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UNIMENSCHEN IN MEMORIAM Die Technische Universität Ilmenau trauert um ihren ehemaligen Prorektor für Bildung, Professor Friedhelm Noack, der am 3. Dezember im Alter von 77 Jahren verstorben ist. Mit Friedhelm Noack hat die TU Ilmenau eine Persönlichkeit verloren, die in hohem Maße zur Entwicklung der Lehre und Forschung auf dem Gebiet der elektrischen Energietechnik zu einem der heutigen Forschungsschwerpunkt und zur universitären Profilierung der TU Ilmenau insgesamt beigetragen hat. Leben und Wirken Professor Noacks sind auf das engste mit unserer Universität verbunden. Nach dem Studium der Elekt-rotechnik 1960 an der damaligen Hochschule für Elektrotech-nik Ilmenau war er bis 1972 als wissenschaftlicher Assistent und Oberassistent im Institut für Elektrische Energietechnik tätig. 1965 promovierte er mit einer Arbeit zu Betriebsmitteln bei Schaltvorgängen und 1979 habilitierte er mit der Arbeit „Die Beanspruchung der Hochspannungsleistungsschalter beim Ausschalten von Fehlerströmen“. 1984 wurde er zum Ordentlichen Professor für das Gebiet „Geräte und Anlagen der Elektrotechnik“ berufen, 1993 folgte die Überleitung zum Universitätsprofessor für das Fachgebiet „Grundlagen der Elek-trischen Energietechnik“, das er bis zu seinem Ausscheiden in den Ruhestand im Jahr 2003 leitete. Neben der wissenschaftlichen Arbeit engagierte sich Professor Noack seit seiner Assistentenzeit ständig in verschiedenen Funk-tionen und Gremien für die inhaltliche und organisatorische Gestaltung des Hochschulstudiums. Aufgrund seiner hohen fachlichen Kompetenz, seiner persönlichen Integrität und seines Engagements in der Gremienarbeit wurde er nach der politischen Wende im Jahr 1990 zum ersten Prorektor für Bildung gewählt. Bis 1994 hat er dieses Amt bekleidet und damit in der Phase der demokratischen Erneuerung und Neustrukturierung ent-scheidenden Anteil an der inhaltlichen und organisatorischen Profilierung der Hochschule, der Umgestaltung bestehender und der Einrichtung neuer Diplomstudiengänge gehabt. Die damals gefassten Beschlüsse und verabschiedeten Ordnungen | 50 UNI I 01 I 2014 trugen maßgeblich zur universitären Erweiterung des Aus-bildungsprofils bei und sicherten wesentliche Elemente der Ilmenauer Ingenieurausbildung wie die Einheit von Lehre und Forschung, einen hohen Anspruch an Qualität und ein hohes Maß an Interdisziplinarität und Praxisbezug. 1992 wurde die TH Ilmenau zur Technischen Universität ernannt, Professor Noack legte dafür mit einen Grundstein. Für seine Verdienste um die Universitätsentwicklung wurde er anlässlich des Jubiläums „20 Jahre TU Ilmenau“ im Jahr 2012 mit der Universitätsmedaille ausgezeichnet. Professor Friedhelm Noack galt nicht nur in Deutschland, sondern international auf dem Gebiet der elektrischen Energietechnik als anerkannter Fachmann. Die Ergebnisse seiner wissenschaftlichen Arbeit sind in Hunderten Beiträgen in Fachzeitschriften und Ta-gungsbänden, Vorträgen auf wissenschaftlichen Konferenzen im In- und Ausland, Forschungsberichten und Gutachten sowie in 17 Patentanmeldungen enthalten. Für zahlreiche Doktoranden war er ein Doktorvater, der hohe fachliche Ansprüche stellte, die Arbeiten aber auch intensiv persönlich betreute. Mehr als 10 Lehrveranstaltungen wurden von Professor Noack aufgebaut, in die stets neueste Forschungs- und Entwicklungsergebnisse einflossen. Diese Lehrveranstaltungen wurden wegen ihres anspruchsvollen Inhaltes, des didaktisch fundierten Aufbaus und der anschaulichen Vortragsweise von den Studierenden hoch geschätzt. Als Leiter des Wissenschaftsbereiches „Elektroenergetische Grundlagen“ und Forschungskoordinator für die Kryoelektro-technik verstand es Professor Noack, seine Mitarbeiter dafür zu begeistern, wissenschaftliches Neuland zu betreten. So baute er vollkommen neue Forschungsgebiete auf und entwickelte, zusammen mit einem Team hochmotivierter Mitarbeiter, leis-tungsfähige Hochstromimpulsgeneratoren, die Forschungen zu Blitzwirkungen, zur Lichtbogenphysik und zum Blitz- und Überspannungsschutz ermöglichten. Durch seine Tätigkeit als langjähriger Vorsitzender des „Ausschusses für Blitzschutz und Blitzforschung“ im VDE Verband der Elektrotechnik Elektro-nik Informationstechnik, seine Mitwirkung in nationalen und internationalen wissenschaftlichen Organisationen und als Vorsitzender des Verwaltungsrates des TÜV Thüringen förderte Professor Noack das Ansehen der TU Ilmenau im In- und Ausland. In Würdigung seiner Leistungen wurde er 2004 vom VDE mit der Benjamin-Franklin-Medaille ausgezeichnet. Professor Noack hielt auch nach seinem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst stets engen Kontakt zu seinem Fachgebiet und der Universität. Sein plötzlicher, unerwarteter Tod hat uns tief betroffen gemacht. Wir verneigen uns in Dankbarkeit vor einer Persönlichkeit, die sich um die Entwicklung der TU Ilmenau verdient gemacht hat. Wir werden Professor Friedhelm Noack ein ehrendes Andenken bewahren. Professor Friedhelm Noack


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