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UNI 02 2014

Im Spannungsfeld zwischen Zufriedenheit und Überlast »Frohes Schaffen «? Die TU Ilmenau muss sich derzeit der Tatsache stellen, dass die Zuweisungen des Landes die Lohn- und Energiekostensteigerungen nicht vollständig ausgleichen. Dies ist nicht ausschließlich eine Herausforderung für die Universitätsleitung, sondern für alle Angehörigen | 14 UNI I 02 I 2014 mend schwerer erreichbar. Stressbedingte und psychische Erkrankungen, Burnout oder Arbeitssucht können die Folge sein. Ansprechpartner an der Universität In diesem Spannungsfeld stehen Ihnen die Mitglieder des Personalrates als vertrauensvolle Ansprechpartner zur Verfügung. Wir wissen, dass bereits heute einige Beschäftigte mit Überlastungssituationen konfrontiert sind, die auf Dauer krank machen können. Zur Lösung dieses Konflikts müssen beide Seiten beitragen. Auf der einen Seite tragen die Führungskräfte im Rahmen ihrer Fürsorgepflicht Verantwortung, Arbeitsbedingungen zu schaffen, die vor Gefährdungen der Gesundheit schützen. Der Gesundheitsbegriff schließt dabei auch das psychische Wohlergehen ein. Andererseits gehört es auch zu den Pflichten der Beschäftigten selbst, für die eigene Gesundheit am Arbeitsplatz Sorge zu tragen. Anlässlich des Gesundheitstages der TU Ilmenau am 18. Juni wird unter anderem der Film „Frohes Schaffen“ gezeigt. Auf unterhaltsame, satirische Art und Weise thematisiert der Film die moderne Arbeitswelt und bietet Anregungen zur Selbstreflexion des eigenen Tuns. I Marco Hennhöfer, Personalratsvorsitzender UNIPOLITIK Die hervorragenden Leistungen in Lehre und Forschung, die durch Hochschulrankings und die Einwerbung von Drittmitteln auf Rekordniveau belegt sind, resultieren aus dem überdurchschnittlichen und über die dienstlichen Pflichten hinausgehenden Engagement aller Beschäftigten, die mit wissenschaftlichen, technischen oder Verwaltungsaufgaben betraut sind. Als Beispiele seien hier wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Drittmittelprojekten genannt, die freiwillig Lehraufgaben übernehmen, Teilzeitbeschäftigte, die deutlich länger arbeiten, Haushaltsbeschäftigte, die ihre Lehrdeputate übererfüllen, technische Angestellte, die zahlreiche administrative Aufgaben z. B. in der Projektverwaltung übernehmen, Beschäftigte in der Verwaltung, die durch die Vielzahl und Kleinteiligkeit der Drittmittelprojekte an ihre Grenzen kommen und nicht zuletzt die Professorinnen und Professoren, die den Spagat zwischen Lehre, Forschung, Drittmitteleinwerbung und Projektmanagement zu bewältigen haben. Bei all diesen individuellen Höchstleistungen gilt es jedoch auch, eine gewisse Achtsamkeit für das eigene Wohlbefinden zu wahren. Arbeit und Freizeit, Leistungs- und Erholungsphasen müssen in einem ausgewogenen Verhältnis stehen, um dauerhaft leistungsfähig zu bleiben. Gravierende Veränderungen Aber woran liegt es nun, dass unsere Freizeit immer mehr von Arbeitsaufgaben geprägt wird? Hat sich die Arbeit verändert oder wir uns? Tragen die vielfältigen Gestaltungsspielräume der modernen Arbeitswelt dazu bei, dass wir immer mehr zum Spielball der Arbeit werden? Blickt man ein Stück in die Geschichte von Arbeit und Arbeitserleben zurück, zeigen sich gravierende Veränderungen. Traditionelle Bindeglieder zwischen Beschäftigten und Arbeitgebern, z. B. Sicherheit und Loyalität, wurden zunehmend durch prekäre Beschäftigungsbedingungen entkräftet. Das emotionale und wertebezogene Bekenntnis des Einzelnen zum Arbeitgeber hängt dabei sehr von den individuellen Beschäftigungsbedingungen ab. Auch das Ziel eines jeden Beschäftigten, mit der geleisteten Arbeit zufrieden zu sein, ist in Zeiten steigender Anforderungen zuneh- der Universität. Mitarbeiterbefragung an der TU Ilmenau Die TU Ilmenau führt derzeit eine „Mitarbeiterbefragung zu Ressourcen, Veränderungspotenzialen und psychosozialen Belastungen am Arbeitsplatz“ durch. Ziel der in Kooperation mit der Universität Bielefeld vorgenommenen Erhebung ist eine Iststandsanalyse der Arbeitssituation und -zufriedenheit der Unimitarbeiter/innen. Bewertet werden auf einer Skala von „trifft voll zu“ bis „trifft überhaupt nicht zu“ insgesamt elf Kategorien, darunter Ausstattung des Arbeitsplatzes, Entwicklungsmöglichkeiten, erfahrene Wertschätzung, eigene Leistungseinschätzung und emotionale Erschöpfung. Die Ergebnisse der Befragung sollen zur Weiterentwicklung der Maßnahmenplanung im Gesundheitsmanagement dienen. Sie sollen im Spätsommer vorliegen und werden bekanntgegeben.


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