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Forschung auf höchstem Niveau | Graduiertenkolleg L 66 orentzkraft GRADUIERTENKOLLEGS UND GRADUIERTENSCHULEN DFG-Graduiertenkolleg Elektromagnetische Strömungsmessung und Wirbelstromprüfung mittels Lorentzkraft Das Graduiertenkolleg Lorentzkraft erforscht neuartige Strömungsmess- und Materialprüfverfahren für Materialien, die keinen optischen Zugang erlauben. Die Forschungsarbeiten geben einer Vielzahl an Industriezweigen, die mit metallischen Werkstoffen oder mit metallischen Schmelzen befasst sind, neue Untersuchungsmethoden auf der Basis wirkender elektromagnetischer Kräfte an die Hand. Forschungsziel der 14 Wissenschaftler und 17 Doktoranden des Graduiertenkollegs Lorentzkraft ist es, Strömungsgeschwindigkei-ten in heißen und aggressiven Metall- und Glasschmelzen berüh-rungslos zu messen und unzugänglich tief liegende Materialdefekte in Festkörpern aufzuspüren. Diese Forschung ist beispielsweise für die Herstellung von hochwertigen Stählen und für die Materialprü-fung neuartiger Werkstoffe notwendig. Bei ihren experimentellen und theoretischen Grundlagenuntersuchungen wenden die Wis-senschaftler Methoden an, die an der TU Ilmenau selbst entwickelt wurden, etwa die Lorentzkraft-Anemometrie, ein berührungslo-ses Messverfahren, mit dem der Volumen- und Massestrom heißer Metallschmelzen exakt bestimmt werden kann. Inzwischen ist das Verfahren durch die Ilmenauer Forscher in verschiedensten Flüssig-keiten verfeinert worden. Die Doktoranden des Graduiertenkollegs, die innerhalb von nur drei Jahren den Doktorgrad erlangen können, werden schon frühzeitig in die engen, teils internationalen Kooperationen mit anderen For-schungsinstituten eingebunden und betreiben hochspezialisierte Forschung an der Seite international renommierter Wissenschaftler. Die großzügige Ausstattung des Graduiertenkollegs mit Reisemitteln ermöglicht den jungen Forschern auch mehrwöchige Aufenthalte in externen Forschungseinrichtungen. So sind sie sowohl für eine uni-versitäre Laufbahn als auch für Tätigkeiten in der freien Wirtschaft hervorragend geeignet und haben meistens schon vor Abgabe ihrer Promotion Arbeitsangebote von Unternehmen aus dem Maschinen-bau oder der Hochtechnologie. „In unserem Graduiertenkolleg wurden drei Doktorandengenerationen ausgebildet, die nun beste Berufsaussichten haben.“ Nach zwei Förderperioden des Graduiertenkollegs Lorentzkraft durch die Deutschen Forschungsgemeinschaft läuft die Förderung im Dezember 2018 aus. In den neun Jahren seiner Aktivität wurden im Graduiertenkolleg drei Doktorandengenerationen ausgebildet. Bevor sich die letzte Generation auf die Abgabe ihrer Promotionsar-beiten, auf ihre Abschlussprüfungen und Verteidigungen vorbereite-ten, lassen die Ilmenauer Forscher ihr Graduiertenkolleg mit einem dreitägigen internationalen Kolloquium in Grenoble wissenschaftlich ausklingen. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit des Graduierten-kollegs auf den Forschungsfeldern Magnetofluiddynamik, ultra-präzise Kraftmesstechnik und Hochleistungsrechnen wäre in dieser Qualität weltweit an keiner anderen Einrichtung möglich gewesen.


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