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UNI 2 2015

UNIFORSCHUNG Ausstattung auf neuestem Stand Die TU Ilmenau hat das Herzstück des Kompetenzzentrums Virtual Reality, die „Flexible audiovisuel-le Stereoprojektionseinrichtung“ (FASP), umfassend modernisiert. Mit Mitteln des Landes Thüringen in Höhe von fast . Euro wurden die ¹-Seiten-Projektionsanlage zur Visualisierung virtueller Welten und das mit ihr kombinierte IOSONO-Soundsystem auf den neuesten Stand der Technik gebracht. 2007 war die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Hightech-Anlage an der TU Ilmenau eröffnet wor-den. Weltweit erstmalig wurde dabei eine CAVE (Cave Auto-matic Virtual Environment) zur Stereoprojektion mit räumlicher Klangfeldwiedergabe kombiniert. Das dafür installierte IOSO-NO– Soundsystem nutzt die vom Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnik Ilmenau entwickelte Wellenfeldsynthese. Damit lassen sich im KVR der TU Ilmenau nicht nur Prozesse oder die Funktion und Gestalt von Produkten bereits im Entwurfsstadi-um dreidimensional simulieren und testen, sondern auch deren akustische Eigenschaften. Insgesamt 208 einzeln ansteuerbare Lautsprecher erlauben eine realitätsnahe räumliche Darstellung der von den virtuellen Objekten ausgehenden Geräusche. Mit 8,40 Metern Gesamtlänge und 2,10 Metern Höhe erlaubt die 3-Seiten-CAVE die stereoskopische Projektion von beweg-ten Szenen kompletter Maschinen oder Fahrzeuge im Maßstab 1:1. Große Bauwerke und Anlagen wie Bahnhöfe oder Flughäfen können ebenso wie kleinste Nanostrukturen in nahezu jeder Ver-kleinerung oder Vergrößerung visualisiert werden. Zwei der drei Projektionsflächen sind schwenkbar und ermög-lichen so unterschiedliche Anordnungen für ein realitätsnahe Darstellung, Begehung und Bedienung der Modelle innerhalb der CAVE. Der Nutzer kann sich immersiv in der VR-Szene bewegen und diese in Echtzeit manipulieren. Die Betrachtung der räumli-chen Szenen erfolgt dabei mit einer 3D-Brille, die Interaktion mit einem Steuerstick in Verbindung mit einem an der Raumdecke | 44 UNI I 02 I 2015 installierten Trackingsystem zur Verfolgung der Bildbewegungen. Da die Lautsprecher des IOSONO-Systems nicht nur im Raum, sondern auch in die Leinwände der CAVE integriert sind, folgen auch sie den verschiedenen Anordnungen. „Mit dieser Ausstattung verfügt die TU Ilmenau über eine welt-weit einzigartige Infrastruktur für die Forschung auf dem Zu-kunftsgebiet der digitalen Technologien“, freut sich der wissen-schaftliche Leiter des KVR, Professor Christian Weber, Fakultät für Maschinenbau. „Sie ermöglicht eine besonders breit angelegte, interdisziplinäre und innovative Forschung zur 3D-Visualisierung unter Einbeziehung der Akustik. Mit der Modernisierung der FASP im Rahmen der Forschungsförderung durch das Land Thü-ringen wurden die vorhandenen exzellenten technologischen Voraussetzungen dafür noch weiter verbessert.“ Das KVR bündelt die Kompetenzen von Fachgebieten aller fünf Fakultäten der TU Ilmenau auf Gebieten der virtuellen und erweiterten Realität, des virtuellen Prototyping, des Echtzeit- Rendering, der digitalen Fabrik, der Usability und der Mensch- Maschine-Interaktion. Auch die psychologische Komponente der Immersion, des Eintauchens in die virtuelle Welt, ist Gegenstand der Ilmenauer Forschung. Die TU Ilmenau widmet sich damit wesentlichen Fragestellungen und Forschungsaufgaben der Di-gitalisierung und Nutzung virtueller Realität. Die Anwendungs-gebiete reichen vom Maschinenbau über die Werkstofftechnik bis zur Medizin. Frühzeitig werden Studierende einbezogen, die in Master- und Promotionsarbeiten Grundlagen- und praxisnahe Themen bearbeiten. Kompetenzzentrum Virtuelle Realität Fotos: ari


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