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UNISTUDIUM UNI I 01 I 2014 31 | Stark am Markt durch kluge Köpfe – ThAFF Die Thüringer Agentur für Fachkräftegewinnung (ThAFF) unter dem Dach der LEG Thüringen hat sich zum Ziel gesetzt, qualifizierte Fach-kräfte in Thüringen zu halten und für Thüringen zu gewinnen. Neben potenziellen Rückkehrern und Zuwanderern bietet die ThAFF auch Stu-dierenden und Absolventen, die auf der Suche nach einem Praktikum oder einer Festanstellung in Thüringen sind, eine Plattform. Die Aktivitäten der ThAFF reichen von Standortmarketing bis hin zur Bündelung der bereits vorhandenen Angebote zur Fachkräftesicherung. Auf der Homepage der ThAFF findet sich eine Stellen- und Bewer-berbörse, in der auch Studierende und Absolventen nach passenden Stellen in Thüringen suchen oder ihr Bewerberprofil erstellen können. Weitere Informationen unter: www.thaff-thueringen.de reichen von völlig inakzeptabel bis überra-schend lukrativ. Wichtiger als das Gehalt sind den Befragten sowohl im Praktikum als auch bei Festanstellungen jedoch ein positives Teamklima, eine angemessene anspruchsvolle Arbeitsaufgabe und eine ausgeglichene Work-Life-Balance. Diese Faktoren führen zu einer hohen Arbeits-zufriedenheit. Unter Wert verkaufen möchte sich jedoch niemand. Dieselbe Heterogenität wie bei den Gehaltsangeboten wurde auch bei den Erfahrungen mit dem Bewerbungspro-zess an sich deutlich. Viele Befragte bemängelten einen unprofessionellen Umgang mit ihren Bewerbungen und fehlende Kommunikation. Vor allem zu lange Reaktionszeiten und das Gefühl, dass ihnen im Vorstellungsgespräch nicht auf Augenhöhe begegnet wird, werden von den Bewerbern als negativ empfunden. Gleichzeitig hoben einige Befragte unkomplizierte und schnelle Bewerbungsprozesse bei einigen Unter-nehmen sowie ein positives Team- und Unternehmensklima lobend hervor. Thüringer Unternehmen oft besser als ihr Ruf Alles in allem hat die qualitative Studie gezeigt, dass Thüringer Unternehmen oftmals besser sind als ihr Ruf. Einige schwarze Schafe werfen aber ein schlech-tes Licht auf die Thüringer Unternehmen als Gesamtheit. Wissenschaftler sprechen vom Halo-Effekt, dieser scheint in Thü-ringen überraschend stark ausgeprägt zu sein. Viele Befragte mit negativen Erfah-rungen wurden von weiteren Bewerbun-gen in Thüringen abgeschreckt. Negative Mundpropaganda führt zu Vorurteilen bei weiteren potenziellen Bewerbern, einige Befragte haben sich in bestimmten Regionen oder bei gewissen Unternehmen aufgrund von Vorurteilen gar nicht erst beworben. Initiative für verantwortungs-volle Arbeitgeber Im September 2013 stellten Professor Bach und Dipl.-Kffr. Mandy Guttzeit (Fotos) die Ergebnisse sowie die daraus abgeleiteten Handlungsempfehlungen für die Thüringer Wirtschaft auf der von der LEG Thüringen organisierten Tagung „Strategisches Personalmanagement: Generation Y im Fokus“ vor. Die Veran-staltung stieß auf reges Interesse bei den regionalen Unternehmen. Im Anschluss an die Präsentation der Studienergebnisse wurde im Rahmen einer Podiumsdiskussi-on mit Professor Norbert Bach und Mandy Guttzeit, Dr. Steffen Spieß von der LEG Thüringen, Herrn Franz-Josef Willems, Vorstandsvorsitzender Initiative Erfurter Kreuz e.V. sowie der Studentin Franziska Buchwald die Implikationen der Ergebnis-se für die Praxis diskutiert. Ein Vorschlag des Fachgebiets Unternehmensführung/ Organisation besteht in der Gründung ei-ner Initiative „VAIR - Verantwortungsvolle Arbeitgeber In der Region“, deren Mitglie-der sich zu einem professionellen Umgang mit Bewerbern und einer marktkonformen Entlohnung verpflichten. Die „schwarzen Schafe“ hätten keinen Zutritt zur Initiative, das kollektive Employer Branding (dt.: Ar-beitgebermarkenbildung) könnte so dem schlechten Ruf der Thüringer Unterneh-men bei Studierenden und Absolventen entgegenwirken. Vielleicht starten dann mehr Absolventen ihr Berufsleben in Thü-ringen – denn die zukünftigen Fachkräfte sitzen mit den Studierenden der Thüringer Hochschulen direkt vor der Haustür der Unternehmen. Die Studie der TU Ilmenau ist abrufbar unter: www.leg-thueringen.de/personalmanagement


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