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UNIREPORTAGE „Überall, wo ich genau hinsehe, kann ich nichts mehr erkennen.“ Das ist ein typischer Satz von Patien-ten mit Makuladegeneration. Die Gegenüberstellung veranschaulicht die Bildwahrnehmung eines AMD-Patienten Auf der iENA wurde die Brillenfolie mit einer Goldmedaille geehrt. Von links: Dr. Beate Mitschunas, Dipl.-Ing. Matthias Hillenbrand und Professor Stefan Sinzinger. Foto: Sascha Erfurt UNI I 01 I 2014 43 | Forschergruppe ONERA. Diese umfasst gegenwärtig zehn Mitglieder und forscht täglich an der Weiterentwicklung der Brillenfolie. Nachdem die Idee geboren und durch Simulationen verifiziert war, dachten die Wissenschaftler über eine Paten-tanmeldung nach. Mit dem an der TU Ilmenau angesiedelten PATON | Lan-despatentzentrum Thüringen steht den Forschern eine professionelle Anlaufstelle für alle damit verbundenen Fragen und Schritte zur Verfügung. Die Erfinder vom Fachgebiet wandten sich zunächst an die Schutzrechtsbeauftragte Cordula Müseler, die ihnen bei der Erstellung einer so genannten Erfindungsmeldung, dem ersten Schritt zur Anmeldung eines Patents, mit Rat und Tat zur Seite stand. Die Erfindungsmeldung wurde im PATON an die Innovationsmanager Dr. Annette Bangert und Jana False weitergeleitet, die die Erfindung hinsichtlich Neuheit und wirtschaftlicher Verwertbarkeit beurteilten. Nachdem die Bewertung positiv ausfiel, sprachen die Expertinnen die Empfehlung aus, das Projekt weiter zu verfolgen und ein deutsches, später auch ein internationales, Patent anzumelden. Die Zusammenarbeit mit dem PATON bezeichnete Professor Sinzinger als ausge-sprochen gut. „Ohne die Hilfe des PATON wäre die Anmeldung des Patents kaum möglich gewesen, da sehr viele Formalien eingehalten werden müssen“, lobt er. Als Nächstes möchte das Forschungsteam die Anmeldung des internationalen Patents in Angriff nehmen, für das das PATON die internationale Anmeldung nachgereicht hat. Plötzlich gab es Protest aus dem Ausland, ein ähnliches Produkt würde bereits bestehen. Matthias Hillen-brand, Mitarbeiter in der Forschergruppe ONERA und einer der Erfinder, ist aller-dings davon überzeugt, dass sich die neu entwickelte Sehhilfe klar von anderen Herangehensweisen abgrenzt. Vom Patent zur Produktreife Bis die Brillenfolie für jedermann zugäng-lich ist, dauert es wohl noch einige Zeit. Denn bisher bestehen nur Prototypen mit eingeschränkter Funktionalität, die zwar den Effekt demonstrieren, aber unbezahl-bar sind. Die TU Ilmenau wird ihre guten Kontakte in die Industrie nutzen, um ihre Erfindung bei potenziellen Herstellern vorzustellen. Der Wunsch von Professor Sinzinger und seinem Doktoranden Matthias Hillenbrand ist eine industrielle Serienfertigung der von ihnen entwickel-ten Brillenfolie, die für jeden Patienten individuell angepasst werden kann. Erste Aufmerksamkeit und Anerkennung hat die Forschergruppe für Ihre Erfindung bereits erfahren: Auf der internationa-len Fachmesse für Ideen, Erfindungen und Neuheiten iENA 2013, die vom 31. Oktober bis 3. November in Nürnberg stattfand, wurde die Brillenfolie mit einer Goldmedaille geehrt. I Niklas Marx a) ohne und b) mit der innovativen Folie der TU Ilmenau.


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