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Bericht des Rektors 2012

Bericht des Rektors 2012 31 HIGHLIGHTS Technische und biomedizinische Assistenzsysteme Silbermedaille auf der Erfindermesse in Genf Auf dem 40. „Salon International des Inventions, Genève 2012“, der Interna-tionalen Erfinderleitmesse in Genf, wurde eine Entwicklung zur Erfassung von Streulicht nach Augenoperationen unter 1 000 Neuheiten mit einer Silberme-daille ausgezeichnet. Die Erfindung von Bernd-UIIrich Seifert, Stefan Schramm und Prof. Jens Haueisen, eine frei programmierbare, multifunktionale Blende in einem Wellenfrontaberrometer, ermöglicht es einerseits, den Operationserfolg bei Patienten, die unter grauem Star leiden, zu überprüfen, andererseits öffnet sie den Weg für neue Diagnoseverfahren. Brille soll Patienten bei Makuladegeneration helfen Die im Juni gestartete interdisziplinäre Forschergruppe ONERA entwickelt mit den derzeit innovativsten Technologien der Freiformoptiken eine Brille und ein Trainingsprogramm für Menschen, die an altersbedingter Makuladegeneration leiden (AMD). AMD führt zu einem kompletten Funktionsverlust der zentralen Netzhaut, das heißt, an der Stelle des schärfsten Sehens. Eine Therapie für die etwa 4,5 Millionen AMD-Patienten in Deutschland gibt es bisher nicht. Das Projekt wird koordiniert von Prof. Jens Haueisen, Leiter des Fachgebiets Biomedizinische Technik, und Prof. Stefan Sinzinger, Leiter des Fachgebiets Technische Optik. Individualisierte Diagnose bei Diabetes-Patienten Mathematische Modelle können das dynamische Zusammenspiel von Glukose- und Insulinkonzentrationen im Körper beschreiben. Allerdings ist es dazu notwen-dig, diese Modelle für den Patienten „maßzuschneidern“. Um eine verbesserte Diagnose und Therapie bei Diabetes-Patienten zu erreichen, entwickeln Wissen-schaftler am Fachgebiet Systemanalyse unter der Leitung von Prof. Christoph Ament Verfahren, um Modellparameter individualisiert und auf Basis möglichst weniger Messwerte des Patienten zu identifizieren. Weltneuheit in der Strömungsmesstechnik Forscher um den Leiter des Fachgebiets Thermo- und Magnetofluiddynamik, Prof. André Thess, haben ein neuartiges Durchflussmessprinzip für empfindli-che Lebensmittel und aggressive Chemikalien vorgestellt, das weltweit erstmals eine berührungslose magnetische Strömungsmessung in schwach leitfähigen Flüssigkeiten ermöglicht. Die Messung der Fließgeschwindigkeit ist ausschlagge-bend für die exakte Dosierung von Füllmengen ganz unterschiedlich fließfähiger Flüssigkeiten, darunter Lebensmittel wie Cola, Joghurt und Tomatenketchup, Chemikalien und auch Abwässer. Herkömmliche Faraday-Durchflussmesser be-dienen sich zweier Elektroden, die in die Flüssigkeit getaucht werden müssen und dabei korrodieren oder verschmutzen und so die empfindlichen Lebensmittel oder hochreine Chemikalien verunreinigen können. Engagement für Industrienormen Ilmenauer Wissenschaftler engagieren sich für den Ausbau der alten Stärke von Standardisierung und Normung für die Industrie. Die 2012 in Kraft getretene VDI-Richtlinie 6222 „Bionische Roboter“ wurde wesentlich von Professoren und Mitarbeitern der TU Ilmenau geprägt.


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