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Bericht des Rektors 2012

86 Forschung interdisziplinär | Kommunikationswissenschaftliche Forschung HIGHLIGHTS Kommunikationswissenschaftliche Forschung Beeinflusst Medienberichterstattung Gerichtsprozesse? Das Projekt „Mediale Beeinflussung von Zeugen – Eine interdisziplinäre Fallstudie zum Fall Mary-Jane“ untersucht die Einflüsse von Berichterstattung der Medien auf Gerichtsprozesse und die rechtlichen Konsequenzen, die sich daraus ergeben. Dazu analysierten Prof. Nicola Döring, Leiterin des Fachgebiets Medienpsycholo-gie und Medienkonzeption, und Prof. Frank Fechner, Leiter des Fachgebiets Öf-fentliches Recht, den konkreten Fall zur Tötung der siebenjährigen Mary-Jane im Vorfeld, während und im Nachgang der Verhandlung am Landgericht Meiningen. Die Auswertung ergab, dass die Zeugen durch einen fehlerhaften Medienbericht große Schwierigkeiten hatten, bestimmte Personen wiederzuerkennen. Service-Roboter helfen älteren Menschen Die interdisziplinäre Forschergruppe „Service-Robotik für die Gesundheitsassis-tenz“ entwickelt einen „Gesundheitsroboter“ für ältere Menschen, der sie als Mit-bewohner im Haushalt bei ihrer selbstständigen Lebensführung unterstützt. Von sozialwissenschaftlicher Seite erforscht Prof. Nicola Döring die Anforderungen und Bedürfnisse älterer Menschen an solche Assistenzroboter, bewertet Prototypen und erarbeitet Zukunftsszenarien robotischer Unterstützung. Die Forschergruppe unter der Leitung von Prof. Nicola Döring und Prof. Horst-Michael Gross, Leiter des Fachgebiets Neuroinformatik und Kognitive Robotik, wird vom Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Technologie gefördert. Gender und Diversity in Forschung und Lehre Der Online-Kurs „Gender und Diversity im Berufs- und Privatleben“ wird künftig jedes Semester im Studium Generale der TU Ilmenau und auch in anderen Hoch-schulen angeboten. Dies ist ein Ergebnis des Verbundprojekts Genial (Gender in der akademischen Lehre), das von 2009 bis 2012 thüringenweit an sieben Thü-ringer Hochschulen durchgeführt und vom Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur gefördert wurde. Ziel des Projektes unter der Leitung von Prof. Nicola Döring und Silke Augustin, Leiterin des Gleichstellungsrats, war es, Ge-schlechterforschung zu fördern und die Lehre geschlechtersensibler zu gestalten. Projekt „Militärische Media Relations“ erfolgreich abgeschlossen Die von Prof. Martin Löffelholz, Leiter des Fachgebietes Medienwissenschaft, durchgeführte Studie ergab, dass die deutschen Streitkräfte sich gegenüber den Medien zunehmend geöffnet haben und dass die wachsende Beteiligung von Medien an Auslandseinsätzen die kommunikativen Anforderungen an die Bun-deswehr substanziell erhöht hat. Für das von der Deutschen Forschungsgemein-schaft geförderte Projekt analysierten die Wissenschaftler die Beziehungen von Bundeswehr und US-Streitkräften zu den Medien vom Ende des Kalten Krieges bis heute. Ergebnisse der Studie werden auf der nächsten Jahrestagung der Deut-schen Gesellschaft für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft präsentiert.


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