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86 Forschung für die Wirtschaft | iba Institut für Bioprozess- und Analysenmesstechnik AN-INSTITUTE iba Institut für Bioprozess- und Analysenmesstechnik „Biotechniques at Interfaces“ – Oberflächen von biologischen und nichtbiologischen Materialien und Interfaces, Grenzflächen zwischen solchen Materialien, stehen im Fokus der Forschung des iba Instituts für Bioprozess- und Analysenmesstechnik. Oberflächen und Grenzflächen – also jene Flächen, mit denen sich zwei verschiedene Stoffe gegeneinander abgrenzen – stehen besonders in den Lebenswissenschaften im Blickpunkt von Forschung und Anwendung. Das iba Heiligenstadt, vor 25 Jahren gegründet, kann auf diesem Gebiet als Pionier bezeichnet werden. Kunststoffen. So vielfältig wie die bearbeiteten Materialien sind auch die Anwendungen, für die das iba Institut für Bioprozess- und Analysenmesstechnik Forschungs- und Entwicklungsarbeiten durch-führt. Die Oberfläche eines Bioimpedanzsensors, der in Kontakt mit Zellen steht, muss andere Eigenschaften aufweisen als das Interface eines medizinischen Implantats oder die Oberfläche einer mikro-fluidischen Fließstrecke, die mit Stammzellen in Berührung kommt. Gemeinsam ist ihnen die Forderung nach Bio- oder Oberflächen-kompatibilität der Komponenten eines Systems aus biologischen und technischen Materialien. So sollen Oberflächen medizinischer Geräte, um ein Infektionsrisiko zu vermeiden, so beschaffen sein, dass keine Mikroorganismen auf ihnen wachsen, während Implan-tate einen möglichst guten Kontakt mit dem umliegenden Gewebe herstellen sollen. Neben biotechnologischen Anwendungen befassen sich die For-schungen des iba Heiligenstadt zunehmend mit Tools für das Dis-ease Modeling, also modellhaften Untersuchungsmethoden zu Entstehung, Verlauf und Therapie von Erkrankungen unter stan-dardisierten Laborbedingungen. Dabei werden unter anderem su-prazelluläre Systeme und smarte Materialien mit dem Ziel einer personalisierte Medizin genutzt, bei der jeder Patient unter Ein-beziehung individueller Gegebenheiten, also über die funktiona-le Krankheitsdiagnose und -therapie hinaus, behandelt wird. Der Grundlagenforschung des Instituts steht auf der Anwendungsseite eine Vielzahl an nationalen und internationalen Verbundforschungs-projekten gegenüber, die ihm hohe Drittmitteleinnahmen sichern. Auch 2016 richtete das iba Institut für Bioprozess- und Analysen-messtechnik wieder das Heiligenstädter Kolloquium aus. Die über 250 Wissenschaftler und Anwender aus Forschung und Industrie, die zur 18. Auflage kamen, konnten sich bei fast 100 Vorträgen über aktuelle Entwicklungen in der angewandten Biotechnologie informieren. Als eigene Sitzungsreihe wurde das Statusseminar des Bundesforschungsministeriums zum Strategieprozess „Biotechno-logie 2020+“ in das Kolloquium integriert. Seit seiner Gründung 1992 betreibt das iba Institut für Bioprozess- und Analysenmesstechnik, das seit 2014 An-Institut der TU Ilmenau ist, ambitionierte angewandte Forschung und Produktentwicklung auf dem Gebiet der Oberflächen und Grenzflächen. Mit dem Ziel, funktionsoptimierte technische Systeme für die Lebenswissen-schaften zu entwickeln, untersuchen und verändern die 60 Natur-wissenschaftler, Ingenieure und Techniker anwendungsorientiert Grenzflächen zwischen organisch-biologischen und anorganisch-technischen Materialien. „2017 feierte das iba Heiligenstadt sein 25-jähriges Bestehen als Forschungsinstitut des Freistaates Thüringen.“ Die Fragestellungen, mit denen sich die Wissenschaftler befassen, betreffen daher die verschiedensten Wissenschafts- und Technolo-giefelder und sind entsprechend interdisziplinär angelegt. Ebenso unterschiedlich sind die technischen und biologischen Materialien, die sie bearbeiten: einerseits Mikroorganismen, Zellen, Sphäroide und biologisches Gewebe, andererseits Glas, Keramiken, Metal-le und Polymere, die Hauptkomponenten für die Herstellung von


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