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UNIFORSCHUNG Regeln für gute wissenschaftliche Praxis | 36 UNI I 01 I 2014 Neues An-Institut der TU Ilmenau Der Senat fasste in seiner Sitzung am 3. Dezember einstimmig den Beschluss, das im Heilbad Heiligenstadt ansässige iba nach § 105 Thüringer Hochschulgesetz und § 2 der An-Institutsordnung der TU Ilmenau als An-Institut anzuerkennen. Mit der Angliederung will die Universität ihr Profil auf dem Gebiet der Biotechno-logie erweitern. Schon seit vielen Jahren pflegt die TU Ilmenau enge wissenschaft-liche Kontakte zu der national und international renommierten Forschungs- und Entwicklungseinrichtung. Mit den Fachbereichen Analysenmesstechnik, Biowerkstoffe und Bioprozesstechnik be-stehen vielfältige Kooperationen, die die Forschungsschwerpunkte der TU Ilmenau komplementär ergänzen. In der Lehre sind führende iba-Wissenschaftler wie Professor Klaus Liefeith und Professor Uwe Pliquett bereits langjährig als Dozenten und Honorarprofessoren für biotechnisch orientierte Lehrveranstaltungen der TU Ilmenau tätig, nun auch im neu eingeführ-ten Studiengang Biotechnische Chemie. Mit der An-Institutsgründung wollen die Partner ihre Zusammenarbeit und die gemeinsame Nutzung von Ressourcen weiter ausbauen. „Ich halte sehr viel da-von, anwendungsorientierte Forschungs-einrichtungen möglichst eng in die TU Ilmenau einzubinden“, sagte der Rektor der TU Ilmenau, Professor Peter Scharff. „Das steigert unsere Forschungskraft und wissenschaftliche Vernetzung. Die Angliederung des iba als An-Institut an die TU Ilmenau ist dafür ein wichtiger und konsequenter Schritt.“ Foto: Foto-Grimm-Leinefelde Das Institut für Bioprozess- und Analysenmesstechnik e.V. (iba) ist neues An-Institut der TU Ilmenau. Auf Beschluss des Senats hat die TU Ilme-nau ihre „Regeln guter wissenschaftlicher Praxis“ und die „Richtlinie für das Verfah-ren bei Verdacht auf wissenschaftliches Fehlverhalten“ aktualisiert. Die Anpassung erfolgte aufgrund von ergänzten und ak-tualisierten Empfehlungen der Deutschen Forschungsgemeinschaft DFG zur „Si-cherung guter wissenschaftlicher Praxis“ vom Juli 2013. Die TU Ilmenau bekennt sich zu den hier empfohlenen Regeln und stützt sich darüber hinaus auf die in ihrem Leitbild und ihrer Grundordnung fixierten Werte und Qualitätsanforderungen. Danach sind wissenschaftliche Arbeiten grundsätzlich zu veröffentlichen und verwendete Quellen zu dokumentieren. Weiterhin verpflichtet sich die TU Ilmen-au zur Heranbildung wissenschaftlichen Nachwuchses. Ein Betreuungsanspruch besteht etwa für Forschungsarbeiten von Promovenden und in der Postdoc-Phase. Arbeitsgruppen sollen in der Regel von Habilitierten oder vergleichbar qualifizier-ten Wissenschaftlern geleitet werden, die unter der Aufsicht des für das Forschungs-vorhaben zuständigen Fachgebietsleiters stehen. Der Leiter der Arbeitsgruppe trägt die Verantwortung für eine kollegiale und vertrauensvolle Zusammenarbeit und ist Ansprechpartner für interne Konfliktlö-sungen. Die Bewertung wissenschaftlicher Leistungen erfolgt neben anderen Kriteri-en anhand wissenschaftlicher Publikatio-nen, wobei Originalität und Qualität stets Vorrang gegen über der Quantität haben. Im Falle eines Verdachts auf wissenschaft-liches Fehlverhalten, beispielsweise durch Verfälschen von Daten und Ergebnissen, eine Verletzung geistigen Eigentums (Pla-giat) oder die Beeinträchtigung anderer in ihrer Forschungsarbeit (zum Beispiel durch Sabotage), können sich Mitglieder der TU Ilmenau und externe Personen an den vom Senat gewählten Ombudsmann wenden. Zur Untersuchung von Vorwür-fen wissenschaftlichen Fehlverhaltens be-stellt der Senat eine ständige Kommission, in die fünf Professoren der TU Ilmenau berufen werden. Bei einem Verdachtsfall führt die Kommission eine Vorprüfung durch und leitet bei einer Erhärtung der Verdachtsmomente ein förmliches Untersuchungsverfahren ein. Wird wis-senschaftliches Fehlverhalten festgestellt, prüft die Universitätsleitung zur Wahrung der wissenschaftlichen Standards der TU Ilmenau und der Rechte aller direkt und indirekt Betroffenen die Notwendigkeit weiterer Maßnahmen. Eine Ahndung wissenschaftlichen Fehlverhaltens richtet sich nach den Umständen des Einzelfalls. Je nach Sachverhalt kann sie den Entzug akademischer Grade, der Lehrbefugnis oder die Einleitung rechtlicher Maßnah-men bedeuten. iba Heiligenstadt


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