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Bericht des Rektors 2016 | 2017 79 HIGHLIGHTS Forschergruppe BioLithoMorphie Arbeiten der Forschergruppe finden international Beachtung Um künstliche Träger herstellen zu können, auf denen Zellkulturen gezüchtet wer-den können, wünschen sich Forscher intelligente Materialien mit veränderbaren, schaltbaren Eigenschaften. Mit der Entwicklung solcher molekularen Oberflächen, denen bei Bedarf beispielsweise zellabweisende oder -anziehende Eigenschaften zugewiesen werden können, befassen sich weltweit Spitzenforscher, so auch Prof. Ben Feringa, der 2016 für das Design und die Synthese solcher molekularer Ma-schinen den Nobelpreis für Chemie erhalten hat. In seinen aktuellen Arbeiten zur Photoschaltbarkeit von Molekülen zitiert Feringa unter anderem die Forschungs-arbeiten, die die Gruppe „Bioorganische Chemie bioaktiver Oberflächen“ unter Leitung des Wissenschaftlers Dr. Sukhdeep Singh an der TU Ilmenau durchführt. Nobelpreisträgerin stattet Forschergruppe Besuch ab Die Biologin und Biochemikerin Professorin Christiane Nüsslein-Volhardt, die 1995 für ihre Forschungen über die genetische Kontrolle der frühen Embryonalent-wicklung den Nobelpreis für Medizin erhalten hatte, besuchte im Januar 2017 die Forschergruppe BioLithoMorphie. Sie zeigte sich beeindruckt, im IMN Macro- Nano® eine solch interdisziplinäre, internationale Arbeitsgruppe vorzufinden, die Forschungen an der Schnittstelle zwischen Biologie, Medizin und Biotechnologie bis hinein zu biologischen Fragestellungen bearbeitet. Erfinderpreis für Nachbildung einer Blutstammzellnische Wissenschaftler um Prof. Andreas Schober und der Kinderonkologie des Universi-tätsklinikums Jena erhielten für die Nachbildung einer Blutstammzellnische auf der Erfindermesse iENA im November 2016 eine Goldmedaille. Die Forscher stellten das Knochenmark künstlich her, um dessen Funktion als Gewebefabrik für die Behandlung von Krebserkrankungen zu nutzen. Mit der neuen Methode wach-sen Blutstammzellen in der dem Knochenmark nachempfundenen Umgebung hervorragend heran. So stehen für die Transplantationsbehandlung insbesondere von Leukämiepatienten große Mengen Stammzellen zur Verfügung, die aufgrund begrenzter Spenderzahlen andernfalls fehlen würden. Biolithomorphie als Ideeninkubator Die Forschungsarbeiten der Forschergruppe kommen nicht nur der Biotechnologie, der Pharmazie und der Medizintechnik zugute, sondern auch der Materialwissen-schaft und der Energieforschung. Bei der Suche nach alternativen Energiequellen sind beispielsweise Anwendungen auf dem Gebiet der sogenannten Biobrenn-stoffzellen möglich. Sie dienen der Entwicklung elektrisch schaltbarer „smarter Materialien“, neuer Sensorprinzipien und zur Entwicklung neuer Recyclingstrate-gien, um aus Abfallkunststoffen hochwertige Chemikalien zu gewinnen.


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