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60 Forschung auf höchstem Niveau | Skalierbares Datenmanagement für zukünftige Hardware DFG-SCHWERPUNKTPROGRAMME Skalierbares Datenmanagement für zukünftige Hardware Von der Deutschen Forschungsgemeinschaft eingerichtet, startete das Schwerpunktprogramm „Skalierbares Datenmanagement für zukünftige Hardware“ im Sommer 2017 mit der Arbeit. 33 Wissenschaftler forschen drei Jahre lang an neuen Verfahren, Datenstrukturen und Algorithmen, die durch Nutzung modernster Hardwareentwicklungen die bessere und schnellere Verarbeitung enorm großer Datenmengen ermöglichen sollen. derführend zusammen mit den Mit-Initiatoren TU München und TU Dortmund durchgeführt wird, nach neuen Möglichkeiten aktueller und zu erwartender Entwicklungen im Hardwarebereich. Erforscht werden sollen unter anderem Verfahren für Mehrkern- und Spezi-alprozessoren (sogenannte GPUs und FPGAs sowie Trusted Com-puting- Erweiterungen) für superschnelle Kommunikationsmedien und neuartige Speichertechnologien wie nicht-volatile Hauptspei-cher zum Umgang mit großen und komplexen Datenmengen wie Graphen und Matrizen. Dazu müssen die Wissenschaftler komplexe Fragestellungen an den Schnittstellen von Datenbanksystemen, Betriebssystemen, verteilten Systemen, Algorithmik und Rechner-architekturen lösen. Neben den eigentlichen Forschungsarbeiten werden im Schwerpunktprogramm Kolloquien, Summer Schools und virtuelle Doktorandenseminare ausgerichtet. An dem mit knapp sieben Millionen Euro von der Deutschen For-schungsgemeinschaft geförderten Schwerpunktprogramm arbei-ten in der ersten dreijährigen Phase in zehn Einzelprojekten 33 Wissenschaftler, die Kompetenzen aus verschiedenem Bereichen der Informatik mitbringen – von Datenbanksystemen über Betriebs-systeme und verteilte Systeme bis hin zur technischen Informatik. Die Wissenschaftler werden von einem internationalen Advisory Board mit namhaften Experten aus Wissenschaft und Industrie, darunter SAP und Google, unterstützt. Die externe Beratung aus der freien Wirtschaft soll sicherstellen, dass die Ergebnisse der For-schungsarbeiten nicht nur wissenschaftlich relevant sind, sondern auch deutschen und internationalen Unternehmen und auch Start-ups zugutekommen. Datenbanksysteme haben sich in den letzten 30 Jahren zu einem Milliardenmarkt entwickelt und sind heute das Herzstück nahezu aller unternehmenskritischen IT-Systeme – nicht nur in der Betriebs-wirtschaft, sondern zunehmend auch in ingenieurtechnischen An-wendungsfeldern, die mit umfassender Sensordatenerfassung und -verarbeitung die Industrie 4.0 prägen. Datenbanksysteme werden in der Medizinbranche ebenso benötigt wie in den Naturwissen-schaften, in denen die Datenauswertung unter dem Schlagwort „eScience” vielfach als das vierte Wissenschaftsparadigma gesehen wird. Auch in den Geistes- und Sozialwissenschaften kommt der Analyse großer Datenmengen im Bereich „Digital Humanities“ eine immer größere Bedeutung zu. Der globale Trend, gigantische Da-tenmengen verarbeiten zu müssen, stellt an das Datenmanagement große Herausforderungen. Um für die neuen Aufgaben Lösungen zu finden, sucht das DFG-Schwerpunktprogramm Skalierbares Daten-management für zukünftige Hardware, das von der TU Ilmenau fe- „Um der Datenfl ut Herr zu werden, erforschen wir den Einsatz superschneller Kommunikationsmedien und neuartiger Speichertechnologien.“


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