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UNI 02 2014

UNITITEL Institutsdirektor Professor Michael Rock UNI I 02 I 2014 23 | gebiet Elektrische Energieversorgung der TU Ilmenau unter Leitung von Professor Dirk Westermann beteiligt ist. Orientiert am schwankenden Angebot regenerativer Energieressourcen, soll das Laden von mobilen Energiespeichern so erfolgen, dass einerseits die Mobilität des Verbrauchers nicht eingeschränkt, andererseits Lastspitzen vermieden werden. Dazu soll die vorhandene Infrastruktur durch den Einsatz von IuK-Technologien intelligent genutzt werden. Das Vorhaben wird vom Bundesumweltministerium über drei Jahre gefördert. Technische Infrastruktur der TU Ilmenau sind das IuK-Labor und die für die Forschungsarbeiten am IEAU eingerichtete Elektrotankstelle. Die Liste der Beispiele und Projekte, mit denen die TU Ilmenau wichtige Beiträge für eine ressourcenschonende, verbrauchsorientierte und umweltverträgliche Energietechnik der Zukunft leistet, ließe sich noch fortsetzen. Vor allem sieht sich die Universität auch in Zukunft als Wegbereiter für Innovationen in Schlüsseltechnologien des High-Tech- Standorts Deutschland. Dabei werden die Forschungsarbeiten auf dem Zukunftsgebiet der grünen Energie intensiv vorangetrieben. So legt die TU Ilmenau Grundlagen, um die Energiewende zu schaffen und eine stabile und gleichzeitig umweltverträgliche Energieversorgung langfristig zu sichern. UNI: Die Arbeit am IEAU umfasst umfangreiche Grundlagenforschung aber auch viele anwendungsnahe Projekte. Mit welchen industriellen Bereichen arbeitet das Institut zusammen? Prof. ROCK: Das IEAU mit dem ZET unterhält vielfältige Kooperationsbeziehungen zu regionalen und überregionalen Partnern in Industrie, Wirtschaft und Wissenschaft. Insbesondere arbeiten viele kleine und mittelständische Firmen mit der TU Ilmenau zusammen, da für praxisrelevante Ergebnisse ein breites Grundlagenwissen nötig ist. Die Unternehmen und Institutionen kommen vornehmlich aus den Bereichen Energieübertragung und -verteilung, Kraftwerks- und Netzbetreiber, Energiequalität, Leistungselektronik, Kabelherstellung, Hochspannungsgeräte, Schalttechnik und Überspannungsschutz in Nieder- und Hochspannung sowie angewandte Energiesystemforschung. UNI: Das IEAU hat sich bereits hohes nationales und internationales Ansehen erworben. Wie möchten Sie das Institut in einigen Jahren in der Wissenschaftslandschaft aufgestellt sehen? Prof. ROCK: Das IEAU hat sicher schon eine gute Außenwirkung, dies aber noch eher in einzelnen Spitzenbereichen wie die Photovoltaikforschung, die Forschungen zu elektrischen Netzen oder zur Stromrichtertechnik. Mit dem Zusammenschlusses der vielen Fachgebiete und Forschergruppen in unserem Institut wollen wir uns noch weitaus stärker wirklich zu einem Kompetenzzentrum entwickeln, das die umweltgerechte Energieversorgung von der Erzeugung und Speicherung über die Verteilung und Steuerung bis hin zur Nutzung und Anwendung einschließlich Kommunikation und Medien in ihrer Gesamtheit betrachtet und als solches dann auch gesehen wird. UNI: Wie soll sich dabei das ZET als technologische Plattform weiter entwickeln? Prof. ROCK: Langfristiges Ziel ist es, das ZET unter wissenschaftlicher Leitung durch das IEAU zu einem Kompetenzzentrum für Forschung und Dienstleistung auf den Gebieten der Elektro-, Energie- und Umweltsystemtechnik in Thüringen und Deutschland auszubauen. Um dieses Ziel zu erreichen, soll die derzeitige Maschinenhalle zu einem zentralen Laborgebäude umgebaut und vom ZET bewirtschaftet werden. Wir sind bereits dabei, Konzepte für zusammenhängende Laborbereiche und die Installation von Experimentaleinrichtungen für Forschung, Lehre und Dienstleistungen zu entwickeln. Die in Zukunft entscheidende Verbindung zwischen Leistungselektronik und Hochspannungstechnik wurde erkannt und über einen DFG-Großgeräteantrag zur Beschaffung einer Hochspannungsversuchseinrichtung vorangetrieben. Der Antrag wurde bereits positiv beschieden und der Aufbau der neuen Versuchsanlage im Kopfbau der Maschinenhalle wird Ende dieses Jahres beginnen. IM INTERVIEW UNI I 01 I 2011 Fotos: ari Die Maschinenhalle für die Elektrotechnik wird zum Kompetenzzentrum für Forschung und Dienstleistung auf den Gebieten Elektro-, Energie- und Umweltsystemtechnik umgebaut.


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