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UNIFORSCHUNG Photovoltaik im Gesamtsystem erforschen Ein gutes Jahr nach dem Start der Landesgraduiertenschule PhotoGrad trafen sich Projektpartner, Förderer und Stipendiaten am 17. Juli 2013 zu einem ersten Statusseminar. Der Sprecher der Graduiertenschule, Professor Gerhard Gobsch, konnte trotz der gegenwärtigen Krise der deutschen Solarindustrie eine sehr positive erste Bilanz ziehen. Die vom Freistaat Thüringen und Firmen des BMBF-Spitzenclusters Solarvalley Mitteldeutschland mit insgesamt 900.000 Euro finanzierte Landesgraduiertenschule habe sich aus dem Stand heraus einer großen Bewerberzahl aus dem In- und Ausland erfreut. Derzeit arbeiten 14 Stipendiaten im Rahmen ihres dreijährigen Promotionsstudiums an Themen der gesamten Wertschöpfungskette vom Ausgangsmaterial für die Solarzelle über Kosten senkende Fertigungstechnologien, Modulkonzepte, energieeffiziente leistungselektronische Energiewandlung bis hin zur Netzeinspeisung und Fragen der Hochspannungstechnik. Diese Systemsicht, das Markenzeichen der Graduiertenschule PhotoGrad, habe sich als besonders tragfähig erwiesen, betonte Professor Gobsch. „Die Zukunft der deutschen Photovoltaikbranche liegt nicht in der Produktion von Solarzellen, sondern in der Entwicklung von innovativen Systemen für eine effektivere Nutzung regenerativer Energien. Dazu braucht es mehr denn | 36 UNI I 03 I 2013 je die Verschmelzung vieler Disziplinen und Komponenten. Nur so können wir Wissensvorsprung erhalten und ausbauen und auch künftig im internationalen Wettbewerb bestehen.“ Dass dieser Ansatz auch ganz im Sinne der Qualifizierungs- und Forschungsstrategie des Freistaates und der Universität ist, bestätigten der Vertreter des Thüringer Wissenschaftsministeriums, Dennys Klein, und der Prorektor für Bildung der TU Ilmenau, Professor Jürgen Petzoldt. Der Systemgedanke, lobten sie, gehe sogar über die einzelne Hochschule hinaus: Komplementär zu den von der FH Jena bzw. der TU Ilmenau angebotenen Bachelor bzw. Masterstudiengängen sei mit der strukturierten Doktorandenausbildung in der Graduiertenschule PhotoGrad ein durchgehendes interdisziplinäres Ausbildungskonzept im Zukunftsgebiet der Energietechnik entstanden.“ Durch ein abgestimmtes Rekrutierungs- und Auswahlverfahren wurden exzellente Stipendiaten von in- und ausländischen Universitäten und Fachhochschulen für die Graduiertenschule gewonnen. Sie stellten während des Statusseminars ein beeindruckendes Spektrum von ersten Forschungsergebnissen vor, die im Rahmen von Bundes und DFG-geförderten Projekten und in Zusammenarbeit mit PV-Unternehmen und Forschungseinrichtungen entstanden sind. Bei ihren Arbeiten finden die Promovenden sowohl eine intensive Betreuung als auch modernste technische Voraussetzungen vor, so eine Beschichtungsanlage für polymere Solarzellen und die Prüf- und Versuchsanlage für Photovoltaik „OPAL“. Die Ilmenauer Professoren Jens Müller, (Direktor des IMN MacroNano®) und Tobias Reimann (ebenfalls Sprecher der Graduiertenschule PhotoGrad und Leiter des Instituts für Energie-, Antriebs- und Umweltsystemtechnik während dessen Aufbauphase) und die Jenaer Partner, Professor Igor Konovalov und Professor Michael Rüb, stellten das hervorragende wissenschaftliche Umfeld vor. Auftakt für die Kurzvorträge der Stipendiaten bildete der Impulsvortrag „Smart Energy Ostdeutschland“ von Dr. Sabine Schmidt, Solarvalley Mitteldeutschland e.V. Sie zeigte sich ebenfalls davon überzeugt, dass sich die Photovoltaikforschung und -ausbildung in Ilmenau und ganz Thüringen weiterhin sehr erfolgreich entwickeln wird. Landesgraduiertenschule PhotoGrad Foto: Bettina Wegner Projektpartner, Förderer und Stipendiaten der Landesgraduiertenschule PhotoGrad.


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