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UNI 02 2014

schonenden Fahrzeugkonzepten. „Ohne energieeffiziente, nachhaltige Mobilität ist die Energiewende nicht möglich“, betont der Sprecher des ThIMo und Prorektor für Wissenschaft der TU Ilmenau, Professor Klaus Augsburg. „Das ThIMo bündelt die Kompetenzen einer Vielzahl interdisziplinär arbeitender Wissenschaftler der TU Ilmenau und weiterer Partner, um die Forschung und Entwicklung auf diesem Gebiet entscheidend voranzutreiben.“ Das ThIMo deckt dabei die gesamte Innovationskette von der Grundlagen- über die angewandte Forschung bis hin zu wissenschaftlichen Dienstleistungen in den Feldern Elektromobilität, Powertrain, optimierte Verbrennungsmotoren und Leichtbau ab. Das IEAU bringt hier vor allem Beiträge auf dem Gebiet der Elektromobilität ein. So arbeitet seit 2012 die TAB-Forscherguppe „eMOBIL“ an der Entwicklung eines elektromotorischen Antriebssystems, das in verschiedenen Fahrzeugklassen vom Kleinwagen bis zum Transporter eingesetzt werden kann. Die Gruppe um Professor Tobias Reimann und Dr. Ulf Schwalbe vereint dazu Wissenschaftler der Fachgebiete Leistungselektronik, Industrieelektronik, Elektrische Maschinen und Elektrochemie. Das Besondere an dem innovativen Ilmenauer Elektroantrieb ist seine modulare Bauweise. Dadurch ist es leicht möglich, ihn an die unterschiedlichsten Fahrzeugkonzepte anzupassen. | 22 UNI I 02 I 2014 Das Land Thüringen fördert die Arbeiten für drei Jahre mit einer Million Euro. Ein weiteres Großprojekt rund um das Thema Elektromobilität startete im Juni 2013 mit dem vom Bundesforschungsministerium für drei Jahre und mit einer Million Euro geförderten Vorhaben „DYNASPA – Serielles EMV-optimiertes Bordnetz mit dynamischer Spannungsanpassung“. Elektroautos benötigen neben dem herkömmlichen Niedervolt-Bordnetz auch ein Hochvolt-Bordnetz, um den elektrischen Antrieb, die Batterie und die zugehörige Leistungselektronik betreiben zu können. Damit bestehen parallele Spannungen, die eine große Herausforderung insbesondere an die elektromagnetische Verträglichkeit darstellen. Die Ilmenauer Forscher arbeiten an einer Bordnetzarchitektur, die das Netz bei Wartung oder einem Unfall spannungsfrei schalten kann, um Werkstattpersonal und Rettungskräfte vor Risiken zu schützen. Dazu wird im Projekt DYNAPSA unter Leitung von Professor Jürgen Petzoldt und Dr. Uwe Rädel ein an der TU Ilmenau entwickeltes, patentiertes Schalternetzwerk mit dynamischer Spannungsanpassung hinsichtlich seiner Funktionalität und wirtschaftlichen Einsetzbarkeit in Elektrofahrzeugen getestet. Auch die Arbeiten auf dem Gebiet der IuKTechnologien kommen dem Bereich der Elektromobilität zugute. Derzeit läuft das Projekt „Gesteuertes Laden V3.0“, an dem in einem Verbund von sieben Partnern unter Führung der BMW AG das Fach- UNITITEL Die Forschergruppe eMOBIL entwickelte einen innovativen Antrieb für Elektroautos, der sich an unterschiedlichste Fahrzeuge anpassen lässt. Am Prüfstand testen die Wissenschaftler die verschiedenen modularen Aufbauten für die jeweiligen Anforderungen. Die Stromtankstelle auf dem Campus dient unter anderem den Forschungsarbeiten im Projekt "Gesteuertes Laden V3.0". Ziel ist die Entwicklung eines intelligenten Energiemanagement-Systems, das ein optimales und netzverträgliches Laden von Elektrofahrzeugen ermöglicht. Die TU Ilmenau entwickelte ein patentiertes Schalternetzwerk, mit dem das Bordnetz von Elektroautos bei der Wartung oder einem Unfall spannungsfrei gehalten wird. Die Forschergruppe DYNAPSA arbeitet an der Überführung der Entwicklung in die Anwendung.


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