Page 22

UNI_01_2015

UNISTUDIUM Initiative für mehr Studienerfolg Maschinenhaus-Projekt abgeschlossen Die TU Ilmenau und der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) haben das „Maschinenhaus-Projekt“ erfolgreich beendet. Das Projekt, das ein Jahr lang an der Fakultät für Maschinenbau durchgeführt wurde, soll das Maschinenbaustudium an der TU weiter verbessern. Die Initiative läuft derzeit an 27 deutschen Hochschulen, um den Studienerfolg in Maschinenbau- und Elektrotechnikstudiengängen zu erhöhen und die Abbrecherquote zu reduzieren. Das Maschinenhaus-Projekt brachte in mehreren Workshops Vertreter des VDMA und der HIS-Hochschulentwicklung im Deutschen Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung mit Studiengangverantwortlichen, Lehrenden und Studierenden der TU Ilmenau zusammen. Thilo Weber, Referent des VDMA im Bereich Bildung und Organisator der Treffen: „Zunächst wurden die Herausforderungen, denen sich die Fakultät gegenübersieht, gemeinsam analysiert und anschließend haben wir Ansatzpunkte und Maßnahmen erarbeitet, wie sie darauf reagieren kann.“ Für Professor Ulf Kletzin, Projekt-Koordinator an der Fakultät für Maschinenbau, beginnt ein erfolgversprechendes Ingenieurstudium schon mit der Gewinnung geeigneter Studienanfänger. Künftig sollte daher schon vor Aufnahme eines | 22 UNI I 01 I 2015 Studiums, spätestens aber in der Studieneingangsphase, die Leistungsstärke der angehenden Studierenden ermittelt werden. „So können, wenn nötig, frühzeitig geeignete Hilfsangebote bereitgestellt werden“, so Professor Kletzin. Fachlich für ein Ingenieurstudium noch nicht ausreichend befähigte Studierende sollen zusätzliche Lehrangebote erhalten oder in Beratungen in geeignetere Studiengänge, Hochschultypen oder alternative Ausbildungsformen gelenkt werden. Um Studienanfänger besser an ihr Ingenieurstudium heranzuführen, praktiziert die TU Ilmenau das „Gemeinsame Ingenieurwissenschaftliche Grundlagenstudium“ (GIG). Die Analyse des Maschinenhaus- Projekts zeigte allerdings, dass die Vorteile des GIG noch nicht ausreichend bekannt sind. Die Universität will das GIG deshalb künftig stärker bewerben und auch die Planung der Lehrveranstaltungen verbessern. Professor Kletzin: „Wir müssen vermeiden, dass Pflicht- und Wahlveranstaltungen zeitlich miteinander konkurrieren und es ist auch nicht sinnvoll, Grundlagenvorlesungen wie Mathematik oder Maschinenelemente schon morgens um sieben oder abends bis halb neun anzubieten. Da sind weder Studierende noch Lehrende besonders leistungsfähig.“ Gerade weil die eine oder andere Schwachstelle in der Ingenieurausbildung aufgedeckt wurde, ist er mit den Ergebnissen des Maschinenhaus-Projektes sehr zufrieden: „Für uns von der TU Ilmenau war nicht nur der intensive Erfahrungsaustausch unter Kollegen und mit den Studierenden sehr hilfreich, sondern auch die Ratschläge der externen Experten.“ Umgekehrt zeigte sich, dass die „Basic Engineering School“, mit der die TU Ilmenau derzeit eine neu gestaltete Eingangsphase der Ingenieurstudiums erprobt, Modellcharakter für andere Hochschulen haben kann. Die an der TU Ilmenau entwickelten Instrumente wurden in die Maschinenhaus-Toolbox, in der der VDMA Good-Practice-Beispiele aus Studium und Lehre sammelt, aufgenommen. „So hat auch der VDMA etwas aus Ilmenau mitgenommen,“ freut sich Professor Kletzin. „Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir mit unseren eigenen Bemühungen und mit den Anregungen von VDMA und HIS die Abbrecherquote, die bundesweit immer noch recht hoch ist, an der TU Ilmenau reduzieren werden.“ Die Fakultät für Maschinenbau hat das über ein Jahr laufende Maschinenhaus Projekt zur Verbesserung der Lehre erfolgreich abgeschlossen. Thilo Weber (rechts) überreicht Prof. Ulf Kletzin das Zertifikat. Fotos: ari


UNI_01_2015
To see the actual publication please follow the link above