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UNI 02 2014

Neu im Amt Diplom-Psychologin SANDRA HILD UNI I 02 I 2014 15 | Psychologische Kontaktstelle Erste Hilfe für Betroffene Zu den vielfältigen Angeboten des Gesundheitskonzepts der TU Ilmenau zählt die psychologische Kontaktstelle, die zum 1. April mit einer eigenen Psychologin besetzt wurde. Was die Anlaufstelle bietet, fragte UNI Andrea Krieg von der Stabsstelle Campus Familie. Warum hat die Universität die psychologische Kontaktstelle jetzt mit einer eigenen Psychologin besetzt? Andrea Krieg: Wir hatten ja bisher ein Beratungsangebot in Zusammenarbeit mit einer externen Ärztin, haben uns aber auch mit der Frage beschäftigt: Was wird nach der Beratung und wie können wir die Kontaktstelle noch besser in unser Gesamtkonzept zur Gesundheitsförderung einbinden, beispielsweise im Bereich der Prävention und der Vernetzung aller Anlaufstellen innerhalb und außerhalb der Universität? Die Kontaktstelle wird künftig also nicht nur ein Beratungsangebot, sondern auch Kursangebote im Rahmen interner Weiterbildung aufbauen und Bindeglied zu den anderen internen Anlaufstellen aber auch zu Ärzten, Therapeuten und Praxen sein. Diese vielfältigen Aufgaben lassen sich mit einer hausinternen Stelle besser bewältigen, weshalb sich die Universität für diesen Schritt entschieden hat. Mit Sandra Hild haben wir eine Diplom-Psychologin gewinnen können, die dafür breite Fachkompetenz und Erfahrung mitbringt Mit welchen Themen wenden sich meisten Betroffenen an die Kontaktstelle? Andrea Krieg: Wir stellen fest, dass die Themen Überlastung, Stress, Lebenskrisen, Burnout und Depressionen zunehmend eine Rolle spielen. Bei den Studierenden sind es häufig Prüfungsangst oder, besonders bei ausländischen Studierenden, Vereinsamung. Beide Gruppen haben Probleme mit dem extremen Leistungsanspruch UNIPOLITIK Seit dem 1. April ist die Diplom- Psychologin Sandra Hild Ansprechpartnerin in der psychologischen Kontaktstelle der TU Ilmenau. Die 39-jährige stammt aus dem Saarland und studierte an der Universität des Saarlandes Psychologie. Seit 2002 lebt sie in Thüringen. Nach dem Studium arbeitete sie zunächst als Psychologin in der Jugendhilfe und absolvierte eine Weiterbildung zur systemischen Therapeutin. 2008 wechselte sie in den klinischen Bereich, wo sie bis zuletzt als Psychologin und Psychotherapeutin gearbeitet hat. In dieser Zeit begann sie auch ein berufsbegleitendes Studium zur psychologischen Psychotherapeutin. An der TU Ilmenau freut sie sich darauf, die Themen, die die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bewegen, kennenzulernen und ihre bisherigen Erfahrungen einzubringen. Über Beratungsangebote und bedarfsorientierte Seminare möchte sie individuelle Ressourcen und einen gesundheitsförderlichen Umgang mit Belastung festigen bzw. aktivieren und das Konzept „Psychisch stark am Arbeitsplatz und im Studium“ mitgestalten. In Absprache mit der psychosozialen Beraterin des Studentenwerks Thüringen für Studierende bietet sie auch tiefergehende Beratungsgespräche für Studentinnen und Studenten an. Privat treibt sie gerne Sport und kommt in der Natur oder beim Lesen zur Ruhe. in unserer Gesellschaft insgesamt, der sich natürlich auch in unserer täglichen Arbeit widerspiegelt. Auch die demografische Entwicklung spielt zunehmend eine Rolle. Die Zahl der älteren Mitarbeiter steigt, und viele fragen sich, auch mit Blick auf die Rente mit 67, wie lange sie den immer höheren Anforderungen und dem Tempo noch gerecht werden können. Wird das Angebot gut genutzt oder gibt es große Hemmschwellen? Andrea Krieg: Da unser Beratungsangebot sehr niederschwellig ist, wird es gut angenommen. Das ist allein schon durch die Lage der Kontaktstelle begünstigt, vor allem aber versuchen wir an der TU Ilmenau für die Thematik generell zu sensibilisieren. Zum Beispiel auch am Gesundheitstag. Auch Probleme und Erkrankungen gehören zum Alltag und sind nichts, für das man sich eventuell sogar schämen muss. Wie kann die Kontaktstelle Betroffenen konkret helfen? Andrea Krieg: Oft geht es um die Intervention in Krisen, die aus unterschiedlichen Lebenssituationen entstehen können. Zum Beispiel, wenn zu Hause ein Pflegefall eintritt und man Arbeit, Familie und Pflege nicht mehr bewältigen kann. Oder es gibt Konflikte am Arbeitsplatz. Für die Betroffenen ist es dann wichtig, zu wissen, dass sie Ansprechpartner haben, die zuhören und weiterhelfen können. Im Gespräch wird gemeinsam nach dem besten Weg gesucht. Bei Problemen am Arbeitsplatz könnten das zum Beispiel das integrierte Konfliktmanagement oder der Personalrat sein. Das Gespräch mit der Psychologin dient vor allem zur Stabilisierung und Stärkung der Persönlichkeit des Hilfesuchenden.


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