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UNIPOLITIK Partner gründen Deutsch-Russische Universität Zusammenarbeit in neuer Dimension Die TU Ilmenau stößt in eine neue Dimension der internationalen Zusammenarbeit vor: Mit dem geplanten Aufbau einer Deutsch-Russischen Universität in Kasan, der Hauptstadt der Autonomen Russischen Repu-blik Tatarstan, betreten die Partnereinrichtungen Neuland. Weltweit erstmalig wird in einem modernen Industriestaat eine solche Lehr- und Forschungseinrichtung etabliert. Die künftige Deutsch-Russische Universi-tät soll im Rahmen des von der Republik Tatarstan und dem Deutschen Akademi-schen Austauschdienst DAAD geförderten Projektes „German-Russian Institute of Advanced Technologies“ (GRIAT) auf-gebaut werden. Ziel des Vorhabens ist, an der Kasaner Staatlichen Technischen Forschungsuniversität (KNRTU) Ingenieur-studiengänge nach deutschem Standard zu etablieren. Die TU Ilmenau, die als Pro-jektleiter fungiert, wird dazu gemeinsam mit der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, der Brandenburgischen Tech-nischen Universität Cottbus-Senftenberg und der TU Chemnitz ingenieurtechnische Studiengänge für die Übernahme durch die KNRTU profilieren. Für den Export vor-gesehen sind zunächst die Studiengänge „Communication and Signal Processing” (TU Ilmenau), „Electrical Engineering and Information Technology“ (Otto-von-Gue-ricke- Universität Magdeburg) und „Power Engineering“ (BTU Cottbus-Senftenberg). Die Kooperation wurde im Oktober wäh-rend eines Besuches des Präsidenten der Republik Tatarstan, Rustam Minnichanow, und des Rektors der KNRTU, Prof. Albert Gilmutdinow, an der TU Ilmenau besiegelt. Rektor Professor Peter Scharff zeigte sich hocherfreut von der neuen Dimension in | 8 UNI I 01 I 2014 der internationalen Zusammenarbeit. „An einem so großen, visionären Vorhaben aktiv mitwirken zu können, erfüllt uns mit Stolz und Freude. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit unseren Partnern und darauf, unsere engen akademischen Beziehungen nun noch mehr ausbauen zu können.“ Die englischsprachigen Studiengänge, so waren sich alle Beteiligten einig, werden dabei nur der Anfang sein. Später soll das Ausbildungsprogramm erweitert und in deutscher Sprache gelehrt werden. „Wir wollen eine Deutsch-Russsische Universität mit deutscher Ingenieurausbildung auf-bauen“, Zu Gesprächen über den Aufbau einer Deutsch-Russischen Universität in Kasan weilte eine vom Präsident der Autonomen Russischen Republik Tatarstan angeführte Delegation an der TU Ilmenau. so Präsident Minnichanow. „Dazu gehört, dass unsere Studierenden die deutsche Sprache erlernen und deutsch-sprachige Studiengänge absolvieren.“ Um das GRIAT-Vorhaben umzusetzen, haben die Partner Fördermittel beim Deut-schen Akademischen Austauschdienst DAAD beantragt. Die Entscheidung ist für das Frühjahr 2014 anberaumt. Das Ge-samtvolumen ist bis 2018 mit 1,5 Millionen Euro beziffert, wobei der größte Teil von Republik Tatarstan getragen wird. Mit den Fördermitteln können jährlich bis zu 100 russische Studierende einen Studienaufenthalt in Deutschland absol-vieren und im Anschluss in Kasan einen Masterabschluss in einem der exportierten Studiengänge erwerben. Darüber hinaus ist der Austausch von Forschergruppen vorgesehen. Bereits im Herbst waren vier Nachwuchsforschergruppen der Kasaner Universität in Fachgebieten der TU Ilmenau und in einem Fachbereich der TU Chemnitz zu Gast, um potenzielle gemeinsame For-schungsthemen zu erörtern. Im Gegenzug weilte Ende November eine Delegation der beteiligten deutschen Partner in Kasan, um die Gespräche fortzuführen. Schon im September 2014 soll die Deutsch- Russische Universität bereit zur Gründung sein. Der Rektor begrüßt den hohen Gast, Präsident Rustam Minnichanow. Fotos: Fotowerkstatt Michael Voigt


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