der Kontrast zwischen gut- und bösartigen Geweben vergrößert. So können Tumore möglichst genau lokalisiert werden. Nun muss die technische Umsetzung des Verfahrens verfeinert und die Methode anschließend klinisch erprobt werden. Schonendere Implantation Eine weitere Goldmedaille ging an das Team vom Fachgebiet Mechanismentechnik für die Entwicklung „Adaptiver Elektrodenträger, seine Verwendung und Verfahren zur Insertion eines Cochlea- Implantat-Elektrodenträgers“. Unter der Leitung von Prof. Lena Zentner haben Stefan Griebel, Silke Hügl, Thomas Rau und Clemens Wystup gemeinsam mit Forschungspartnern von der Medizinischen Hochschule Hannover den innovativen Elektrodenträger entwickelt. Er ermöglicht eine schonende Implantation des Elektrodenträgers in die Cochlea (Hörschnecke). Dabei wird das Resthörvermögen bestmöglich erhalten. Die weiteren Medaillen gingen an Teams des Instituts für Biomedizinische Technik und Informatik und die Fachgebiete Kraftfahrzeugtechnik, Qualitätssicherung und Industrielle Bildverarbeitung sowie Fertigungstechnik. Wahl in DFG-Fachkollegien Mehr als 48.600 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben Ende des letzten Jahres ihre Stimmen für die Besetzung der 48 Fachkollegien der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) abgegeben. Die Fachkollegien spielen eine zentrale Rolle bei der Beurteilung der bei der DFG eingereichten Förderanträge. Auch Professoren der TU Ilmenau wurden wieder in die Fachkollegien gewählt. Die TU Ilmenau ist damit in folgenden vier Fachkollegien vertreten: • Fach Nr. 401-03 Füge-, Montage- und Trenntechnik: Professor Jean-Pierre Bergmann • Fach Nr. 406-04 Strukturierung und Funktionalisierung: Professor Peter Schaaf • Fach Nr. 408-02 Nachrichten- und Hochfrequenztechnik, Kommunikationstechnik und -netze, Theoretische Elektrotechnik: Professor Reiner Thomä • Fach Nr. 409-01 Theoretische Informatik: Professor Martin Dietzfelbinger Die Universität gratuliert ihren Vertretern herzlich zu dieser Wahl, die Ausweis für eine hohe Reputation Ilmenauer Wissenschaftler in der jeweiligen Fachcommunity ist und wünscht ihnen eine erfolgreiche Arbeit in den Fachkollegien. Nach der im Januar erfolgten Mitteilung des endgültigen Wahlergebnisses an den Senat der DFG konstituieren sich die neu besetzten Fachkollegien in ihren jeweiligen ersten Sitzungen im Frühjahr für ihre Amtsperiode von 2016 bis 2019. Foto: Andreas Heckel Henning Könicke, Projektleiter der iENA (links), überreicht den Mitgliedern des zweiten Goldgewinnerteams Silke Hügl und Stefan Griebel die Medaille.


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