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UNI_01_2015

UNIPOLITIK Mitarbeiterbefragung an der TU Ilmenau Nicht alles im „grünen Bereich“ Die Ergebnisse der Mitarbeiterbefragung an der TU Ilmenau ergeben ein gemischtes Bild. Während das Zusammengehörigkeitsgefühl und die Identifizierung mit der Universität stark ausgeprägt sind, zeigt sich Handlungsbedarf vor allem im Bereich Arbeitsbelastung und Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Im Mai waren die Beschäftigen der TU Ilmenau aufgerufen, sich an einer Mitarbeiterbefragung zu beteiligen. Ziel der in Kooperationen mit der Universität Bielefeld durchgeführten Erhebung war es, ein Bild vom Ist-Stand der psychosozialen Belastungen und Ressourcen am Arbeitsplatz zu erhalten, um ggf. notwendige Maßnahmen abzuleiten. Die TU Ilmenau setzte damit ihre Anstrengungen im Rahmen der Gesundheitsförderung, einem Handlungsfeld der Stabsstelle Campus- Familie, fort. Vorausgegangen war eine erste Befragung, deren Ergebnisse in die Definition der Schwerpunkte des Gesundheitsmanagements mit Maßnahmen wie der Einrichtung einer psychologischen Kontaktstelle, einem erweiterten Präventions und Gesundheitskursangebot, Coachings für Führungskräfte und einer Weiterentwicklung des Konfliktmanagements eingingen. Vergleichsweise gute Beteiligung An der aktuellen Befragung haben sich 261 Mitarbeiter/innen beteiligt, davon 104 wissenschaftliche Mitarbeiter/innen und 19 Professor(inn)en. Der Rücklauf entspricht rund einem Viertel aller Befragten, eine für derartig umfangreiche Erhebungen recht hohe Quote. „Über die vergleichsweise gute Beteiligung freuen wir uns sehr“, so die Leiterin der Stabsstelle Campus-Familie, Andrea Krieg. „Das zeugt von einem großen Interesse an diesem Thema, denn immerhin war rund eine dreiviertel Stunde Zeit aufzubringen, um den Fragebogen zu beantworten. Die Ergebnisse nehmen wir daher sehr ernst. Dennoch fragen wir uns auch, ob sie schon ein repräsentatives Bild darstellen und welche Ursachen es dafür gibt, dass die Mehrheit der Beschäftigten sich nicht an der Befragung beteiligt hat.“ Befragt wurden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu Bereichen wie Teambeziehungen, | 10 UNI I 01 I 2015 Führungsverhalten, Organisationskultur und Arbeitssituation (sogenannte Treiberfelder), zur eigenen Arbeitsleistung und -qualität, Arbeitszufriedenheit und Identifikation mit der Universität, zu Gesundheitsindikatoren wie depressive Verstimmungen und psychisches Wohlbefinden, zu Work-Life-Balance und „innerer Kündigung“ (sogenannte Ergebnisfelder). Gemessen wurde auf einer Skala von 1 (sehr schlecht) bis 5 (sehr gut). Mittlere bis gute Ergebnisse Die Auswertung zeigt in beiden Hauptfeldern ein überwiegend mittleres bis gutes Ergebnis, aber durchaus auch einzelne alarmierende Werte. Zusätzlich fallen die Bewertungen der einzelnen Beschäftigungs und Altersgruppen und auch von Männern und Frauen häufig unterschiedlich aus. Im „grünen Bereich“ liegen die Ergebnisse bezüglich der Teambeziehungen, also Teamarbeit, Zusammengehörigkeitsgefühl, Vertrauen und gegenseitige Unterstützung. Besonders positiv fielen hier die Bewertungen der Professor(inn) en und der nichtwissenschaftlichen Mitarbeiter/ innen in der jüngsten Gruppe (16 bis 25 Jahre) aus. Eine Ausnahme in dieser Kategorie bildet die jüngste Altersgruppe des wissenschaftlichen Personals. Hier differieren die Bewertungen stark und erreichen bezüglich Zusammengehörigkeitsgefühl und Vertrauen nur einen mittleren Wert. Auch das Führungsverhalten der direkten Vorgesetzten wurde überwiegend gut bewertet. Allerdings sind die wissenschaftlichen Mitarbeiter weniger zufrieden in Fragen der Mitarbeiterorientierung, Kommunikation, Akzeptanz und Vertrauen seitens des Vorgesetzten. „Insgesamt fällt auf, dass besonders die jüngeren wissenschaftlichen Mitarbeiter ihre Arbeitssituation schlechter als andere Gruppen beurteilen“, so Andrea Krieg. „Hier müssen wir mehr tun und haben auch schon begonnen, Verbesserungen zu schaffen, indem beispielsweise künftig alle Arbeitsverträge, die kürzer als drei Monate laufen, vom Rektor genehmigt werden müssen. Auch werden wir überlegen, wie in den Führungskräftecoachings die Bedürfnisse der einzelnen Gruppen noch gezielter berücksichtigt werden können.“ Handlungsbedarf aufgezeigt Die gelebte Unternehmenskultur wurde im unmittelbaren Arbeitsumfeld von den Professoren sehr positiv bewertet, während die Mitarbeiter nur mittlere Noten vergaben. Hier bewertete das junge wissenschaftliche Personal bis 26 Jahre die gemeinsamen Werte, die Wertschätzung und Konfliktkultur im eigenen Arbeitsbereich weniger gut als die anderen Beschäftigen. Die Hochschule insgesamt schneidet über alle Gruppen hinweg deutlich schlechter ab als der eigene Arbeitsbereich. „Das ist insofern enttäuschend, als gerade durch die Initiativen der Campus-Familie viel in diesem Bereich getan wird“, so Andrea Krieg. „Hier müssen wir sicherlich noch gezielter arbeiten und die Kommunikation verbessern, um die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit unseren Angeboten zu erreichen.“ Handlungsbedarf besteht durchweg bei allen Gruppen in mehr oder weniger großer Ausprägung bei der Arbeitsbelastung. Insbesondere die zeitlichen Arbeitsanforderungen sind mit Werten zwischen 2 und 3 im „roten Bereich“. Insbesondere wird als Belastung empfunden, dass immer mehr Arbeit und zusätzliche Aufgaben bewältigt werden müssen. Gleichzeitig ist die Identifizierung mit dem Arbeitsplatz Universität, deutlich gemacht unter anderem in der Frage nach „innerer Kündigung“, erfreulich hoch. Hier wurden fast durchgängig Werte von über


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