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UNI 02 2014

UUNNIIFFOORRSSCCHHUUNNGG Deutscher Ferrofluid Workshop in Ilmenau Internationaler Workshop zu Mikrofluidik UNI I 02 I 2014 39 | Erneut war die TU Ilmenau Gastgeberin für den Workshop „Chemische und Biologische Mikrolabortechnik (CBM)“. Rund 100 nationale und internationale Spezialisten der Mikrofluidik und Mikroreaktionstechnik kamen Ende Februar zusammen, um den aktuellen Stand von Forschung und Entwicklung miniaturisierter Labortechniken zu diskutieren. Ein Themenschwerpunkt des diesjährigen 7. CBM-Workshops war die tropfenbasierte Mikrofluidik. Die Verwendung von Tropfen mit Volumina vor nur wenigen Nanolitern anstelle von Reagenzgläsern hat speziell im Bereich der Life Sciences große Vorteile. So kann die Anzahl der zu untersuchenden Proben maximiert und gleichzeitig die benötige Probenmenge auf ein Minimum reduziert werden. Auf dem CBM-Workshop diskutierten die Experten die Entwicklung von Geräten, Bauelementen und Verfahren zur Erzeu- gung und Handhabung von Tropfen und deren Nutzung in biologischen Tests, in der Analytik, in der chemischen Synthese und bei der Kultivierung von Bakterien und Zellen. Nicht nur an der TU Ilmenau, in ganz Thüringen haben sich auf dem Gebiet der tropfenbasierten Mikrofluidik mehrere Forschergruppen internationale Anerkennung erarbeitet. Die Veranstaltung wurde gemeinsam vom Fachgebiet für Physikalische Che- Foto: Kay Sawatzky mie und Mikroreaktionstechnik der TU Ilmenau (Prof. Michael Köhler), dem Leibniz-Institut für Photonische Technologien in Jena und dem Institut für Bioprozess- und Analysenmesstechnik in Heiligenstadt in Zusammenarbeit mit der Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen durchgeführt. Umrahmt wurde der Workshop durch die Fachausstellung nationaler und internationaler Technologiefirmen. Die TU Ilmenau war im März Gastgeberin für den 14. Deutschen Ferrofluid Workshop. Der von den Ilmenauer Wissenschaftlern Prof. Klaus Zimmermann, Prof. Jens Haueisen und Dr. Silvio Dutz sowie von Dr. Joachim Clement vom Universitätsklinikum Jena organisierte Workshop führte rund 80 Teilnehmer aus Universitäten, Forschungsinstituten und Kliniken zusammen. Ferrofluide sind magnetische Nanopartikel, die in einer Trägerflüssigkeit schweben. Auch rund 40 Jahre nach ihrer Erfindung bilden ihre Herstellung, ihre mathematische Modellbildung und ihre Applikationsfelder ein hoch aktuelles interdisziplinäres Forschungsgebiet. Zu den vielfältigen Anwendungsgebieten von magnetischen Nanopartikeln gehört die Tumortherapie. Dazu werden die Nanopartikel in Krebszellen eingeschleust und durch Anlegen eines hochfrequenten Magnetfeldes erhitzt. Die Wärme versetzt die Zelle in ein künstliches Fieber, wodurch der Tumor am Wachstum gehindert oder sogar vollständig entfernt werden kann. Der Einsatz von Ferrofluiden bei der Krebsbehandlung war ein Schwerpunkt am ersten Tag des Workshops und wurde mit einem Vortrag von Prof. Ingrid Hilger, Universitätsklinikum Jena, eingeleitet. Ziel der gemeinsamen Forschungen von Naturwissenschaftlern, Medizinern und Ingenieuren in diesem Anwendungsfeld ist es, die Wechselwirkung zwischen Foto: Tobias Kaufhold funktionalisierten Partikeln und Gewebe noch effektiver kontrollieren zu können. Der Vorsitzende des Ferrofluidvereins Deutschland e.V. Prof. Stefan Odenbach von der TU Dresden und das Organisationskomitee zeichneten am letzten Workshop-Tag Dr. Sabrina Disch von der Uni Köln für ihre Arbeit „Field-induced reorientation of shape anisotropic magnetic nanoparticles“ als beste Posterpräsentation aus. Die Auszeichnung für den besten Vortrag erhielt Dr. Robert Müller vom Leibniz-Institut für Photonische Technologien Jena für seinen Beitrag „Optical detection of nanoparticle aggregation in a living system under the influence of a magnetic field“.


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