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UNIFORSCHUNG TU Ilmenau koordiniert EU-Graduiertenkolleg Forschung für Fahrzeuge der Zukunft Die TU Ilmenau leitet seit Jahresbeginn das erste Graduiertenkolleg Europas, das sich mit der Digitalisierung in Fahrzeugen beschäftigt. Das EU-Graduiertenkolleg „Interdisciplinary Training Network in Multi-Actuated Ground Vehicles“, kurz: ITEAM, wird bis „…† mit ,º Millionen Euro gefördert. Es eröšnet … hochtalentierten Nachwuchsforschern eine Promotionsausbildung auf einem Schlüsselgebiet der Automobilforschung. Megatrend Digitalisierung Autos, LKW und andere mobile Maschinen wie zum Beispiel Transportroboter werden immer mehr zu komplexen Systemen, die mit ihrer Umwelt, der Infrastruktur und ihrem Benutzer durch zahlreiche Informationskanäle vernetzt sind. Diese Entwicklung erfordert immer mehr Steuergeräte, was Fahrzeughersteller mehr und mehr an die Machbachbarkeitsgrenzen bringt. Weltweit arbeiten Forscher und Entwickler daher daran, Hardwarekomponenten durch Softwaresysteme zu ersetzen und die Vielzahl der Funktionen in innovativen IT-Strukturen zusammenzuführen. Für diese neue Stufe der Digitalisierung von Fahrzeugen steht der Forschungsbegriff Multi-Aktuierte Fahrzeuge (MAGV). „Die Digitalisierung in Fahrzeugen ist weltweit eines der Schlüsselthemen auf dem Gebiet der Fahrzeugforschung und -entwicklung“, sagt der Leiter des EUGraduiertenkollegs Professor Klaus Augsburg von der TU Ilmenau. „Wir wollen eine starke europäische Forschungs- und Innovationsgruppe bilden, die als Netzwerk grundlegende Beiträge zu diesem Megatrend leistet. Unser Hauptziel sind umwelt- und benutzerfreundliche Fahrzeug und Verkehrstechnologien für den Einsatz in konventionellen, elektrischen und autonomen Fahrzeugen der Zukunft.“ | 32 UNI I 01 I 2016 Internationales Netzwerk Dazu vereint das ITEAM-Konsortium 16 Partner aus neun europäischen Ländern, die gemeinsam an der Ausbildung von Doktoranden mit dem Schwerpunkt Multi-Aktuierte Kraftfahrzeuge arbeiten. Neben neun renommierten Forschungseinrichtungen gehören dem Netzwerk drei international führende Fahrzeughersteller und vier Entwicklungs- bzw. Zuliefererunternehmen an. Die Förderung des internationalen Kollegs erfolgt über die Marie- Skłodowska-Curie-Maßnahme „Innovative Training Networks“ des neuen EU-Forschungsrahmenprogramms Horizon 2020. Koordiniert wird das organisatorisch im Thüringer Innovationszentrum Mobilität (ThIMo) angesiedelte Graduiertenkolleg im Fachgebiet Kraftfahrzeugtechnik der TU Ilmenau unter der Leitung von Professor Klaus Augsburg. ITEAM ist damit nicht nur das erste Graduiertenkolleg Europas, dass sich mit der MAGV beschäftigt, sondern auch das erste auf dem Gebiet Automotive, das unter deutscher Leitung steht. Darüber hinaus ist es das erste in Deutschland, das über eine Marie-Skłodowska- Curie-Maßnahme gefördert wird. Nur durchschnittlich fünf Prozent aller Anträge erhalten in diesem Programm den Zuschlag. Für den Thüringer Wirtschafts- und Wissenschaftsminister Wolfgang Tiefensee ist die Bewilligung „ein weiterer Beleg für die hohe Forschungskompetenz im Freistaat im Bereich innovativer Antriebstechnologien und Fahrzeugkonzepte“. Das internationale Renommee der TU Ilmenau auf diesem Gebiet und die Existenz des ThIMo hätten den Ausschlag für die Vergabe der EU-Mittel gegeben. Innovative Assistenzsysteme Auf dem Weg zur kognitiven, halbautonomen und autonomen Mobilität, dem mit seiner Umwelt vernetzten, selbstfahrenden Auto, kommt den Fahrerassistenzsystemen eine besonders wichtige Rolle zu. Die 15 Doktoranden und die Partner im Konsortium wollen daher auch und vor allem auf diesem Gebiet einen großen Innovationsschub erreichen. „Dem Fahrzeugführer werden künftig mehr und besser miteinander vernetzte Assistenzsysteme als heute zur Verfügung stehen, die ihn beim Fahren wirkungsvoller unterstützen“, erläutert Professor Augsburg. „Das Fahrzeug passt sich automatisch seiner Umgebung an, erkennt zum Beispiel Staus, Anzeigen oder Hindernisse und reagiert darauf. Die Fahrweise wird optimiert, was zu mehr Sicherheit im Straßenverkehr führt. Gleichzeitig wird der Kraftstoffverbrauch reduziert und damit die Emission gesenkt.“ So will das EU-Graduiertenkolleg maßgeb- Foto: Syda Productions/shutterstock.com


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