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Bericht des Rektor 2013

60 Forschung auf höchstem Niveau | Graduiertenschule Bildverarbeitung und Bildinterpretation GRADUIERTENKOLLEGS UND -SCHULEN ProExzellenz-Graduiertenschule Bildverarbeitung und Bildinterpretation Forschungsobjekt der Wissenschaftler der Graduiertenschule Bildverarbeitung und Bildinterpretation ist das Bild – nicht nur das klassische Pixelbild, sondern jede Projektion einer physikalischen Realität, beispielsweise aufgenommen durch den Sensor einer digitalen Kamera oder synthetisch erzeugt mittels Simulation und Computergrafik. In der Graduiertenschule Bildverarbeitung und Bildinterpretation be-arbeiten 14 Nachwuchsforscher unter Anleitung namhafter Wissen-schaftler der Technischen Universität Ilmenau, der Friedrich-Schiller- Universität Jena und des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Optik und Feinmechanik in individuellen Dissertationsprojekten Grund-lagenthemen zum Forschungsobjekt Bild. Dabei befasst sich die Gra-duiertenschule mit drei Bereichen: »» Bilderfassung und sensornahe Verarbeitung »» Bildanalyse, Bildinterpretation und Bildverstehen »» Verteiltes Datenmanagement und Algorithmik Bilderfassung und sensornahe Verarbeitung Die Wissenschaftler der Graduiertenschule entwickeln auf diesem Gebiet neue Kameratechnologien zur materialschonenden Inspek-tion und hochgenauen Vermessung von Objekten für den Einsatz in der industriellen Qualitätssicherung. Die Forschungsergebnisse, eine Hyperspektralkamera zur Messung der spektralen Strahlungs-verteilung von Lichtquellen und Objekten zur exakten Beschreibung des Farbeindrucks einer Oberfläche sowie verschiedene neu entwi-ckelte optische Hochgeschwindigkeits-3D-Vermessungsmethoden, werden im Anschluss an die Arbeit der Graduiertenschule in Thü-ringer Hochtechnologieunternehmen überführt und zu Produkten weiterentwickelt. Bildanalyse, Bildinterpretation und Bildverstehen Auf dem Gebiet der automatischen maschinellen Erkennung von Bild-inhalten werden neuartige Klassifizierungsverfahren für Bildinhalte entwickelt und zum Beispiel auf Luft- und Satellitenaufnahmen aus der Fernerkundung angewandt. Dabei erfordert die Klassifikation vom Nutzer lediglich die Eingabe weniger Parameter und erfolgt dann automatisch. Die neue Technologie kann künftig dazu einge-setzt werden, Satellitenbilder von schwer zugänglichen Regionen, etwa Katastrophengebieten, schnell und automatisch auszuwerten. Außerdem kann sie zur Ermittlung landschaftlicher Veränderungen ebenso angewendet werden wie in der Stadt- und Raumplanung oder zur Analyse der Landnutzung. Verteiltes Datenmanagement und Algorithmik Da in der elektronischen Datenverarbeitung die Datenmengen rasant ansteigen, entwickelt die Graduiertenschule im Bereich Verteiltes Datenmanagement und Algorithmik ein neues Datenbanksystem, die dafür notwendige informationstechnische Infrastruktur und neue al-gorithmische Methoden. Damit stehen künftig Technologien zur Ver-fügung, mit denen extrem große Mengen von Daten noch effizienter gespeichert, sortiert und durchsucht werden können, die räumliche Bezüge in Form von Geo-Koordinaten oder 3D-Punkt-Daten ent-halten. Systeme dieser Art verwalten beispielsweise Satellitendaten, 3D-Laserscans und CAD-Anlagenplanungsdaten, etwa zur Erken-nung und Vermeidung von Kollisionen in großen Fertigungsanlagen.


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