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UNI 2 2015

UNI I 02 I 2015 33 | Als Ismael Ouf (29) im Oktober 2010 angefangen hat, in Ilmenau zu studieren, fiel es ihm sehr schwer sich zurechtzu-finden. Zuvor war er bereits dreimal in Deutschland zu Besuch, unter anderem in Nürnberg und Braunschweig. „Die Städ-te waren alle sehr klein im Vergleich zu meiner Heimatstadt Kairo mit seinen 18 Millionen Einwohnern, doch als ich nach Ilmenau kam, war es tatsächlich noch viel, viel kleiner.“ Ismael hatte an der Deutschen Universität in Kairo seinen Bachelorabschluss im Fach Telecommunication gemacht und wollte für den Master nach Deutschland. Über die DAAD-Website hat er sich über Stu-dienorte informiert und kam letztendlich nach Ilmenau, um Communications and Signal Processing zu studieren. Sein erster Winter war lang, kalt und verschneit. Er wollte sich auf sein Studium konzentrieren Zhou | CHINA Mit beinahe 200 Studenten ist China nach Deutschland das am stärksten vertretene Land an der TU Ilmenau. Zu ihnen gehört Xinlan Zhou (25). Sie ist seit Oktober 2013 in Ilmenau und studiert nun im vierten Mastersemester Media and Communi-cation Science. Mit einem Bachelorab-schluss und hat nur ab und zu mal an We4You- Veranstaltungen teilgenommen. „Ich habe mich selbst isoliert und gestresst.“ Nach drei Semestern wechselte er in den Studiengang Medientechnologie und sein Verhältnis zu Ilmenau fing langsam an, sich zu verändern. Er lernte viele Studen-ten kennen, fokussierte sich nicht mehr nur auf das Studium, sondern begann, die Vorteile der Kleinstadt zu entdecken. „Mir gefällt die Gemeinschaft in Ilmenau. Wenn man jemanden kennenlernt, dann trifft man ihn garantiert wieder. Außer-dem ist das Leben hier sehr günstig und es ist schön, dass man nicht immer öffentli-che Verkehrsmittel nutzen muss, sondern auf kurzen Wegen ans Ziel kommt.“ Jedes Jahr kommen viele neue interna-tionale Studenten nach Ilmenau, denen Ismael als Ortsansässiger gern hilft und Fragen beantwortet. Auch hat er bereits aus Hong Kong wollte sie für den Master gezielt nach Deutschland. Dafür wandte sie sich an eine Agentur, die ihr verschiedene Universitäten vorschlug. Ne-ben Universitäten in Köln, Heidelberg und München war auch die TU Ilmenau dabei. Als Xinlan in Ilmenau ankam, wurde sie von Mitgliedern des We4You-Buddy- Programms am Bahnhof abgeholt und zum Campus gebracht. Auch alle weite-ren bürokratischen und organisatorischen Wege stellten sich als einfacher heraus als sie vermutet hatte. „Ich hatte mir alles viel schwieriger vorgestellt“, sagt sie. Seit Xinlan in Ilmenau ist, hat sie viele neue Freundschaften geschlossen, vor allem mit anderen internationalen Studenten aus der ganzen Welt. Bei den Deutschen ist es mitunter etwas schwieriger. „Man-che haben keine Geduld zu warten, bis man endlich den deutschen Satz vollstän-dig herausgebracht hat.“ zwei Mal die ISWI als Groupleader un-terstützt. Zum Thema Heimweh sagt Ismael, dass er nur welches hat, wenn er in Kairo ist. Und zwar nach Ilmenau, seiner neuen Heimat. Nach seinem Studium würde er gern in Deutschland arbeiten und zwar hoffentlich sogar in Ilmenau. Obwohl der Studiengang Media and Communication Science komplett in englischer Sprache absolviert werden kann, nimmt Xinlan seit ihrer Ankunft in Ilmenau bis heute ununterbrochen Deutschunterricht. Das Spracheninstitut bietet Deutsch als Fremdsprache kos-tenlos an und Xinlan freut sich, dass sie diese Möglichkeiten in Ilmenau nutzen kann. In ihrer Zeit in Deutschland hat Xinlan von Ilmenau aus schon alle größeren Städte Thüringens besucht und war da-rüber hinaus in Berlin, Hamburg, Stutt-gart, Dresden, Leipzig, Frankfurt und Heidelberg. Ilmenau aber hat sie in ihr Herz geschlossen. „Ich hatte nicht erwar-tet, dass mir so viele tolle Dinge passieren würden.“ China vermisst sie nicht. Durch die modernen digitalen Möglichkeiten kann sie jederzeit Kontakt zu Familie und Freunden aufnehmen. Ismael Ouf | ÄGYPTEN Xinlan UNISTUDIUM TU ILMENAU


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