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Bericht des Rektors 2012

Bericht des Rektors 2012 87 HIGHLIGHTS Kommunikationswissenschaftliche Forschung OB Sauerland ist nicht Hauptschuldiger der Loveparade-Katastrophe Eine Studie des Fachgebiets Medienwissenschaft ergab, dass die meisten Bürger den Hauptschuldigen für die Loveparade-Tragödie 2010, bei der 21 Menschen starben, nicht im Duisburger Oberbürgermeister Adolf Sauerland sehen. Sauer-land war per Abwahlverfahren seines Amtes enthoben worden. Nach der Studie, für die nach dem Loveparade-Unglück Diskussionsforen in sozialen Netzwerken ausgewertet wurden, machten rund ein Viertel aller Postings die Duisburger Polizei oder die Behörden für die Katastrophe verantwortlich. Nur knapp ein Fünftel sah in OB Sauerland den Hauptschuldigen. Arbeitsgruppe erforscht Krisenkommunikation bei Terroranschlägen Bei der ersten Veranstaltung der neu gegründeten Arbeitsgruppe Krisenkommuni-kation innerhalb des größten europäischen Verbands für Kommunikationswissen-schaftler (ECREA) stellten international führende Krisenkommunikationsforscher bei der ECREA-Jahrestagung 2012 in Istanbul aktuelle Forschungsergebnisse vor. Thematisiert wurden die Krisenkommunikation bei Terroranschlägen und Natur-katastrophen sowie die Rolle von Social Media in Krisen. Die erst ein Jahr zuvor von Dr. Andreas Schwarz vom Fachgebiet Medienwissenschaft gegründete und geleitete Arbeitsgruppe zählt bereits fast 100 Mitglieder. Vernetzung mit renommierter Forschungseinrichtung Das Ilmenau Center of Public Diplomacy, das im Fachgebiet Medienwissenschaft angesiedelt ist, hat mit der Annenberg School of Communication & Journalism an der US-amerikanischen University of Southern California eine Zusammenarbeit angebahnt. Die Annenberg School gilt international als eine der bedeutends-ten kommunikationswissenschaftlichen Forschungseinrichtungen. Dr. Andreas Schwarz und sein Team im Fachgebiet Medienwissenschaft planen, am USC Cen-ter on Public Diplomacy in Los Angeles Publikationen zu Forschungsprojekten im Bereich Public Diplomacy zu veröffentlichen. Erste Netzausbau-Studie zur Frage: Freileitungen oder Erdkabelleitungen? Die TU Ilmenau legte 2012 die erste systematische und fachlich neutrale Studie zu der Frage vor, ob der Ausbau des Stromnetzes in Deutschland besser durch Freileitungen oder durch Erdkabelleitungen realisiert werden sollte. Zwar waren zum Netzausbau in den letzten Jahren in Europa eine Vielzahl an wissenschaft-lichen Studien durchgeführt worden, allerdings fehlte bisher eine unabhängige Zusammenfassung der Einzelstudien. Die Metastudie wurde daher vom Fachge-biet Empirische Medienforschung und Politische Kommunikation unter der Lei-tung von Prof. Jens Wolling in Zusammenarbeit mit dem Fachgebiet Elektrische Energieversorgung unter der Leitung von Prof. Dirk Westermann im Auftrag des Schweizer Übertragungsnetzbetreiber Swissgrid durchgeführt. Als Ergebnis steht Politik, öffentlichen Einrichtungen und Industrie nun ein Katalog über die Vor- und Nachteile der zwei Varianten zur Verfügung.


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