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UNI_01_2015

UNIFORSCHUNG Arbeitskreis-Treffen Ophtalmische Optik Der Arbeitskreis Ophthalmische Optik, eine der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Physik assoziierte Gruppe von Naturwissenschaftlern, die in der Ophthalmologie tätig sind, tagte 2014 an der TU Ilmenau. 49 Teilnehmer – Wissenschaftler, Augenärzte und Vertreter der Industrie aus ganz Deutschland – diskutierten zwei Tage lang aktuelle Probleme der Technik für die Augenheilkunde. In 18 Fachvorträgen und wissenschaftlichen Diskussionen wurden Fragestellungen der Anatomie des Auges von der Linse bis zur Netzhaut und dabei die speziellen Sehsinneszellen erörtert. Physiologisch reichten die Themen von der klassischen Bewertung der Leistungsfähigkeit des Auges, zum Beispiel mit dem Visus-Test, bis hin zur qualitativen und quantitativen Beurteilung von Stoffwechsel- und Durchblutungsvorgängen am Augenhintergrund. | 34 UNI I 01 I 2015 Foto: Sascha Link Unter Laborbedingungen ist man bereits in der Lage, mit einzelnen Sehsinneszellen des Auges psychophysische Untersuchungen am Probanden durchzuführen. Organisiert worden war das Treffen von Dr. Sascha Klee und Dipl.-Ing. Dietmar Link vom Institut für Biomedizinische Technik und Informatik unter der Leitung von Professor Jens Haueisen. Workshop zur Mikro-Nano-Integration Die TU Ilmenau war 2014 erstmals Ausrichter des Workshops zur Mikro-Nano- Integration der VDE/VDI-Gesellschaft Mikroelektronik, Mikrosystem- und Feinwerktechnik GMM. Mehr als 50 Experten aus Wissenschaft und Wirtschaft stellten beim fünften GMM-Workshop in Übersichtsvorträgen und 26 Kurzpräsentationen ihre neuesten Forschungsergebnisse vor. Vertreten waren sowohl alle deutschen Standorte, die Forschung auf dem Gebiet der Mikro-Nano-Integration betreiben, als auch Firmen, die diese Techniken bereits einsetzen oder einsetzen wollen. Unter anderem wurde in gleich drei Beiträgen auch das Ergebnis eines Verbundprojektes vorgestellt, an dem neben der TU Ilmenau auch Thüringer Unternehmen beteiligt waren: Um Betriebsmittel wie Motor- oder Hydrauliköle länger nutzen zu können, wurde ein optisches Messsystem erforscht, das den chemischen Zustand von Ölen im Betrieb erkennen kann und so Hinweise auf den Ölzustand liefert. Dabei entscheidet nicht die sichtbare Farbe über die Ölqualität, sondern die Veränderung der Lichtdurchlässigkeit für Wärmestrahlung (Infrarotstrahlung). Die TU Ilmenau, vertreten durch die Fachgebiete Mikromechanische Systeme unter Leitung von Professor Martin Hoffman und Elektroniktechnologie unter Leitung von Professor Jens Müller, hat hier sowohl Beiträge für hocheffiziente Wärmestrahler geleistet als auch für eine hochdruckfeste, infrarot-transparente Küvette. Ein zweites Projekt, das inzwischen großes Interesse in der Industrie gefunden hat und an dem Wissenschaftler der TU Ilmenau aus dem Fachgebiet Technische Optik unter Leitung von Professor Stefan Sinzinger beteiligt sind, befasst sich mit der Gasdetektion mittels Halbleiter- Nanodrähten, deren Lichtemission mit einem hochintegrierten optischen Träger sehr effizient ausgelesen werden kann. Diese beiden Projekte NaMiFlu und SINOMICS wurden vom BMBF im Rahmen der Fördermaßnahme „Mikro-Nano- Integration als Schlüsseltechnologie für die nächste Generation von Sensoren und Aktoren“ gefördert. Die Entwicklung der Beiträge über die inzwischen fünf Workshops hinweg zeigt, dass nun erste Forschungsergebnisse eine industrielle Reife erreicht haben. Jedoch zeigte ein Round-Table-Gespräch auch noch bestehende Herausforderungen auf. Insbesondere der Transfer der Ergebnisse in kleine und mittlere Unternehmen, die oft zunächst mit niedrigen Stückzahlen einen entstehenden Markt bedienen müssen, ist komplex und bedarf noch weiterer Anstrengungen. Hier sind gemeinsame Projekte von Wirtschaft und Wissenschaft notwendig, um die Brücke in die Anwendung aufzubauen. Das Themenfeld der Mikro-Nano-Integration bildet im Institut für Mikro- und Nanotechnologien MacroNano® der TU Ilmenau seit vielen Jahren den strategischen Kern der wissenschaftlichen Ausrichtung. Der GMM-Fachausschuss Mikro-Nano-Integration wird seit seiner Gründung 2007 von Professor Martin Hoffmann geleitet. Seit 2013 besitzt das IMN MacroNano® den Status eines DFG-Gerätezentrums für die Mikro-Nano-Integration und stellt damit deutschlandweit die entsprechende Infrastruktur zur Verfügung.


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