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Bericht des Rektor 2013

62 Forschung auf höchstem Niveau | Graduiertenkolleg Lorentzkraft GRADUIERTENKOLLEGS UND -SCHULEN DFG-Graduiertenkolleg Elektromagnetische Strömungsmessung und Wirbelstromprüfung mittels Lorentzkraft Das Graduiertenkolleg Lorentzkraft erforscht neuartige Strömungsmess- und Materialprüfverfahren. Die Forschungsarbeiten eröffnen allen Industriezweigen, die mit metallischen Werkstoffen befasst sind, eine große Bandbreite an Anwendungsfeldern, beispielsweise zur Herstellung von Autokaros-serien, Die Doktoranden können am Graduiertenkolleg innerhalb von nur drei Jahren den Doktorgrad erlangen. Schon frühzeitig werden sie in Kooperationen mit der Industrie eingebunden und betreiben hochspezialisierte, an konkreten Anforderungen der Märkte aus-gerichtete Forschung. So sind sie sowohl für eine universitäre Lauf-bahn als auch für Tätigkeiten in der freien Wirtschaft hervorragend geeignet und haben meistens schon vor Abgabe ihrer Promotion Arbeitsangebote von Unternehmen aus den Branchen Messtechnik, Metallurgie oder Automobilindustrie. Für einen Höhepunkt des Jahres 2013 sorgte die Mitarbeiterin des Graduiertenkollegs Christiane Heinicke: Für ihre Dissertation über die Messung von Strömung in Metallschmelzen erhielt sie den KlarText!-Preis 2013 für verständliche Wissenschaft der Klaus Tschira Stiftung. In ihrer Arbeit beschreibt sie am konkreten Beispiel eines Stahlwerks die Strömungsmessung in Metallschmelzen mit Hilfe von Magneten. Der Siegerbeitrag „Röntgenblick dank Mini- Magnet“ wurde in einer Sonderbeilage der Novemberausgabe des Wissenschaftsmagazins „bild der wissenschaft“ veröffentlicht. Pipelines oder Turbinenschaufeln. Im November 2013 besuchten Gutachter der Deutschen Forschungs-gemeinschaft das Graduiertenkolleg Lorentzkraft und stellten für die Zeit nach Ende der ersten Förderperiode am 30. Juni 2014 eine Fortsetzung des Graduiertenkollegs in Aussicht. Im Anschluss an das Berichtskolloquium, in dem die DFG-Teilnehmer in Vorträgen und Postern über die Forschungsarbeiten informiert wurden, gaben sie eine positive Empfehlung ab. Die DFG-Förderung ermöglicht hochqualifizierte Forschung von 14 Wissenschaftlern, 25 Doktoran-den, zwei Postdoktoranden und zwei Qualifizierungsstipendiaten. Ihr gemeinsames Forschungsziel: Strömungsgeschwindigkeiten in heißen und aggressiven Metall- und Glasschmelzen berührungslos zu messen und unzugänglich tief liegende Materialdefekte in Fest-körpern aufzuspüren. Solche Forschung ist beispielsweise für die Prüfung und Herstellung von Flugzeugrümpfen und Autokarosse-rien, Hängebrücken, Pipelines, Turbinenschaufeln, aber auch von Golfschlägern notwendig. „DFG-Gutachter empfehlen die Fortführung unseres Graduiertenkollegs Lorentzkraft.“ Bei ihren experimentellen und theoretischen Grundlagenuntersu-chungen wenden die Wissenschaftler Methoden an, die an der TU Ilmenau selbst entwickelt wurden, etwa die Lorentzkraft-Ane-mometrie, ein berührungsloses Messverfahren, mit dem der Volu-men- und Massestrom heißer Metallschmelzen exakt bestimmt wer-den kann. Das Verfahren, das zuvor von vielen Experten auf seine Machbarkeit hin angezweifelt worden war, hat unsere Universität unterdessen zu zwei Patenten angemeldet. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit des Graduiertenkollegs auf den Forschungsfeldern Magnetofluiddynamik, ultrapräzise Kraftmesstechnik und Hochleis-tungsrechnen wäre in dieser Qualität weltweit an keiner anderen Einrichtung möglich.


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