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UNI 02 2014

UNIPOLITIK Indonesien-Kooperation Internationale Universität vor Gründung Die unter der Leitung der TU Ilmenau entstehende „International University Liaison Indonesia“ (IULI) soll noch in diesem Jahr eröffnet werden. Vor diesem Hintergrund besuchten der indonesische Botschafter in Deutschland, Dr. Fauzi Bowo, und der Vorsitzende der Trägerstiftung der IULI, Dr. Ilham Habibie, die TU Ilmenau. studierte in München und wurde dort auch promoviert. In exzellentem Deutsch brachte er den Hörern, darunter zahlreiche indonesische Studierende der TU Ilmenau, die Bedeutung von Forschung und Entwicklung für die Zukunft Indonesiens nahe. Besonders groß sei der Bedarf an Ingenieuren, für deren Ausbildung die IULI eine große Rolle spielen werde. Die gemeinsamen Vorbereitungen zur Erteilung der Universitätslizenz seien auf der Zielgeraden. Den Schwerpunkt der Kooperation mit der TU Ilmenau sieht er insbesondere auf den Feldern Nanotechnologie und Automotive. Dem Besuch der indonesischen Gäste vorausgegangen war eine Reise des Rektors der TU Ilmenau, Professor Peter Scharff, bei der er zusammen mit dem Indonesien- Beauftragten der Universität, Professor Heinrich Kern, entscheidende Gespräche im indonesischen Erziehungsministerium geführt hatte. Die IULI wird ein breit gefächertes technisch-naturwissenschaftliches Studienangebot auf den Stufen Bachelor, Master und Forschungsdoktorat anbieten. UNI I 02 I 2014 11 | An der künftigen Universität in Jakarta sind derzeit 12 Hochschulen aus fünf Ländern beteiligt. Die TU Ilmenau initiierte die Gründung, koordiniert das Gesamtvorhaben und wird eigene Studiengänge exportieren. Die TU Ilmenau unterhält bereits seit über zehn Jahren wissenschaftliche Kontakte nach Indonesien. Sie ist Sprecher des German ASEAN Science and Technology Network (GAST), in dem sich führende deutsche technische und technisch geprägte Universitäten wie die TU München, die TU Darmstadt und die RWTH Aachen zusammengeschlossen haben, um im asiatischen Raum die weltweit anerkannte deutsche Ingenieur- und naturwissenschaftliche Ausbildung sowie Forschungs- und Entwicklungskooperationen aus diesem Bereich zu fördern. Innerhalb des Netzwerks ist die TU Ilmenau zuständig für Indonesien. Das mit 240 Millionen Einwohner viertbevölkerungsreichste Land der Erde ist von der Bundesregierung als eines der wichtigsten Partner für Kooperationen im südostasiatischen Raum benannt worden. Die Bedeutung der Zusammenarbeit unterstrich auch der Besuch des indonesischen Botschafters, seine Exzellenz Fauzi Bowo, am 10. März an der TU Ilmenau. Der promovierte Ingenieur ist Mitglied einer deutsch-indonesischen Arbeitsgruppe der Bundesregierung, die sich unter anderem mit Bildungsfragen befasst, und unterstützt die IULI-Gründung nachhaltig. Im Rahmen der öffentlichen Abendveranstaltung im Audimax der TU Ilmenau brachte er seine Freude über die anstehende Universitätsgründung in seinem Heimatland zum Ausdruck. „Die künftige Universität ist für den gesamten ASEANRaum von hoher Bedeutung. Ich sehe unserer weiteren Zusammenarbeit mit großer Freude und Erwartung entgegen.“ Zuvor hatte Dr. Ilham Habibie Gedanken zu einer langfristigen deutsch-indonesischen Zusammenarbeit im Forschung, Technologie und Innovation vorgetragen. Der Sohn von Dr. Bacharuddin Habibie, der als Staatspräsident Indonesien in die Demokratie geführt hat, wurde in Aachen geboren, ging in Hamburg zur Schule, Empfang der indonesischen Gäste der TU Ilmenau. v.l.n.r.: der Indonesien-Beauftragte der TU Ilmenau, Professor Heinrich Kern, Rektor Professor Peter Scharff, Botschafter Dr. Fauzi Bowo, der Vorsitzende der IULITrägerstiftung, Dr. Ilham Habibie, und die Staatssekretärin in der Thüringer Staatskanzlei, Hildigund Neubert. Foto: Bettina Wegner


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