Page 34

UNI_01_2014_Webpaper

UNIFORSCHUNG HORI ZON 2 0 2 0 wird neues EU-Forschungsrahmenprogramm Ab 2014 wird Horizon 2020, das neue Rahmenprogramm für Forschung und Innovation, das 7. EU-Forschungsrahmenprogramm ablösen. Für das neue Programm stehen bis 2020 über 70 Milliarden Euro bereit. UNI stellt vor, was sich mit Horizon 2020 in der europäischen Forschungsförderung ändert. In der Zwischenbewertung des 7. EU-Forschungsrahmenprogrammes | 34 UNI I 01 I 2014 (FP7) hatten die Experten der EU-Kommission als wichtigsten Mangel eine „fehlende Innovationsfähigkeit der europäischen Forschungs- und Entwicklungsland-schaft“ festgestellt. Horizon 2020 soll einen wichtigen Beitrag auf dem Weg zur „Innovationsunion“ leisten. So ist neben einer verstärkten Einbindung von Industrie und KMU die Bewältigung von „gesellschaftlichen Herausforderungen“ wichtigste Zielstellung. Doch auch die Grundlagenforschung wird weiterhin ihren Platz haben. Drei Säulen-Struktur Die Struktur von Horizon 2020 (kurz: H2020) umfasst im Wesentlichen drei Säulen: „Excellent Science“, „Industrial Leadership“ und „Societal Challenges“. Dabei finden sich in der ersten Säule aus dem FP7 bekannte Förderformate wieder, so die Marie Curie-Maßnahmen (jetzt: Ma-rie Sklodowska-Curie) und die Programme European Research Council (ERC) sowie Future Emerging Technologies (FET). Neu dagegen - und das ist sicherlich Aus-druck der veränderten Orientierung - ist der Zuschnitt der beiden anderen Säulen. Werden in der zweiten Säule „Industrial Leadership“ die sechs Schlüsseltechnolo-gien (Key Enabling Technologies – KET‘s), spezielle Finanzierungsinstrumente und Maßnahmen zur Stärkung von KMU geför-dert, richten sich die Aktivitäten der dritten Säule „Societal Challenges“ auf die sieben großen gesellschaftlichen Herausforderun-gen demografischer Wandel, Lebensmittel und Bioökonomie, Energie, Mobilität, Klima, gesellschaftliche Entwicklung und Sicherheit Europas und seiner Bürger. Innovation als zentrale Zielstellung Der durchgehend zentrale Begriff im H2020 ist – siehe oben – Innovation. Um das technologische Potenzial Europas in größerem Umfang als bisher zu nutzen, hat die EU-Kommission bereits frühzeitig eine Stärkung der Führungsrolle der In-dustrie (auch von KMU, für die 20 Prozent der Mittel in Säule 2 reserviert sind) und „Societal Challenges“ festgeschrieben. Die Integration nationaler Förderpolitiken erfolgt wie schon im Vorläuferprogramm themenfixiert über so genannte Joint Pro-gramming Initiatives (JPI) und ERAnets, in denen europäische Forschungsakteure koordiniert und unter Einsatz jeweils na-tionaler Fördermittel zusammenarbeiten können. Dieser Entwicklungspfad hin zu einer „European Research Area“ (ERA) wird weiter ausgebaut und intensiviert. Gute Chancen für die TU Ilmenau Für die Ilmenauer Wissenschaftler bieten sich weiterhin sehr gute Beteiligungsmög-lichkeiten. Zusätzlich zu den großen tech-nischen Themen wie Mikro- und Nano-technik, Energie, Umwelt und Gesundheit erschließen sich mit der Herausforderung 6 „Europe in a changing world – inclusive, innovative and reflective Societies“ aber auch neue Themen für die Medien- und Sozialwissenschaftler in Ilmenau. Weitere Verbesserungen bzw. Vereinfachungen sind: • klare Förderquoten von 100 Prozent für öffentliche Universitäten plus 25 Prozent für Gemeinkosten, • Zuwendungsfähigkeit der Mehrwert-steuer, • der weitgehende Verzicht auf Stun-dennachweise und nicht zuletzt die • nahezu vollständige online-Abwick-lung. EU-Förderprogramme werden sich auch in Zukunft steigender Beliebtheit erfreu-en und entsprechend stark umkämpft sein. Um die eigenen Erfolgschancen zu erhöhen, schnell Konsortien zu finden, die eigene Forschungsstrategie stärker europäisch auszurichten und Themen von Aufrufen mitgestalten zu können, wird es für die Forscher der TU Ilmenau weiterhin und in zunehmendem Maße darauf ankommen, so gut wie möglich in europäischen Netzwerken und Fachcom-munities vertreten zu sein. Für Fragen rund um die europäische Forschungsförderung wenden Sie sich an Thomas Mirow vom EU-Office der TU Il-menau unter Telefon 03677 69-2555 oder per E-Mail an eu-office@tu-ilmenau.de Das FP7 – eine kleine Bilanz Die Wissenschaftlerinnen und Wis-senschaftler an der TU Ilmenau waren im FP7 sehr erfolgreich. Mit mehr als 15 Millionen Euro Bewilligungssum-me haben sich die eingeworbenen Mittel gegenüber dem Vorläufer FP6 verdreifacht; die Zahl der Projekte mit 40 mehr als verdoppelt. Gemessen an der Zahl der Professoren gehört die TU Ilmenau zu den 20 erfolgreichsten deutschen Universitäten im FP7. Die TU Ilmenau ist damit ein lebendiger Teil des europäischen Forschungs-raumes – hier weiter voranzukommen und sich als europäische Forschungs-universität weiter zu etablieren, ist auch Ziel für H2020.


UNI_01_2014_Webpaper
To see the actual publication please follow the link above