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Bericht des Rektors 2012

Forschung auf höchstem Niveau | Forschergruppe Hochspannungstechnologie74 n  NACHWUCHSFORSCHERGRUPPEN Forschergruppe Hochspannungstechnologien Die in Deutschland eingeleitete Energiewende stellt ehrgeizige Anforderungen an Energie- und Umwelttechniken der Zukunft. Die Forschergruppe Hochspannungstechnologien entwickelt solche innovativen Techniken zur Beherrschung von Hochspannung und Verfahren zur Nutzung starker elektrischer Felder. Um den gestiegenen Anforderungen gerecht werden, hat sich die Forschergruppe 2012 auf fünf Wissenschaftler verstärkt und im Zentrum für Energietechnik wurden zwei Räume zu Laboren ausgebaut und die Zahl der Büros erweitert. Das zweite große Forschungsfeld der Forschergruppe ist die Nut-zung elektrophysikalischer Prinzipien, beispielsweise zum Reinigen von Flüssigkeiten und Gasen durch die Abscheidung von Partikeln. Die selben Prinzipien werden von den Wissenschaftlern für Bio-gasanlagen genutzt, um hochenergetische Stoffe aufzubereiten und zu erschließen. In diesem Bereich schloss die Forschergruppe 2012 ein großangelegtes dreijähriges Forschungsprojekt mit einem Wirtschaftspartner ab. In dessen neu zu errichtender Großanlage kommt eine Technologie zur Erzeugung von Biogas zum Einsatz, die die Wissenschaftler selbst entwickelt haben. Dabei wird mit Hilfe energiearmer Entladungen Bioenergie gewonnen. In pflanzli-chen Abfällen bewirken solche Entladungen Mikrolöcher, über die Glukose unmittelbar als Energieträger zur Verfügung steht. Das in der Forschergruppe entwickelte Verfahren stieß auf der Erfinder-messe iENA 2012 in Nürnberg auf großes Interesse. Die Forschergruppe Hochspannungstechnologien unter der Lei-tung von Dr. Carsten Leu forscht auf einem Gebiet, das für die Erschließung regenerativer Energien von wesentlicher Bedeutung ist: die verlustarme Energieübertragung über große Strecken hin-weg. Dies geschieht mit Gleichstrom über Hochspannungsleitun-gen und Gleichspannungsnetze. Um zukunftsorientierte Energie-versorgungsnetze zu entwickeln, arbeiteten zwei Doktoranden „Wir ermöglichen die Übertragung von Energie über große Strecken.“ an der Entwicklung von Feldsteuer- und Isoliersystemen neuer Komponenten in Industrieprojekten und einem Verbundprojekt des fakultätsübergreifenden Instituts für Energie-, Antriebs- und Umweltsystemtechnik. Damit wird es künftig möglich, dezentrale Stromnetze mit Erzeugern regenerativer Energien, zum Beispiel Betreibern von Solar- und Biogasanlagen, mit Energiespeichern und Verbrauchern einfach und effizient untereinander und mit dem Hochleistungsübertragungsnetz zu verbinden. Ein Schwerpunkt der Arbeiten der Forschergruppe im Jahr 2012 war die Grundlagenforschung zu Isolierstoffen und -systemen für hochfrequente Hochspannung und für hohe Gleich- und Misch-spannung. Da diese Spannungsformen bei der elektrischen Ener-gieversorgung in Zukunft eine große Rolle spielen, müssen inno-vative Isoliersysteme und Prüfschaltungen entwickelt werden. Im Bereich technologische Nutzung von Hochspannung konnte das Wissenschaftlerteam 2012 neue fachübergreifende Projekte ak-quirieren. So wird ein hohes Gleichfeld zur Abscheidung oder zur Bewegung von Partikeln genutzt. Im Alltag findet diese Technik beispielsweise in Kopierern oder Laserdruckern Anwendung, indem die aufgeladenen Farbpartikel des Toners durch elektrostatische Kräfte transportiert und positioniert werden.


Bericht des Rektors 2012
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