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Bericht des Rektor 2013

HIGHLIGHTS Thüringisches Institut für Textil- und Kunststoff-Forschung Sprühfähige und biologisch abbaubare Folien entwickelt Dem TITK ist es gelungen, sprühfähige, biologisch abbaubare Folien zu ent-wickeln. Hauchdünn, aber strapazierfähig, lassen sie sich beispielsweise in der Landwirtschaft und in Gärtnereien gegen Wildverbiss und in der Baubranche als „Flüssigtapeten“ einsetzen. Die Folien auf Cellulose-Basis müssen nicht entsorgt werden, da sie im Boden biologisch verrotten. So können sie als Bodenabdeck-folien oder zur Bodenstabilisierung, etwa bei Dachbegrünungen oder gegen Hangerosion und Dünenbewegung, zum Einsatz kommen. Da einige spezielle Folienmaterialien mit Holzoberflächen, Mauerwerk, Beton oder Glas reagieren, bilden sie eine fungizide Schutzschicht, auch gegen Hausschwamm. Von smarten Medizinprodukten bis zu Garnen für Puppenhaare Eine innovative Schmelzspinntechnologie ermöglicht die Herstellung „smarter“ Monofile für die Medizin-, Bau-, Filter- und Elektronikbranche. Dazu nahm das TITK eine neuartige Bi-Komponentenschmelzspinnapparatur in Betrieb, die zwei Extruder nutzt, in denen jeweils unterschiedliche Kunststoffe geschmolzen und der entsprechenden Spezialdüse zugeführt werden. Diese Monofilamente wer-den zur Herstellung der verschiedensten Produkte verwendet: Nahtmaterialien für die Chirurgie, Filtergewebe, Sicherheitsgurte, Förderbänder, Angelschnüre, online-ummantelte optische Lichtleitfäden, Kunstrasen, Saiten für Instrumente und Tennisschläger sowie Kunsthaare für Perücken oder für Puppen. Anlage vereinfacht Herstellung von Faserverbundwerkstoffen Das TITK hat eine Anlage für das Faserblasverfahren errichtet, die die Herstellung unterschiedlicher Formkörpergeometrien einfacher und leistungsfähiger macht und größere gestalterische Freiheit bietet. Damit lassen sich Mischungen aus Bindefasern und Verstärkungsfasern unmittelbar dreidimensional so anordnen und vorverfestigen, dass ihre Struktur dem späteren 3D-Bauteil entspricht. Die verschiedensten 3D-verformten Faserverbundwerkstoffe werden für den Leicht-bau im Fahrzeug-, Maschinen- und Anlagenbau benötigt. Antimikrobielle Kunststoffe für die Medizintechnik Auf der weltweit größten Kunststoffmesse, der „K 2013“ in Düsseldorf, präsen-tierte das TITK zwei Hybridpolymere, mit denen sich Kunststoffe und Oberflächen antimikrobiell modifizieren lassen. Da bereits mit weniger als einem Prozent dieser Polymere eine hohe antibakterielle Wirksamkeit erreicht wird, werden die übrigen Materialeigenschaften nicht beeinträchtigt. Die antimikrobiellen Kunststoffe sind in der Lebensmittelindustrie und der Medizintechnik anwendbar. Beschichtete Katheter vermindern effektiv die Gefahr postoperativer Infektio-nen bei der Hydrocephalus-Therapie, also bei der Behandlung der krankhaften Erweiterung der Gehirnventrikel. Bericht des Rektors 2013 97


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