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UNITITEL Der 13. Dezember 2011 war ein guter Tag für Stefan Moldenhauer. An diesem Tag kann der Doktorand am ITFD, der inzwischen mit summa cum laude promoviert hat, die Früchte seiner harten zweijährigen Arbeit ernten: Der von ihm erfundene Pulsrohrmotor läuft. Dr. Moldenhauer hatte ein Promotionsstipendium der Deutschen Bundesstiftung Umwelt erhalten, um eine pfiffige Idee auszuprobieren: Er wollte einen neuartigen Motor bauen, der Abwärme von Auspuffrohren effizienter als ein thermoelektrischer Generator und billiger als ein Stirlingmotor in Elektrizität verwandelt. Obwohl ihm nur ein Minibudget von 5500 Euro zur Verfügung stand, hat er sein Ziel mit Improvisationstalent und Fleiß erreicht. Inzwischen ist sogar ein großer Automobilhersteller auf ihn aufmerksam geworden. Überdies hat Stefan Moldenhauer seine Erfindung für eine weitere - unerwartete - Anwendung patentiert, von der er sagt: „Wenn das funktioniert, würde die Beauty- Branche vor Freude in die Luft springen.“ Mehr kann er aus patentrechtlichen Geheimhaltungsgründen noch nicht verraten … Klein und exzellent - das Institut für Thermo- und Fluiddynamik Der Pulsrohrmotor ist nur ein kleines Projekt am ITFD, gleichwohl verdeutlicht es das Motto des Instituts, das Institutsdirektor Professor André Thess so formuliert: „Bei uns ist nicht entscheidend, wie groß ein Projekt ist, sondern wie originell. Oft kommen die spannendsten Ideen aus den kleinen Projekten.“ UNI I 03 I 2013 15 | Magnetfelder spielen am Institut für Thermo- und Fluiddynamik (ITFD) der TU Ilmenau eine zentrale Rolle. Sie werden zum Rühren, Messen, Formen und Bremsen flüssiger Metalle verwendet und bilden den Kern des Graduiertenkollegs „Lorentzkraft“. Doch auch mit seiner Turbulenzforschung hat sich das Institut längst einen Namen gemacht. Fragen des Klimas von morgen stehen dabei ebenso im Fokus wie die Luftzirkulation in Flugzeugkabinen. Dritter Schwerpunkt des von Professor André Thess und Professor Jörg Schumacher abwechselnd geleiteten Instituts ist die Energietechnik und hier insbesondere innovative Formen der thermischen Energiespeicherung. „Oft kommen die spannendsten Ideen aus den kleinen Projekten.“ Klein, aber exzellent, könnte überhaupt das Motto des Instituts für Thermo- und Fluiddynamik sein. Es besteht aus dem von Professor André Thess geleiteten Fachgebiet Thermo- und Magnetofluiddynamik, dem von Professor Jörg Schumacher geleiteten Fachgebiet Strömungsmechanik, das aus der gleichnamigen deutschlandweit ersten Heisenberg-Professur hervorgegangen ist, und dem unter Leitung von Professor Claus Wagner stehenden Fachgebiet Aerodynamik, das aus einer ebenfalls gleichnamigen Honorarprofessur entstanden ist. Diese wurde zum 1. Oktober 2013 in ein gemeinsam von der TU Ilmenau und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt finanziertes eigenständiges Fachgebiet umgewandelt. Mit diesen drei Fachgebieten weist das Ilmenauer Institut ein nahezu einmaliges wissenschaftliches Profil auf. Die Alleinstellungsmerkmale setzen sich fort mit dem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten weltweit einzigartigen Großforschungsgerät zur Untersuchung thermischer Konvektion, dem „Ilmenauer Fass“, mit mehreren DFG-Forschergruppen und dem DFGGraduiertenkolleg „Lorentzkraft“ zur strukturierten Doktorandenausbildung auf dem Gebiet der Magnetofluiddynamik. Das ITFD gehört zu den wissenschaftlichen „Aushängeschildern“ der TU Ilmenau. Regelmäßig finden sich seine Fachgebiete im Forschungsranking der Universität ganz weit vorn wieder und regelmäßig glänzt es durch internationale Veröffentlichungen, Erfindungen und Patente. Fotos: ari Foto: Fotolia


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