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Bericht des Rektors 2012

60 Forschung auf höchstem Niveau | Graduiertenkolleg MOBICOM GRADUIERTENKOLLEGS UND -SCHULEN DFG-Graduiertenkolleg Selbstorganisierende Mobilkommunikationssysteme für Katastrophenszenarien MOBICOM Das Graduiertenkolleg MOBICOM entwickelt Technologien, mit denen bei Naturkatastrophen, Unglücken oder terroristischen Anschlägen die zusammengebrochene Mobilfunkkommunikation wiederhergestellt wird. Um den unterbrochenen lebenswichtigen Empfang an mobilen Endgeräten wie Handys oder Netbooks wieder zu ermöglichen, müssen die ausgefallenen Basisstationen ersetzt werden – zum Beispiel mit einer Luftbrücke aus 80 Zentimeter großen Flugrobotern, so genannten Multicoptern. bearbeitet werden. Die wissenschaftliche Bandbreite, die abgedeckt werden muss, um die Selbstorganisation von Mobilkommunikations-systemen zu unterstützen, ist enorm. Die Themen der Nachwuchs-forscher reichen von Antennendesign über Signalverarbeitung und robusten Netzen bis hin zur Sensorik. Dazu arbeiten im Graduierten-kolleg neun Fachgebiete der TU Ilmenau interdisziplinär zusammen. Das Graduiertenkolleg MOBICOM unter der Leitung von Prof. An-dreas Mitschele-Thiel wird von der Deutschen Forschungsgemein-schaft über viereinhalb Jahre mit 6,5 Millionen Euro gefördert. Mit ergänzenden Mitteln der Carl-Zeiss-Stiftung, der Deutschen Tele-kom Stiftung, der Alcatel-Lucent Bell Labs, der Fraunhofer Gesell-schaft, des DAAD und einem Stipendium der Landeskonferenz der Frauenbeauftragten an bayerischen Hochschulen für angewandte Wissenschaften werden im Jahr 2012 über 30 Doktorandinnen und Doktoranden aus zehn Ländern aus den Bereichen Informatik und Elektrotechnik gefördert. Sie beteiligten sich mit wissenschaftlichen Beiträgen unter anderem am Workshop „Cognitive Radio“, das im Rahmen der 7. Deutschen Mikrowellenkonferenz (GeMiC) im März an der TU Ilmenau abgehalten wurde. Die Reparatur der im Katastrophenfall ausgefallenen Basisstationen kann für die Rettung von Menschenleben von größter Bedeutung sein. Bevor sie aber erfolgen kann, muss die verbleibende, funk-tionierende Netzwerkinfrastruktur des betroffenen Gebietes ana-lysiert und in einer Karte, der so genannten Radio Resource Map, eingetragen werden. Diese Informationen erlauben die autonome Platzierung der Multicopter an den ermittelten Positionen, also ohne Handsteuerung durch Menschen. Um als Netzwerkbrücken die aus-gefallenen Stationen zu ersetzen, agieren sie im Schwarm. Bei dieser „133 Flugroboter stellten einen Weltrekord im koordinierten Flugverhalten auf.“ als Message Ferrying bezeichneten Methode fungieren die Copter sozusagen als „elektronische Brieftauben“. Das Multicopter-Projekt ist nur eines von zahlreichen Themen, die in den Promotionsarbeiten der Doktoranden des Graduiertenkollegs


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