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UNI 02 2014

UNIPOLITIK Studieren mit besten Aussichten Die Palette der Aktivitäten der Universität zur Gewinnung von Studierenden reicht von bundesweiten Messeauftritten über den Tag der offenen Tür bis zu Schnupperstudientagen, von der Kinderuni über Schülerprojekttage bis zu MINT-Aktivitäten für Schülerinnen, vom Online-Marketing über Anzeigenschaltungen bis zur Pressearbeit. Hintergrund für diese Anstrengungen ist vor allem die demografische Entwicklung in Thüringen und den anderen neuen Bundesländern, die seit 2007 zu einer Halbierung der Abiturientenzahl führte. „Nur ein Drittel unserer Studienanfänger kommt heute noch aus den neuen Bundesländern, 2008 waren es doppelt so viele“, fasst die Leiterin des Referates Marketing, Sabine Jackisch, zusammen. Der Anteil der Studierenden aus den alten Bundesländern und aus dem Ausland sei dagegen in sehr erfreulichem Maße gestiegen. Bei der Quote der Studierenden aus den alten Bundesländern weist die TU Ilmenau sogar den höchsten Wert unter den ostdeutschen Universitäten auf. Die TU Ilmenau wirke auf Studierende aus den alten Bundesländern wie ein Magnet, schreiben DUZ und Spiegel Ende März, und: „25 Jahre nach dem Fall der Mauer scheint sie die erste echte gesamtdeutsche Universität zu werden.“ Die Universität führt dies auf ihren guten Ruf in Lehre und Forschung, ein attraktives Fächerspektrum, sehr gute Studienbedingungen, die geografische Lage in der Mitte Deutschlands und günstige Lebenshaltungskosten zurück. Auch der Wegfall des Wehrdienstes und des 13. Schuljahres hatten die Nachfrage erhöht. Dieser Bonus ist jetzt allerdings verbraucht, | 10 UNI I 02 I 2014 und auch die Studiengebühren wurden in anderen Bundesländern größtenteils wieder abgeschafft. „Das bedeutet, dass es künftig immer schwieriger wird, das Einschreibeniveau zu halten“, betont Sabine Jackisch. Das sehen auch die Bundesregierung und die Wissenschaftsministerien der fünf neuen Bundesländer so und haben die Fortsetzung der länderübergreifenden Kampagne „Studieren in Fernost“ beschlossen. Die Marketingkampagne unterstützt die Hochschulen in den neuen Bundesländern bei der Gewinnung von Studenten aus den alten Bundesländern. Nach fünfjähriger erfolgreicher Arbeit startete jetzt die zweite Phase unter dem neuen Namen „Mein Campus“. Willkommenskultur erlebbar machen Auch die TU Ilmenau profitiert von der Kampagne, in deren Rahmen auch ein Projekt zur Optimierung von Service und Kommunikation im Bewerbungsprozess gefördert wird. „Nur 30 Prozent aller Online Bewerber schreiben sich am Ende ein“, erläutert Sabine Jackisch. In dem bis 2015 laufenden Projekt sollen die „Absprung“- Gründe identifiziert und davon ausgehend Maßnahmen zur Bindung der Studienbewerber an die TU Ilmenau entwickelt und umgesetzt werden. Besonders wichtig sei, dass die Bewerber von Anfang an spüren, dass sie an der TU Ilmenau erwünscht sind. Um diese Willkommenskultur erlebbar zu machen, sollen neue Dialogmöglichkeiten wie eine Hotline für Bewerber in den Abendstunden eingeführt, ein Service- und Beratungspaket geschnürt und eine einheitliche, verbindliche Kommunikation aller Akteure nach Außen geschaffen werden. Zu den Serviceversprechen gehören etwa die in Kooperation mit dem Studentenwerk realisierte Wohnplatzgarantie und die persönliche Betreuung der Erstsemester durch studentische Tutoren. „Mit diesen Maßnahmen“, so Sabine Jackisch, „wollen wir unsere Marketingaktivitäten zielgerichtet weiter ausbauen und die Einschreibequote auf 50 Prozent der Online-Bewerbungen erhöhen“. Studieren mit besten Aussichten Begleitend wird dieses Maßnahmenpaket durch die neue Kommunikationskampagne „Studieren mit besten Aussichten“. Ziel dieser Kampagne ist es, das Image der TU Ilmenau als qualitativ hochwertige Universität mit bester Betreuung und Karrierevorbereitung zu stärken und den Standort Ilmenau als individuelle Alternative zur Großstadt mit attraktivem Vereinsleben, Raum zur Selbstverwirklichung, interkultureller Vielfalt und Naturerlebnis zu positionieren. Außerdem sollen die Willkommenskultur kommuniziert und die Serviceversprechen vermittelt werden. So entstehen derzeit Motive zur „Studienplatzgarantie“ und „Wohnplatzgarantie“; „Jobgarantie“ und „Abenteuergarantie“ sind in Planung. Zusätzlich erarbeiten Studierende kleine Videoclips als virale Online-Kommunikation. Neben all diesen Aktivitäten steht für Sabine Jackisch fest: „Unsere besten Botschafter sind zufriedene Studierende und Absolventen, denn zum großen Teil leben wir von der persönlichen Empfehlung. Um das langfristig zu sichern, braucht es die Mitarbeit und Anstrengung der ganzen Universität.“ Willkommenskultur kommunizieren Die Universität hat in den letzten Jahren viel getan, um das im Hochschulpakt 2020 fixierte Ziel von 1.200 Studienanfängern pro Jahr zu erreichen. Um das auch künftig zu schaffen, wurde jetzt unter anderem die Kommunikationskampagne „Studieren mit besten Aussichten“ gestartet.


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